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Chansonniere gibt den Vergessenen eine Stimme

06.02.2014 | 18:46 Uhr
Chansonniere gibt den Vergessenen eine Stimme
Die Gelsenkirchener Chanson-Sängerin Magie Koreen stellt in der Neuen Synagoge ihr neues Programm vor, eine Hommage an Annemarie Hase und Stella Kadmon.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen Sie gibt den Vergessenen eine Stimme. Maegie Koreen, Gelsenkirchener Chansonsängerin und profunde Kennerin des Genres, gründete 2009 die Konzertreihe „Chanson-Café Europa – zwischen Heimat und Exil“. Im Rahmen dieser Reihe gastiert die Sängerin und Autorin am Sonntag, 23. März, um 17 Uhr in der neuen Synagoge mit Songs von zwei fast vergessenen Darstellerinnen.

Lebens- und Leidenswege

In einer Hommage an die beiden jüdischen Künstlerinnen Annemarie Hase und Stella Kadmon zeigt Koreen Lebens- und Leidensweg von Menschen auf, die während der Nazi-Diktatur gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Maegie Koreen zur Intention ihres Abends: „Nur wenn die Chansons der Verfolgten auch heute noch aufgeführt und gesungen werden, können wir der Verpflichtung der Erinnerung über Gesten hinaus wirklich nachkommen.“

Die Sängerin und Autorin, die sich nicht zuletzt durch ihre ambitionierten Claire Waldoff-Programme auch überregional einen Namen verschafft hat, will mit ihrem Projekt dazu beitragen, dass die im Widerstand und im Exil entstandene, literarische Chansonkunst nicht in Vergessenheit gerät. Dank ihrer jahrelangen Forschungsarbeit weiß die Gelsenkirchenerin: „Erschreckende Wissenslücken tun sich heute auf, wenn nach den Werken der Kleinkünstler gefragt wird, die während des NS-Regimes in die Emigration oder in Lager gezwungen wurden .“

Wer erinnert sich heute schon noch an die Berlinerin Annemarie Hase (1900-1971), die einst in den Goldenen Zwanzigern ihre Karriere als grotesk-komische Bänkelsängerin begann? 1936 emigriert sie nach London, wo sie bei der BBC auftrat und 1947 aus dem Exil in die Heimat Berlin zurückkehrte.

Koreens Songs entstanden im Exil

Oder an Stella Kadmon (1902-1989), die in Wien erfolgreich ihr Theater „Der liebe Augustin“ betrieb und 1938 nach Tel Aviv emigrierte? Maegie Koreen wird diesen beiden so gut wie vergessenen Künstlerinnen die Stimme zurückgeben, wird aus ihrer leidvollen Biografie erzählen, ihre Songs singen, die einst im Exil entstanden sind, und wird mit Hilfe von Fotoprojektionen an Lebensstationen erinnern, auch an späteres Glück der Sängerinnen.

Am Piano wird Maegie Koreen begleitet von Vlad Kalina. An diesem Abend wird Koreen auch ihre zum Programm passende CD „Kleine Bühne im Exil“ präsentieren.

Elisabeth Höving

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2014-02-06 18:46
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