Bürgerklagen über Müll auf Schalkes Straße ebben nicht ab

Über die Situation an der Herbertstraße haben die WAZ gleich mehrere Bürgerklagen erreicht. Hier verunstaltet Sperrmüll den Gehweg.
Über die Situation an der Herbertstraße haben die WAZ gleich mehrere Bürgerklagen erreicht. Hier verunstaltet Sperrmüll den Gehweg.
Foto: WAZ
Die Klagen über Müll im Stadtgebiet Gelsenkirchen reißen nicht ab. Allerdings verweist Gelsendienste auch auf Pflichten von Hausbesitzern.

Gelsenkirchen.. Müll, die Nächste: Erneut haben sich Gelsenkirchener Bürger in Sachen Dreck und Unrat an die Redaktion gewandt, weil ihnen überquellende Tonnen, nicht abgeholte Säcke und haufenweise Sperrmüll den Blick auf ihr Quartier gehörig vermiesen.

Wildwuchs an Haltestelle

Dem Gelsenkirchener Leser Werner Frank ist der Wildwuchs an der Overhofstraße ein Dorn im Auge. Dort, in Höhe der Haltestelle, die wie der Gehweg auch von Schulkindern stark frequentiert werde, sowie nahe der kleinen Grünanlage „ist mittlerweile ein Drittel des Bürgersteigs zugewachsen.“ Zuletzt sei frisch gepflanztes Grün nicht angegangen und verrotte nun munter vor sich hin, ebenso wie jede Menge Bruchholz, das das Sturmtief „Ela“ an Pfingsten hinterlassen und noch niemand entsorgt habe. Ganz zu schweigen von achtlos entsorgten Dosen und Verpackungen drumherum. „Eine Müllkippe“, sagt Frank.

Sperrmüll an Berufsschule

Einen guten Steinwurf weiter sieht es augenscheinlich nicht viel besser aus. Anita Hofmann zum Beispiel hat sich bitter beklagt über haufenweise Sperrmüll, „der seit Mitte Dezember die Gegend verschandelt.“ Damit meint die Gelsenkirchenerin das Areal rund um die Metallberufsschule zwischen Herbertstraße und Wilhelminenstraße. Zudem „liegen da auch noch umgekippte Mülltonnen herum“, sagt Anita Hofmann, die schon seit 40 Jahren in Schalke zu Hause ist. Niemand fühle sich zuständig.

Überquellende Tonnen

Von stets überquellenden Mülltonnen an der Schwäbischen Straße 23, „die von einer Leerung bis zur nächsten auf dem Gehweg stehen bleiben, daneben abgelegter Abfall und auch solcher, der eigentlich in den gelben Wertstoffbehälter gehört“, berichtet Karl Geier. Was das Ganze noch unschöner macht: In der Nähe ist eine Kindertagesstätte und das Haus Eintracht der Amigonianer – neben vielen Kindern „tummeln sich in der Gegend schon Ratten“.

Keine Besserung ist am Imbiss an der Bismarcker Straße 126 in Sicht. Nachdem die WAZ jüngst von der Situation vor Ort berichtet hatte, hat Anwohner Gerd Peine der Redaktion erneut Bilder zugesandt, aufgenommen am vergangenen Dienstag. Zu sehen sind wieder Tonnen, die vor lauter Müll nicht zu schließen sind, daneben abgelegte pralle Mülltüten, ein Hängeschrank.

Nicht entsorgte Mülltüten

Und Angelika und Werner Kraupner haben sich in einem höflichen Brief an den Geschäftsführer von Gelsendienste Uwe Unterseher-Herold gewandt, weil daheim an der Ehmsenstraße 2 von sechs Parteien nach den Feiertagen verständlicherweise mehr Müll als gewöhnlich angefallen war, „die Müllwerker aber die Tüten vom Stapel auf dem Behältern heruntergenommen, beiseite gestellt und nicht mitgenommen haben“. In den Augen von Familie Kraupner ist das höchst kundenunfreundlich.

Gelsendienste verweist auf Pflichten der Hausbesitzer

Fixe Abhilfe, zumindest teils, versprach Tobias Heyne, Sprecher von Gelsendienste. „Über Sperrmüll an der Herbertstraße sind wir am 8. Januar anonym per Telefon benachrichtigt worden. Die Abfuhr ist veranlasst.“ Was die überquellenden Tonnen an der Schwäbischen Straße beträfe, da sei der Hausbesitzer am 2. Januar angeschrieben worden, Abhilfe zu schaffen. Gleiches gelte für die Bismarckstraße. Sprich: Die Tonnen müssen außer zur Leerung runter vom Gehweg, bei großen Müllmengen zusätzliche blaue Beutel von den Bewohnern gekauft oder eine weitere Tonne vom Eigentümer geordert werden. Er habe auch dafür zu sorgen, dass richtig getrennt werde.

Mitarbeiter dürfen übervolle Tonnen wegen Verletzungsgefahr nicht leeren

Heyne betonte mit Blick auf die Ehmsenstraße, dass aus Gründen des Schutzes die Müllwerker überquellende Tonnen nicht leeren. „Sowohl die Mitnahme von abgelegten Müllbeuteln als auch das Schütten von überfüllten Tonnen ist verboten.“ Zu groß sei das Risiko von Stich- oder Schnittverletzungen, wenn ein Sack herunterfalle und ein Mitarbeiter reflexartig danach greife oder bloß einen Sack aufhebe. Und weiter: „Reagiert ein Eigentümer nicht auf die Post, gibt es weitere Eskalationsstufen bis hin zu Ordnungsstrafen.“ Wertstoffhöfe nähmen Müll an, Sonderleerungen seien möglich, bei Sperrmüll sogar mehrfach kostenlos im Jahr.