Bildungsauftrag der Grundschulen in Gelsenkirchen gefährdet

Grundschulklassen sind voller denn je. Schulplanung ist angesichts unkalkulierbarer ER-Zuwanderun
Grundschulklassen sind voller denn je. Schulplanung ist angesichts unkalkulierbarer ER-Zuwanderun
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Gelsenkirchener Stadtverband Erziehung und Bildung hat einen Brandbrief an die Bildungsministerin geschrieben. Die Kernforderung: Kleinere Klassen.

Gelsenkirchen..  Den Bildungsauftrag der Grundschulen sieht der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Gelsenkirchen gefährdet. Und schrieb – gemeinsam mit anderen VBE-Stadtverbänden in NRW – einen Brandbrief an die Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Die Forderung: Die Lerngruppengröße müsse deutlich gesenkt werden, um eine dreijährige Schuleingangsphase zu sichern. Derzeit seien die Klassenobergrenzen an vielen Grundschulen erreicht, auch durch die Beschulung von Zuwanderer- und Flüchtlingskindern ohne Deutschkenntnisse. Das für manches Kind nötige dritte Jahr in der Eingangsphase sei vielerorts nicht mehr möglich, weil die Klassenkapazität erschöpft sei.

Bereits im Mai 2015 verabschiedete der Personalrat der Stadt eine Resolution, in der kleinere Klassen und bessere Ausstattung für die Grundschulen gefordert wurden, um die Benachteiligung einer ganzen Generation von Schülern zu verhindern.

Gemeindehäuser in Schulnähe für Unterricht nutzen

Handlungsbedarf sieht auch Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck. Er hatte selbst bereits im Landtag vorgeschlagen, Kinder, denen Sprach- und kulturelle Kenntnisse für die Schule fehlten, vor der offiziellen Schulzeit in – an der Grundschule angesiedelten – Klassen an die Schule heranzuführen. Eine Art „Einstiegs-Förderklassen“ als Übergangsregelung schwebt ihm vor. „Die Kinder kurz vor der Schule noch an die Kita zu gewöhnen, macht wenig Sinn. Es ist besser, sie an die Schule heranzuführen.“

Dies würde seiner Überzeugung nach die anderen Klassen in der Schuleingangsphase entlasten. Wo möglich, werde man Räume in schulnahen Gemeindehäusern nutzen. Eine Absenkung der Lerngruppengröße, so Beck, sei wünschenswert, aber derzeit unrealistisch. Ohnehin müsse diese das Land definieren. Und die Umsetzung dürfte schwierig werden; es fehlt an Räumen und Lehrern. Dass Lehrer und Erzieher derzeit extrem belastet seien, sei unbestritten, räumt er ein.