Chris Barber musiziert frisch wie eh und je

Foto: Christoph Giese

85 Jahre alt wird der Mann im April. Aber von Müdigkeit keine Spur bei Chris Barber. Wenn man ihn so sieht auf der Bühne des Hot House Jazz Clubs im Maritim-Hotel, mit dem frischen, strahlenden Gesichtsausdruck eines Menschen, der sichtlich genießt, was er tut, dann kann man nicht anders als sich anstecken zu lassen von der guten Laune des britischen Spitzenmusikers.

Denn der Posaunist verströmt Jazz zu jeder Sekunde. Selbst, wenn er gerade mal nicht spielt und den anderen seiner „Big Chris Barber Band“ die volle Aufmerksamkeit des zahlreichen Publikums gönnt.

Dann steht Chris Barber hinten bei der Soundtechnikerin und wippt unaufhörlich mit. Zum Mitwippen taugt seine Musik ja auch bestens. Feinster Swing der 1920er und 1930er Jahre etwa, wie Duke Ellingtons fröhlicher „Jubilee Stomp“, oder auch mal ein Blues oder eine Dixienummer prägen ein unterhaltsames Programm, das eine vergnügliche Zeitreise durch den guten alten traditionellen Jazz ist.

Drei Mal Saxofon, zwei Mal Trompete, Kontrabass, Banjo, Schlagzeug sowie Posaunenkollege Bob Hunt hat Chris Barber auf Einladung von Jazz-Impresario Rolf Wagemann für diese Reise mit nach Gelsenkirchen gebracht.

Zwischendurch erzählt der Bandleader gerne die eine oder andere Geschichte. Über das letzte Stück, das gerade gespielt wurde. Oder über das nächste.

Chris Barber, der schon in den 1950er Jahren Millionenseller einspielte, dabei zuzuhören, ist aber nicht immer ganz einfach. Der Brite nuschelt und spricht auch noch leise und schnell in seinem mit britischem Akzent durchzogenen Deutsch.

In den Pausen zwischen den Sets übrigens ruht sich Mr. Barber nicht etwa aus. Nein, der Engländer geht lieber zum eigenen CD-Stand und berät die interessierte Kundschaft ausführlich zu seinen Tonträgern.