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Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft

23.02.2011 | 18:19 Uhr
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
Leicht bekleidete Damen sind den Anwohnern des Straßenstrichs ein Dorn im Auge - vor allem tagsüber. Foto: dapd

Gelsenkirchen.   Ihrem Unmut über den Straßenstrich Adenauerallee haben bei einer FDP-Veranstaltung einige Anwohner Luft gemacht: Von öffentlichem Oralsex am hellichten Tag, von Dreck auf Parkplätzen, von obszönen Gesten war die Rede. Die FDP will am Ball bleiben.

Der Schloss-Herr übt sich in vornehmer Zurückhaltung: „Dialog Adenauerallee“ steht am Dienstagabend auf den dezenten Hinweisschildern, mit denen im Foyer von Schloss Berge der Weg zur FDP-Veranstaltung zum Thema Straßenstrich gewiesen wird. Im Dialog der FDP mit rund 20 empörten Bürgern (und Anwohnern) geht es dann aber richtig zur Sache.

Die Frage der FDP-Stadt- und Bezirksverordneten Anne Schürmann, welche Erfahrungen die Anwesenden mit den „Auswüchsen“ des Straßenstrichs gemacht haben, bleibt nicht lange unbeantwortet. „Was hier abgeht, ist unterste Schublade“, sagt eine Erlerin, die täglich mit Hund in den Berger Anlagen spazieren geht. Sie habe erlebt, wie eine Mutter mit Kind von einem Freier gefragt worden sei: „Ist das Mädchen inklusive?“

Unfall wegen eines heraushängenden Busens?

Von Freiern berichtet ein anderer Bürger, die sich am hellichten Tag („um 16.45 Uhr“) und für Passanten sichtbar oral befriedigen ließen. Von benutzten Kondomen und verschmierten Taschentüchern auf Parkplätzen rund um die Adenauerallee bis hin zur Gesamtschule Berger Feld. Vom Ärgernis mit dem wochenlang abgestellten Wohnwagen. Von obszönen Gesten der leichten Damen. Vom Bogestra-Wartehäuschen, das tagsüber als Anbahnungszentrale missbraucht würden. Und dann habe es auch noch mitten auf der Adenauerallee gebumst, sagt Anne Schürmann. Eine Prostituierte haben „ihren Busen herausgehängt“, woraufhin es drei Autos vor ihr zu einem Auffahrunfall gekommen sei, erzählt die Liberale aus eigenem Erleben.

Man ziehe nicht grundsätzlich gegen Straßenprostitution ins Feld, sondern gegen diesen Standort, begründet Schürmann noch einmal den Vorstoß der FDP. Die neue Kinderklinik, das Reha-Zentrum, das beliebte Naherholungsgebiet, Hotel und Restaurant in Schloss Berge – all das spreche gegen den Strich auf der Adenauerallee.

"Sperrbezirk durchsetzen"

„Wir brauchen Ihre Unterstützung“, appelliert FDP-Ratsfraktions-Chefin Susanne Schaperdot an die Anwesenden. Jeder Vorfall müsse künftig an Polizei oder Ordnungsamt gemeldet werden. Nur dann gebe es überhaupt eine Chance, dass die Stadt bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Einrichtung eines Sperrbezirks Adenauerallee stelle. Auch die FDP will weiter trommeln - u.a. mit dem Sammeln von Unterschriften. Diverse Beschwerden bei Polizei und Stadt habe es bereits gegeben, berichten Bürger. Tenor: Man fühle sich nicht ernst genommen. Und: Das Ordnungsreferat zeige Verständnis, habe aber im „Behördendschungel“ resigniert.

Der Abend endet mit einem Versprechen: „Wir werden alles tun, um hier einen Sperrbezirk durchzusetzen“, sagt Anne Schürmann. Die Bürger applaudieren. Nicht vornehm zurückhaltend, sondern lautstark.

Redaktion

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Kommentare
25.02.2011
11:58
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von jessiesrevenge | #12

das einizige was diese Dame will, ist ins Gespräch zu kommen. Diese Forderungen sind echt am Rande der Lächerlichkeit!
Ich lebe 27 Jahre hier in Gelsenkirchen, bin hier aufgewachsen, meine Eltern sind regelmäßig mit mir nach Schloß Berge spazieren gegangen, ich gehe auch heute ab und zu da mal mit meinen Hund. Aber ich habe da in den 27 Jahren NIE irgendwas abstoßendes gesehen. Schließlich weiß man als Gelsenkirchner wann die da stehen und wo die stehen und kann sich daher entscheiden ob man nun zwanghaft an der Straße an denen vorbeiläuft oder einfach durch den Park geht und davon gar nix mitbekommt. Im Übrigen finde ich die Besoffenen zu jeden Sommerfest da schlimmer, die pöbeln, stinken, schmeißen ihren Müll durch die Gegend um anschließend wie ne Leiche aufer Wiese zu liegen.
Auch hat noch keine Prostituierte versucht meinen Hund tot zu beissen, was man leider von manchen unerzogenen freilaufenden Hund da nicht behaupten kann.
Im Übrigen ist es mir lieber die stehen da, anstatt in einen Wohngebiet....wem stören die denn da spätabends/ nachts???? Dachte immer die meisten Bürger, wären wie ich, tagaktiv....

25.02.2011
07:17
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von dennisbartel | #11

eine Erlerin, die täglich mit Hund in den Berger Anlagen spazieren geht.
Ich bin bisher nie von SexarbeiterInnen gebissen, angesprungen oder zugebellt worden. Außerdem hinterlassen Sie keine Tretminen.

#10 hat Recht, den Strich gibt es seit Jahrzehnten. Wir haben als Blagen schon verschämt darüber getuschelt, als die Einkaufszentren in Erle noch Continent o.ä. hießen. Für wen ist der Strich eigentlich ein Problem? Für die Wertentwicklung der dortigen Immobilien?

Man ziehe nicht grundsätzlich gegen Straßenprostitution ins Feld, sondern gegen diesen Standort
Hier sagt Frau Schürmann nicht die ganze Wahrheit. So zog die FDP im letzten Kommunalwahlkampf schon gegen den Standort Bismarck ins Feld. Ziemlich unsensibel, zumal dort selbsterklärte Saubermänner bereits einen Wohnwagen der Damen dort abgefackelt hatten.

Jeder Vorfall müsse künftig an Polizei oder Ordnungsamt gemeldet werden.
Da bringt es die Schaperdot auf den Punkt. Das ist kein politisches Thema sondern gehört in die Verantwortung der betreffenden Institutionen.
Offensichtlich taugten subjektive Igittigittgefühle bisher nicht als Anlass die Polizei zu rufen.
Zu Recht. Sie taugen auch nicht für kommunalpolitische Initiativen.

Das alles erinnert ein wenig an die Bismarker Gesamtschüler die auf einer Podiumsveranstaltung sich allesamt furchtbar gefährdet durch die Zustände an der U-Bahnstation Trinenkamp fühlten.
Tatsächlich steigen diese Schüler aber Consol aus.

*seufz*
EIgentlich hätte man von liberalen Frauen erwarten können dass sie den Dialog mit allen dort Beteiligten suchen.
Das sie es scheinbar nicht tun, sagt Einiges aus über die Ernsthaftigkeit dieser Kampagne.

24.02.2011
23:49
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von TheRealThomasS | #10

Unfall wegen eines heraushängenden Busens?

Sind wir in den 50er Jahren oder war das ein 2-Meter-Teil?

Und nach Auskunft von eingeborenen Bueranern gibt es den Strich schon seit den 60er Jahren (noch ältere Leute konnte ich nicht fragen).

Was soll also dieser Aktionismus?

24.02.2011
17:21
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von knutknutsen | #9

Die alte Schürmann lässt nicht locker, was?
Erstaunlich, dass überhaupt 20 Leutchen zusammen getrommelt werden konnten.
So ein Straßenstrich mag ja ein Dorn im Auge des braven Spießbürgers sein. Mich stört er nicht. Woll sollen se denn auch sonst hin? In ein Wohngebiet? Wohl kaum.
Da stehen die Mädels schon ganz gut.
Thema beendet, Schluss aus.

24.02.2011
09:46
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von joker48 | #8

Anders bekommt die fdp keine Schlagzeilen mehr.

24.02.2011
09:42
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von Otto99 | #7

Danke für den Tipp (grins)

24.02.2011
07:13
Blockierter Kommentar.
von Loeffelrotz | #6

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24.02.2011
00:13
Blockierter Kommentar.
von knickomat | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.02.2011
00:11
Bürger machen ihrem Unmut über Straßenstrich an Adenauerallee in Gelsenkirchen Luft
von abcsagt | #4

Man ziehe nicht grundsätzlich gegen Straßenprostitution ins Feld, sondern gegen diesen Standort, begründet Schürmann noch einmal den Vorstoß der FDP.

Nun Frau Schürmann, dann erzählen sie den Lesern welchen Standort sie favorisieren.
Oder haben sie keinen in ihrem Köcher und wollen nur beweisen das es die FDP noch gibt.

23.02.2011
23:42
Blockierter Kommentar.
von WATkommichher | #3

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