Bogestra feiert 115. Geburtstag mit Fahrt in historischer Straßenbahn
13.01.2011 | 18:28 Uhr 2011-01-13T18:28:00+0100
Gelsenkirchen.Die Bogestra lud zu ihrem 115. Geburtstag zu einer Gratis-Fahrt in einer historischen Straßenbahn ein. Für die Gäste gab's Kuchen und Wissenswertes zur Vergangenheit des Unternehmens. Einer der Gäste saß früher selbst am Steuer des Triebwagens 40.
Bitte einsteigen! Am Donnerstag nahm die Bogestra ihre Kunden mit auf eine nostalgische - und kostenlose - Reise. Seinen 115. Geburtstag feierte das Unternehmen nämlich auf den Schienen. Mit einem waschechten ‘68er - dem Triebwagen 40 - ging es ober- und unterirdisch durch das Betriebgsgebiet des ÖPNV-Anbieters. Unterwegs gab es Nachhilfe in Sachen Technik und Geschichte.
Tonnenschwerer Oldimer
Start- und Zielort war der Hauptbahnhof in Bochum. Kurz vor 12 Uhr machte die Reisegesellschaft dann im Hauptbahnhof Gelsenkirchen Halt. Und dann musste es schnell gehen. Denn ein paar Minuten hing man dem Fahrplan schon hinterher. Also schnell die Türen auf, Geburtstagskuchen nach draußen auf den Haltesteig gebracht und für die vielen Kameras angeschnitten. Wer mitfahren wollte, musste sich sputen. „Sind die Türen alle zu? Abfahrt!“ - schon setzte Walter Seibel den tonnenschweren Oldtimer auf Schienen wieder in Bewegung. Nächster Halt: Musiktheater.
Einer der Fahrgäste saß selber mal am Steuer des TW 40. Heinz Thofern (78) war von 1955 bis 1993 bei der Bogestra (Bochumer Gelsenkirchener Straßenbahnen) beschäftigt. „In den ersten vier Jahren war ich Schaffner. Von 1959 bis 1986 dann Fahrer. Die letzten Jahre habe ich meinen Dienst bei der Ausfahrt in Bochum verrichtet“, sagte der Rentner, der es vorzog, während der Geburtstagsfahrt zu stehen. Vom Hauptbahnhof aus ging es über die Haltestelle Musiktheater bis zum Depot an der Hauptstraße und zurück.
"Alte Hasen" und "gute Geister"
An Bord der alten Straßenbahn waren Mitglieder der VhAG, der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft der Bogestra. „Alte Hasen“ wie Kurt Weber, Jürgen Haarkamp oder Horst Schöpe versorgten die Passagiere mit Informationen aus der Vergangenheit. „Unser ,Geschichtslehrer’ Andreas Halwer ist leider krankgeworden“, erklärte Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann, der sich um so mehr über die „guten Geister der VhAG“ freute.
Auch Hannelore Brockmeyer (61) aus Wattenscheid, geboren in Gelsenkirchen, war Gast auf der mobilen Party und konnte sich noch gut an die Fahrten zwischen den Stadtteilen in ihrer Kindheit und Jugend erinnern. „Unterirdisch ist aber nicht so schön. Das gab’s früher nicht“, sagte sie. Für Heinz Thofern war die Nostalgier-Rundtourahrt sogar eine Jungfernfahrt: den Tunnel hatte er noch nie von innen gesehen.
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einen kleinen Film mit den alten Bogestras gibt es unter dieser Webadresse:
http://de.sevenload.com/videos/GmGm5Rg-Meterspur-im-Ruhrgebiet