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Heimatabend-Finale

„Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen“

09.11.2010 | 16:47 Uhr
„Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen“
Nur echt mit dem schwarzen (Kohle-)Herz: 7000 Menschen wollten in Gelsenkirchen beim „Heimatabend“ auf eine Zeitreise gehen. Bild: Zeitlupe

Zum Finale der Gelsenkichener Zeitreise im Musiktheater: Der „Heimatabend“ von A wie Abschluss über F wie Fehler bis Z wie Zugabe. Ein Rückblick.

A wie Abschluss. Finale, o-ho — und was für eins! 1000 Besucher wollten am Montagabend die Zusatzvorführung von „Heimatabend - die Gelsenkirchener Zeitreise“, dem Best of der von 1951bis 1994 gedrehten Stadtfilme, im Großen Haus des Musiktheaters sehen. Er könne ein Dauergrinsen im Gesicht „kaum unterdrücken“, sagte Heimatabend-Macher Frank Bürgin in seiner Ansprache angesichts der vollen Hütte (siehe auch Z wie Zugabe).


B wie Bürgin, Frank. Als „leidenschaftlicher Gelsenkirchener“ outete sich der 48-Jährige im Musiktheater einmal mehr. Und gestand, dass es schon immer sein Traum gewesen sei, einmal im ausverkauften Großen Haus des MiR zu „spielen“. Dass der bekennende Ückendorfer (geboren ist er in der Resser Mark) und seine Gesellschaft „Zeitlupe“ der Stadt verbunden sind, bleibt aber auch beim Blick auf bisherige Produktionen kaum verborgen: So haben Bürgin & Co. unter anderem den Imagefilm „Abenteuer Gelsenkirchen“, alle Filme im Schalke-Museum und ein Assauer-Porträt für den WDR gedreht.


D wie Daten, Zahlen & Fakten. Den „Heimatabend“ gab es in 17 öffentlichen Vorstellungen an neun Orten vor insgesamt 7000 (begeisterten) Besuchern. Die erste Auflage der DVD (4500 Exemplare) ist verkauft, die zweite Auflage soeben erschienen (9,90 Euro, Mayersche-Filialen in Buer und Gelsenkirchen).


F wie Fehler. Wenn auch hochdekorierte Hollywood-Filme nicht ohne kleine Patzer zur Aufführung kommen, muss man dies auch dem „Heimatabend“ zugestehen. So ist in einer Szene von der gut 60-jährigen Geschichte des (1959 eingeweihten) Musiktheaters die Rede. In der zweiten Auflage der DVD ist dieser Fehler behoben worden.


H wie Herz. Das schwarze (Kohle-)Herz ist so etwas wie das Erkennungszeichen des „Heimatabends“. Aber auch der bei allen Vorführungen am Eingang für Besucher ausgerollte Teppich sorgte für einen Aha-Effekt. Bürgin: „Es gab so gut wie keinen Besucher, der ohne Kommentar über den roten Teppich gelaufen ist.“


K wie Kulturhauptstadt. 16 Jahre nach dem offiziellen Aus für den Stadtfilm wird es eine Neuauflage geben. „Zeitlupe“ dreht allerdings zurzeit im Auftrag der Verwaltung keinen klassischen Stadtfilm, sondern beleuchtet in diesem einmaligen Projekt „nur“ die Gelsenkirchener Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr 2010.


M wie Mitwirkende. Im Musiktheater gab’s noch einmal ein offizielles Dankeschön an alle Beteiligte der Zeitreise - allen voran Sponsor Sparkasse und Frank Baranowski. Der (im MiR anwesende) Oberbürgermeister habe „als Erster erkannt, dass die Idee nicht sooo schlecht ist“, lobte Frank Bürgin.


N wie Nickel, Werner. Einer von zwei Stadtfilmern, die mit ihrem Material die Vorlage für den 95-minütigen „Heimatabend“ lieferten. Der heute 75-jährige Bueraner war seit 1965 das „Gedächtnis der Stadt“ und musste Mitte der 90er Jahre erleben, wie diese Ära von der Verwaltung beendet wurde.

P wie Prolog. Dem Film ist ein Zitat des britischen Politikers und Ministers Duncan Edwin Sandys vorangestellt. Und zwar: „Eine Stadt ohne Geschichte ist wie ein Mensch ohne Gedächtnis.“


R wie Rotterdam, Hans. Der Hobby-Filmer (und Bäckermeister und CDU-Mitbegründer) gab 1951 den Anstoß und war damit so etwas wie der Vater des Gelsenkirchener Stadtfilms. Bis 1965 drehte er im Auftrag von Rat und Verwaltung. Rotterdam starb 1978 im Alter von 79 Jahren.


W wie WDR. Der TV-Sender soll bereits Interesse am „Heimatabend“ signalisiert haben. Frank Bürgins Gelsenkirchen-Film könnte 2012 sogar Teil einer gleichnamigen Reihe im Dritten werden, in dem auch die Vergangenheit anderer Städte des Ruhrgebiets beleuchtet wird, so ist zu hören.


Z wie Zugabe. Fürs Sahnehäubchen war am Montagabend beim Heimatabend-Kehraus Mark Weigel zuständig. Zur Klavierbegleitung von Askan Geisler trug der Sänger -- wie in der aktuellen Musiktheater-Produktion „Adam Schaf hat Angst“ – in einem hinreißenden Auftritt Georg Kreislers Gelsenkirchen-Lied vor: „Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen!/Nicht in Berlin und nicht in New York und nicht in Paris!/Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen!/In unserem urgemütlichen Grubengasparadies.“ Und jetzt alle: „Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen . . .“

Lars-Oliver Christoph

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