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"Bonjour de la Ruhr"

01.07.2008 | 20:08 Uhr

Guy Bitan begrüßt die Kulturhauptstadt 2010 mit neuen Gitarren-Klängen.Er lässt sich (und fürs Quartett Guitartist) von prominenten Komponisten Stücke schreiben

Guy Bitan, in Tunesien geborener Franzose - mit Heimat Gelsenkirchen. Der Gitarrist plant Großes. Foto: WAZ, M. Möller

Er ist seinem Ziel "ein großes Stück näher gekommen". Die höchste Hürde sei genommen, fasst er seine bisherigen Projektschritte zusammen. Guy Bitan begrüßt die Kulturhauptstadt "Ruhr.2010" mit einem für ihn typischen "Bonjour de la Ruhr". Dahinter stecken "viel zähe Arbeit, gute Gespräche und etliche Überzeugungstaten". Zusammen mit seinen Quartett-Kollegen von "GuitArtist" - Ingo Brzoska, Peter Brekau und Ludger Bollinger - soll "ein großer Wurf" gelingen: Das Ensemble lässt sich neue Kompositionen in die Saiten schreiben.

Ja-Worte hat er bereits von Eckard Koltermann (Herne), Prof. Gerhard Stäbler (Essen), Kunsu Shim (Korea/Japan/Essen), Stefan Heucke (Bochum) und Ralf Kaupenjohann (Ensemble Draj, Bochum/Essen). Mit weiterer Prominenz auf diesem Sektor wird verhandelt. Bitan, Sprecher und Motor von "GuitArtist", das vor kurzem mit einer beachtlichen CD mit neuen Klängen aufhorchen ließ (die WAZ berichtete): "Wir haben ein besonderes Verständnis entwickelt: nämlich un- und außergewöhnliche Gitarrenmusik zu interpretieren. Auf dieser Schiene fahren wir auch bei unserem 2010-Projekt. Wir haben schon gleich bei der Reaktion der genannten Komponistengeneration gemerkt, wie genau man hinhört und dass die Partner für diesen Neutöner-Sektor offene Ohren hatten."

Sämtliche Komponisten sagten "erstaunlich schnell zu": "Wir wollen die Internationalität des Ruhrgebiets mit diesen bisher ,unerhörten' Gitarrenklängen unterstreichen. Zugleich werten wir unser Instrument auf, das meistens noch mit Pop-Liedern oder mit Wandervogel-Melodien in Verbindung gebracht wird." Dagegen sei eigentlich nichts einzuwenden, so Peter Brekau, doch die Gitarrenmusik hätte "sich faszinierend weiter entwickelt". Und das will die junge Formation erfahrener Künstler dokumentieren. Man denke auch an eine CD mit "den fünf, sechs, sieben oder acht Uraufführungen".

Die vier Musiker aus der Region vergessen über diese Gegenwartsinitiative nicht "den großen Reichtum der jahrhundertealten Gitarrenliteratur". Aber mit der engen und praktischen Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten werde "die Tür für spannende Begegnungen geöffnet - das fesselt uns extrem." HJL

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