CDU Gelsenkirchen sammelt für Hilfstransport

Der aus dem Irak geflüchtete Politiker Adad Zozo (53, li.), der seit Juni 2014 mit seiner Familie in Gelsenkirchen lebt, schildert in der CDU-Kreisgeschäftsstelle die Situation in seinem Heimatland. Zugleich ruft er zu Kleiderspenden auf, die er mit einem Transport, unterstützt durch seinen Sohn Kamel (20, re.) und den örtlichen CDU- Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke (m), in den Irak bringen will.
Der aus dem Irak geflüchtete Politiker Adad Zozo (53, li.), der seit Juni 2014 mit seiner Familie in Gelsenkirchen lebt, schildert in der CDU-Kreisgeschäftsstelle die Situation in seinem Heimatland. Zugleich ruft er zu Kleiderspenden auf, die er mit einem Transport, unterstützt durch seinen Sohn Kamel (20, re.) und den örtlichen CDU- Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke (m), in den Irak bringen will.
Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen.. „Das, was dort passiert, muss uns alarmieren“, sagt Oliver Wittke (MdB, CDU). In allen Ruhrgebietsstädten laufen derzeit Hilfsaktionen der CDU für die verfolgten und notleidenden Menschen in Syrien und Irak, die vor der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ flüchten. Dringend benötigt werden warme Kleidung, Schuhe, Decken und Medikamente. Die Caritas im Ruhrbistum organisiert den Hilfstransport.

Den Anstoß gab in Gelsenkirchen Kamel Zozo (54). Der Iraker hatte auf dem CDU-Bezirksparteitag über die Lage der Christen in Syrien und im Irak berichtet.

Familie Zozo wohnt in Gelsenkirchen

Auch Kamel Zozo war einst Flüchtling. 1996 verließ er aus politischen Gründen seine Heimat Irak. Er trat offen gegen den Krieg auf, den sein Land gegen den Nachbarn Iran führte. Er ist Christ und Assyrer, zählt mithin zu einer kleinen Minderheit, die es auch damals schon sehr schwer hatte im Irak. 1996 kam die fünfköpfige Familie nach Sachsen, lebte in Dresden. Im Juni 2014 zogen die Zozos nach Gelsenkirchen, wo schon Verwandte leben und erwarben hier ein Haus. Sohn Aded (20) hat nach dem Abitur eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann in einem Gelsenkirchener Autohaus begonnen.

Familie Zozo stammt aus Tesqopa, 30 Kilometer nördlich von Mossul im Südirak. In der Stadt lebten einst 8500 Menschen, „jetzt ist dort niemand mehr“, sagt Kamel Zozo. Die Bewohner flüchteten vor den IS-Terroristen in den Nordirak und befinden sich zum Großteil in Zelten in Flüchtlingslagern oder öffentlichen Gebäuden wie Schulen. Nahrungsmittel sind knapp.

Angst vor schwierigem Transpot

Die humanitäre Hilfe eile, sagt Zozo. Kürzlich ist er aus dem Nordirak zurückgekommen. Er dokumentiert den Genozid, spricht mit Augenzeugen, zeichnet Berichte auf. Irgendwann müssten die Verantwortlichen für den Völkermord vor Gericht stehen, so seine Hoffnung. Als Vertreter der Chaldäisch-katholischen Kirche hat er an das EU-Parlament appelliert, seine Aufmerksamkeit auf die Minderheiten zu lenken. Jesiden, Juden, Chaldäer – sie alle litten unter dem Terror. Angesichts der undurchsichtigen Haltung der mit dem Westen verbündeten arabischen Nachbarstaaten und des Westens selbst, fühlten sich die Christen Syriens und des Iraks im Stich gelassen, sagt Zozo. Sein Ziel ist ein friedlicher und demokratischer Irak. „Wir wollen dort aufbauen.“

Der 54-Jährige wird den Hilfskonvoi Richtung Nordirak begleiten. Angst? „Ja“, sagt er, „der Transport ist schwierig, aber das Leben der Menschen im Nordirak ist noch viel schwieriger.“