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Bergbau-Geschichte

Dahlbusch: Erinnern ans Grubenunglück

25.05.2010 | 12:00 Uhr
Dahlbusch: Erinnern ans Grubenunglück

Gelsenkirchen. Mit betroffenen Mienen standen sie da. Die Kumpels, Familienangehörige, Knappenvereine. Sie, die um ihre Väter, Männer, Kumpels oder Freunde trauern, die am 20. Mai vor 60 Jahren dem Grubenunglück auf der Zeche Dahlbusch zum Opfer fielen.

Mit einer Trauerprozession vom Dahlbuschpark bis zum Denkmal in der Zechenstraße begann die Gedenkfeier am Samstagmorgen in Rotthausen. Allen voran zog die Bergkapelle aus Essen, die mit tragender Blasmusik für eine feierliche, aber auch bedrückende Stimmung sorgte. Auf dem Gelände Dahlbusch, Schacht 8, begann dann die offizielle Gedenkfeier.

Unglück vs. Bombe

Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, dass das Grubenunglück aus dem Mai 1950 häufig gleichgesetzt wird mit dem historischen Einsatz der Dahlbuschbombe. Dieses Rettungsgerät wurde aber erst im August 1955 zum ersten Mal bei einem weiteren Unfall eingesetzt. Beide Unglücke waren am Samstag bei einer kleinen Foto-Ausstellung zu sehen.

Bürgermeisterin Gabriele Preuß war die erste Rednerin zu Ehren der 78 Verunglückten. Sie betonte, wie wichtig es sei, sich trotz des strukturellen Wandels auf den regionalen Ursprung, den Steinkohlebergbau, zurückzubesinnen.

Besonders ergreifend für einige wurde dann die Rede des Zeitzeugen Wilhelm Tax. Er blickte zurück auf den Morgen des 20. Mai 1960, als der Unfall während einer normalen Frühschicht auf der Zeche Hugo geschah. „Die ersten telefonischen Meldungen aus der Grube ließen Schlimmes erahnen“, sagte er. Schnell habe man das Ausmaß des Unglücks erkannt,

„Schon damals versammelten sich 100 Bürger Rotthausens vor dem Schacht, um die Opfer zu ehren“, sagte Tax.

Pfarrerin Sonja Timpe-Neuhaus nahm in ihrer Predigt auch Bezug auf die Eröffnung der Schachtzeichen. „Sie zeigen, dass das Interesse für die Geschichte und Schicksale noch immer da ist“, sagte sie. Ganz symbolisch brach dann bei einem gemeinsamen Gebet endgültig die Sonne durch die Wolken.

Abschließend durfte natürlich eins nicht fehlen - das Steigerlied: „Und da drunten im tiefen, finstern Schacht bei der Nacht, da denk’ ich dein, da denk’ ich dein“, heißt es da in der fünften Strophe. Lautstark sangen die Kumpels mit, und dachten hier nicht an die „Herzliebste“, sondern an die Verunglückten.

Melanie Meyer

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2010-05-25 12:00
Gelsenkirchen