Die Currywurst mit Coke-Schuss

Für die WAZ-Serie „Das isst der Pott“ bereitet Heinrich Wächter (65) aus Gelsenkirchen in seiner Küche eine Currywurst zu
Für die WAZ-Serie „Das isst der Pott“ bereitet Heinrich Wächter (65) aus Gelsenkirchen in seiner Küche eine Currywurst zu
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Currywurst mit Coke: Das ist Gericht Nummer 2 unserer Serie „Das isst der Pott“ mit Gelsenkirchener Leibgerichten, diesmal bei Heinrich Wächter.

Gelsenkirchen.. Die Currywurst – besungen und im Pott im steten Wettstreit mit der Hauptstadt! Als Ruhrstädter, sagt Heinrich Wächter, „kann man ohne sie nicht leben. Zumindest nicht für einen längeren Zeitraum.“ Wo es die beste Currywurst im Revier gibt, ist umstritten. Sie ist zwar nicht unbedingt ein Sonntagsessen, sondern eher was für zwischendurch, aber ein Kult im Revier ist sie allemal. Die von Heinrich Wächter kommt mit einer Besonderheit in der Sauce daher – er schmeckt Ketchup und Gewürze mit Cola ab. Und mit selbst zubereiteter Sauce statt süßer Tunke aus der Flasche hat die Currywurst allemal das Zeug zur geselligen Runde mit Familie oder Freunden.

Lieblingsrezepte

Heinrich Wächter ist in Scholven zuhause. Beruflich ist der 65-Jährige seit Jahrzehnten dem Kochen verbunden – als Küchenmeister, Koch-Club-Gründer und Lehrer. Seinen Einsatz am Herd verbindet Wächter häufig mit Benefizaktionen. Gut essen und Gutes tun, das passt für ihn zusammen.

Wer so viel kocht, der bescheidet sich daheim. Wächters Küche ist, sagen wir mal, überschaubar. Herd, Küchenblock, Spüle, Mikrowelle, Espressomaschine, Kühlschrank. Für viel mehr bleibt kaum Platz. Wer hier größere Menüs zaubern möchte, muss Küchenlogistiker sein und penibel Ordnung halten. Hinter der Durchreiche steht der Esstisch im Wohnzimmer. Wächters Passion ist auch hier unübersehbar. Ein alter Kohle-Küchenherd steht als Schmuckstück vor dem Balkonfenster – und Kochkunst, wird deutlich, kann durchaus dekorativ die Wände schmücken. Ein Hingucker: Der von einem Bekannten gemalte Rock ‘n’ Rollmops.

Zurück in die Küche. Wächter hat Pfanne und Topf, Gewürze, Ketchup Cola bereit gestellt. Die nötige Zwiebel ist schnell geschnippelt, die Würstchen landen nicht minder schnell in der Pfanne. Seine Currywurst hat Wächter in Jugendtagen als „türkische“ kennengelernt. Sie wurde in den 1960er Jahren ganz serviert, mit Paprikapulver nachgewürzt und mit Schaschlik-Soße übergossen.

In der Zeit, in der die Bratwürstchen der Vollendung entgegen rösten, ist die Soße fertig. Der Zeitaufwand fürs Gesamtgericht hält sich in engen Grenzen. Schneller zur Pommesbude ist es kaum zu schaffen. Und frischer ist die Soße dort sicher nicht...

Mit einer feineren Wurstvariante misst sich Wächter übrigens im Oktober, wenn er – mit Sterneköchen – für Westlotto Currywurst anrichtet. Die Wurst wird dann aus Fleisch vom Wollschwein sein, angemacht mit Tomatenmarmelade und Curryschaum, angereichert mit Croutons. Merke: es geht auch edler.

Doch Kult ist das nicht, dazu braucht’s eher den Klassiker. Wächter hat dafür stilecht Keramik-Schälchen und Holz-Picker bereit gestellt, pudert die Wurst noch mit Paprika und Curry, bettet noch ein halbes Brötchen als Beilage ins Schälchen – und lässt probieren. Einfach – lecker!

Und so geht’s: Rezept und Zutaten

Die Herausforderungen am Herd halten sich in engen Grenzen. Die Würstchen werden beidseitig in der Pfanne gebraten, zerschnitten und dann mit der Sauce begossen. Die lässt sich in der Zeit herstellen, in der die Würstchen in der Pfanne schmurgeln – und zwar so:

Zwiebel in Würfel schneiden und im erhitzten Öl glasig schwitzen. Curry, Paprika und Cayennepfeffer zugeben und weiter schwitzen, Reingeschmeckt ablöschen mit Coke oder Orangensaft. Aufkochen lassen, den Ketchup zugeben, richtig durchkochen lassen.

Die gebratenen (oder auch gegrillten) Würste in Stücke schneiden und anrichten. Ein Schälchen muss nicht sein, ein Teller tut’s natürlich auch. Wer mag, kann ja noch ein Brötchen dazu geben...

Die Zutatenliste

8 Bratwürstchen, 4 cl Öl, 1 Zwiebel, 5 g Currypulver, 5 g Rosenpaprika, 2 g Cayennepfeffer, 1 dl Coke oder Orangensaft und 300 g Ketchup.