BuddYs präsentieren in Gelsenkirchen ihre Schulprojekte

Im Wissenschaftspark erklärte Gian-Luca (m) von der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp die Streitschlichterausbildung an seiner Schule.
Im Wissenschaftspark erklärte Gian-Luca (m) von der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp die Streitschlichterausbildung an seiner Schule.
Foto: Funke Foto Services
BuddY e.V setzt auf individuelle Lernerfolge anstelle ausschließlich reiner Wissensabfrage in den Schulen. Am Mittwoch waren 120 BuddYs im Wissenschaftspark zu Gast.

Gelsenkirchen.. Die Zahlen, die Roman Rüdiger ins Feld führt, sind alarmierend: Bundesweit rund 20 Prozent Bildungsbenachteiligte und Jahr für Jahr 18 Prozent Schulabgänger, die als nicht ausbildungsfähig gelten. Statt das Problem an der Wurzel zu packen, hole man Arbeitnehmer etwa aus Spanien. „Das ist ein Irrsinn, in dem wir sind“, sagt der Mitbegründer und Geschäftsführer von BuddY e.V., dem Forum für neue Lernkultur.

Das Ziel des Vereins Buddy – frei übersetzt Kumpel – heiße, so Roman Rüdiger, „individueller Lernerfolg“. Vor 20, 30 Jahren sei der Bildungserfolg an angehäuftem Wissen bemessen worden. „Heute kommt es vielmehr auf die persönlichen Kompetenzen der Schüler an“, sagt Rüdiger. Kompetenzen im emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich. Die Rolle der Lehrer müsse sich ebenso ändern wie die der Schüler. Der moderne Pädagoge sei mehr als ein reiner Wissensvermittler, er sei eine Art Coach.

Schüler engagieren sich als Tutoren

Teilnehmen an, wie Rüdiger es nennt, „Deutschlands größtem privaten Reformprogramm“ können alle Schulen. Auf freiwilliger Basis, wie BuddY-Sprecherin Kathrin Stenzel ausdrücklich betont, und „nicht auf­ok­t­ro­y­ie­rt. Unsere Projekte sind Türöffner, um Schule von innen heraus zu verändern. Positive Erfahrungen sollen verstetigt werden.“ So weit die Theorie.

120 BuddYs aus ganz NRW präsentierten am Mittwoch ihre Projekt, mit denen sie aktiv ihren Schulalltag mitgestalten und so Schule verändern helfen, im Wissenschaftspark. Die Schüler engagieren sich als Tutoren, als Streitschlichter aber auch als Medien-BuddYs für ihre Mitschüler, als Lese-BuddYs oder Busbegleiter.

Schüler tauschten sich in Workshops aus

Wichtig dabei: „Sie werden von den Lehrkräften aktiv und auf Augenhöhe in den Schulalltag einbezogen“, so Kathrin Stenzel. Auch das Leibniz Gymnasium aus Gelsenkirchen war mit seinen BuddY-Projekten vertreten. Schüler und Lehrkräfte aus Duisburg, Ibbenbüren, Bielefeld, Xanten, Schwerte, Mönchengladbach, Rösrath, Salzkotten, Moers, Solingen, Nieheim, Köln, Erkrath, Düsseldorf, Plettenberg, Bonn und Oberhausen gaben sich außerdem ein Stelldichein im Wissenschaftspark. In Workshops tauschten sich die Schüler untereinander aus und bekamen so neuen Input für die BuddY-Arbeit an ihren Schulen.

Gesaamtschule Ückendorf war 2013 ein ausgezeichnetes BuddY-Vorzeigeprojekt

2013 stand die Gesamtschule Ückendorf im Fokus: 100 BuddYs wurden für ihre Projekte – Fußball-AG, Schulgarten, Kontakt zu Grundschulen, friedliches Miteinander durch Streitschlichter sowie Busbegleitung – als Vorzeige-BuddYs ausgezeichnet.

In Nordrhein-Westfalen arbeiten Schulen bereits seit 1999 mit dem BuddY-Programm. Seit Februar 2010 st BuddY offizielles Schulprogramm in NRW für alle Schulen der Sekundarstufe I im Ganztag. Seither haben 122 Schulen ein BuddY-Grundlagentraining absolviert.