Bunte Punkte locken ins Museum

In einer Ausstellung zeigt das Kunstmuseum Gelsenkirchen  Arbeiten von Karl Duschek.
In einer Ausstellung zeigt das Kunstmuseum Gelsenkirchen Arbeiten von Karl Duschek.
Was wir bereits wissen
Das Kunstmuseum zeigt unter dem Titel „Gelb/Blau/Rot“ Werke von Karl Duschek (1947-2011).

Gelsenkirchen.. Mysterien waberten zur dunklen Jahreszeit durchs Kunstmuseum. Nun aber ist das Düstere, Geheimnisvolle und Bizarre der Ausstellung aus dem Eigenbesitz verschwunden und hat Raum geschaffen für die äußerst farbenfrohen, hellen, lichten und fröhlichen Arbeiten des Künstlers Karl Duschek (1947-2011). Unter dem Titel „Geld/Blau/Rot“ sind 14 Werke des Meisters der konkreten und der kinetischen Kunst im Erdschoss des Museums zu sehen.

Zum größten Teil schon durch die Schaufenster. Leuchtende Rechtecke und dynamische Punkte auf weißem Untergrund, eine kinetische Arbeit, ein Wandobjekt, Werke mit Gute-Laune-Faktor.

Gute Laune machen die Arbeiten auch Museumschefin Leane Schäfer und ihrer neuen Stellvertreterin Christiane Wanken. Denn die Arbeiten gehören seit letztem Jahr dem Gelsenkirchener Haus, sind eine Schenkung der Künstler-Witwe. Leane Schäfer: „Die Arbeiten ergänzen unsere Sammlung in idealer Weise und sind eine echte Bereicherung.“ Zumal das Werk von Anton Stankowski einer der Sammlungsschwerpunkte ist und Karl Duschek und Stankowski seit 1972 eng miteinander gearbeitet haben. Um diese Beziehung zwischen den beiden Künstlern und der zum Gelsenkirchener Museum sinnfällig zu dokumentieren, startet der Gang durch die Ausstellung mit den klassischen Werken Stankowskis.

Werke mit Gute-Laune-Faktor

Danach bekommt der Besucher einen beredten Einblick in Duscheks wichtige Schaffensphasen im Zeitraum von 1979 bis 2008, dem Jahr, in dem der Künstler zum letzten Mal Gast des Kunstmuseums war. Zuvor war er regelmäßig mit Ausstellungen in Gelsenkirchen vertreten. Karl Duschek, der 1947 in Braunschweig geboren wurde, erarbeitete harmonische Bildkonzeptionen wie die 1988 entstandene Arbeit „4,3,2,1, Vertikale und Pinselspitzen“, in der er punktgenau gekonnt elementare Bildpunkte auf den weißen Untergrund setzt. Er erarbeitete aber auch, ähnlich wie Stankowski, als Grafiker Firmenlogos für Unternehmen.

In der dreiteiligen Arbeit „Horizontal, vertikal, diagonal über drei Distanzen“ aus dem Jahr 1987 gehen die Grundfarben Gelb, Blau und Rot als gleichberechtigte Elemente eine gemeinsame Konstellation ein. Darstellen wollte Duschek damit allgemeine Ordnungssysteme. Diese Ordnung zeigt sich auch bei „Vier vertikale Paare, über drei und vier Felder“, in denen der Maler Rechtecke in unterschiedliche Graustufungen in eine vielschichtige Beziehung zueinander bringt.

Reizvoll, gerade beim Blick von Außen ins Museum ist eines der späteren Werke, die „Lichtkinetik“ von 2008, die mit der Reduktion der Farbe und der steten Veränderung der Elemente spielt. Ein ähnliches Konzept nutzte Duschek für eine neongrelle Wandinstallation, mit Farben, die Freude machen.