Würstchen im Schlafrock: Ein Familien-Klassiker

Sieben auf einem Blech: Uwe Koch (r.) und WAZ-Redakteur Jörn Stender in Kochs Küche.
Sieben auf einem Blech: Uwe Koch (r.) und WAZ-Redakteur Jörn Stender in Kochs Küche.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Würstchen im Schlafrock: Das ist Gericht Nummer 1 der zehnteiligen Serie „Das isst der Pott“ mit Gelsenkirchener Leibgerichten, diesmal bei Uwe Koch.

Gelsenkirchen.. Chinesisch kocht Uwe Koch ab und an, „gerne und viel auch italienisch“. Seine Rezeptsammlung füllt Ordner und, säuberlich handgeschrieben, eine alte Kladde. Mit der „Klammer-Strich-Methode“ hat er die Gerichte mit Zutaten und Zubereitung notiert. Das erleichtert die Abläufe. „Links stehen die Zutaten, rechts, wie viel ich davon nehmen muss und was ich damit mache“, erklärt Koch. Da kommt der alte Pädagoge in ihm durch. Systematik macht sich nicht nur bei Rezepten bezahlt und zeigt: In der Schule lernt man fürs Leben...

Lieblingsrezepte

Herausgesucht hat der Erler für die WAZ ein Rezept, das er natürlich „im Kopf“ hat, ein Essen mit langer Familientradition von der „inzwischen 90-jährigen Oma. Das gab es früher zu besonderen Anlässen wie Kinder-Geburtstagen und auch Heiligabend“, sagt Koch. „Vor allem die Kinder freuten sich ‘n’ Pinn inn’ Bauch, wenn es das gab“ – die Würstchen im Schlafrock.

Eigentlich ein Klassiker, bei Uwe Koch wird er leicht abgewandelt, mit einer Remoulade, die mit viel frischem Joghurt angerührt in die Schüssel kommt und entsprechend wenig Kalorien aufs Hüftgold legt. Ansonsten ist das Gericht schnell gemacht. Ein wenig Vorplanung ist erforderlich. Der Tiefkühlblätterteig sollte gut angetaut sein. In der Zeit, in der die Würstchen im Ofen bräunen, lässt sich locker die Sauce anrühren. Frische Kräuter machen sich darin besonders gut. Koch holt sie gerne aus der Kräuterschnecke im eigenen Garten.

63 Jahre alt ist Koch. Der Vater von fünf Kindern hat die Gesamtschule Buer-Mitte mit auf den Weg gebracht und war als Lehrer, wie er sagt, „Allrounder“. Englisch, Deutsch und Erdkunde hat er unterrichtet, aber auch Hauswirtschaftslehre. Da ist einiges hängen geblieben für den Alltag. „Früher war ich nur der Eventkocher, wenn Gäste kamen. Aber nachdem ich die Berufstätigkeit aufgegeben habe, koche ich regelmäßig. Und ambitioniert in der geräumigen Küche im Erler Heim. „Wenn wir Freunde einladen, kann es schon mal sein, dass es zehn verschiedene kleine Gänge gibt. Ich kriege schon einiges auf die Reihe.“ Dann greift Koch auf Hunderte Rezepte zurück, die sich in Ordnern angesammelt haben. Gerne improvisiert er aber auch. „Dann gucke ich, was da ist und mache was draus.“

Seid die Kinder groß sind, haben die Würstchen zumindest Heiligabend ausgedient. „Meine Frau“, sagt Koch, „wünscht sich jetzt immer Steak mit Pfeffersauce und Spargel.“

Und so geht’s: Das Rezept

Aufgetaute Blätterteigscheiben mit dem Nudelholz ausrollen (Breite etwa 15 cm) und Würstchen darin einrollen. Eier trennen, mit dem Eigelb Teigende und die Oberfläche bepinseln. Backblech mit Backpapier auslegen, Teigrollen für 15 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Backofen schieben. Für die Joghurt-Remoulade 2 Eier hart kochen und fein würfeln. Joghurt, Salat-Creme, Fruchtessig und Gurkensud in einer großen Schüssel verrühren, Eierwürfel zugeben. Zwiebeln, Gurke und Knoblauch sehr fein würfeln und zugeben, Kräuter dazu, mit Zucker, Salz, Pfeffer und Senf abschmecken. Gewaschene, abgezupfte Salatblätter auf einen flachen Teller legen. Blätterteig-Würstchen zum Servieren am Tisch mit (am liebsten viel!) Joghurt-Remoulade übergießen.

Die Zutatenliste

8 Würstchen (je 50-80 g), 8 Scheiben TK Blätterteig, 2 Eier

für die Remoulade 2 Eier, 500 gr Joghurt,
2 EL Salatcreme, 2 EL Fruchtessig (z.B. Himbeer), 2 El Sud von Essiggurken, 2 kl. rote Zwiebeln, 2 Gewürzgurken, 1 Knoblauchzehe, 3 gehäufte Esslöffel Kräuter (TK oder frisch), Zucker, Salz, Pfeffer, ½ TL scharfer Senf, 1 Kopfsalat