Bei InnovationCity gibt’s Zoff
13.10.2010 | 19:21 Uhr 2010-10-13T19:21:00+0200
Gelsenkirchen/Herten.Es gibt Zoff bei InnovationCity: Die gemeinsame Bewerbung von Herten und Gelsenkirchen stößt bei einigen Konkurrenten des Städte-Tandems sauer auf. Zu üppig seien die Bewerbungsunterlagen und dann auch noch in zu kleiner Schrift.
Mit bunten Luftballons unter blauem Himmel empfingen Gelsenkirchen und Herten am Mittwoch auf der Zeche Westerholt die Jury, die die fünf InnovationCity-Finalstädte bereiste. Doch jetzt beschwert sich die Konkurrenz über die Bewerbung des Städte-Tandems.
Zu üppig – 110 statt der erlaubten 60 Seiten – sei die Doppelstadt-Bewerbung und dann auch noch in zu kleiner Schrift „mit besonders schmalen Buchstaben“, beklagen sich die Baudezernate von Bochum, Bottrop, Essen, Mülheim in einem Schreiben an die Organisatoren des vom Initiativkreis Ruhrgebiet ausgelobten Wettbewerbs um die Klimaschutz-Modellstatt im Revier.
Den Schuh, dass sich das Tandem Gelsenkirchen/Herten nicht an die Formalia bei der Bewerbung für die möglicherweise milliardenschwere InnovationCity gehalten hat, muss es sich anziehen, ein Büßerhemd aber nicht. Für die Entscheidung der Jury dürfte das ohnehin keine Rolle spielen. Als ob Schriftgrößen wichtig seien, wenn es um die Bewertung der besten Konzepte für modellhaftes Umsetzen von Klimaschutz geht. Mag sein, dass sich die Bauderzernate der anderen Städte mit ihrer Mäkelei nur absichern wollen, falls Gelsenkirchen/Herten „unfairerweise“ den Zuschlag bekommen sollten. Denn das Städte-Tandem steht selbstbewusst und engagiert zu seiner Bewerbung, hat vielleicht auch mehr dafür investiert als andere. Vor allem werden beide Städte einer Bewerbungsbedingung gerecht: Sie wollen, dass die Bürger mitmachen. Und dazu müssen die wissen, um was es geht.
Das sei kein „fairer“ Wettbewerb mehr, mokieren sich die Klageführer und zürnen zudem darüber, dass Gelsenkirchen und Herten ihre Bewerbung öffentlich gemacht und gar ins Internet gestellt haben. Außerdem lebten im Modellgebiet nicht wie gefordert 50 000 Einwohner, sondern 79 000, was auch noch über der möglichen Spannbreite von maximal 70 000 liege.
„Anschwärzerei“
Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und Hertens Bürgermeister Ulrich Paetzel bleiben angesichts der „Anschwärzerei“ der Revierkonkurrenz bemerkenswert sachlich und halten den Ball flach: Sie „bedauern es ausdrücklich, dass im Rahmen der Bewerbung derzeit offenbar eher über Formalia als über Inhalte diskutiert wird“. Intern fallen andere Begriffe: „Kinderkram“ etwa. Auf Oberbürgermeister-Ebene war der Vorstoß der anderen Städte bisher kein Thema. Es habe auch keinen Vorabhinweis gegeben, heißt es.
Flugs hat man in beiden Städten die in der Tat aufwendig gestaltete Bewerbungsmappe all der Grafiken und Bilder entledigt, die bei den anderen Städten in einem üppigen Anhang extra angefügt waren. Und siehe da: Der reine Fließtext endet bei Seite 58. Und für die mit den lesbareren Grafiken verständlichere Fassung habe man die höhere Seitenzahl „bewusst in Kauf genommen“, um die Bewerbung auch der Öffentlichkeit zugänglich und für sie verständlich zu machen“, erklären Baranowski und Paetzel.
Bürgernähe und Bürgerbeteiligung
Stichwort Öffentlichkeit: Gerade in der geforderten Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sehen Gelsenkirchen und Herten eine der Stärken ihrer Bewerbung. „Dann wollen wir die Bürger auch informieren“ , stellte Baranowski gegenüber der WAZ klar. Die Pressekonferenz vergangene Woche habe man mit dem Initiativkreis abgestimmt. „Es gab kein Einwände“, ergänzt Paetzel.
Beim Initiativkreis blieb man auf WAZ-Nachfrage gelassen: Zwar hieß es in einer Antwort an die Klageführer, dass die Veröffentlichung „nicht in unserem Sinne“ gewesen sei, Bewertungen seien aber Sache der Jury: „Wir mischen uns nicht ein:“
08:21
@ #2 von gelsenkirchener , am 13.10.2010 um 22:54
Wenn es lächerlich wäre, sich über Formalia aufzuregen, könnte man die doch gleich weglassen ?
Oder ?
...Da wäre es eleganter inhaltliche Konkurrenz zu üben. OK, aber wir in GE sind wahrscheinlich einfach besser ;-)
Inhaltlich gesehen, *grins* bunte Bilder, Werbebroschüren, aber keine der angeforderten Zahlen, Fakten, Berechnungen. *lol*
So macht das ganze mehr den Eindruck, als wären sich die Macher vorher schon sicher gewesen, dass sie den Zuschlag bekommen.
Und als Gelsenkirchener würde ich mich jetzt mal fragen, woher das Geld für die Bewerbung gekommen ist. Wenn ich mir das Machwerk so anschau, geschätzter mittlerer 5-Stelliger Bereich, und garantiert nicht von städtischen Angestellten erstellt. Sagen wir mal so 30-50000 €.
Hätte man auch nützliche Sachen mit machen können.
Aber ihr habt es ja. *LACH*
08:07
einfach peinlich. Peinlich für Gelsenkirchen_Herten, da ein Fehler passiert ist, peinlich für InnovationCity Ruhr, da bisher anscheinend kein Kommentar zu hören ist. Den noch Stadtchefs Baranowski und Paetzel muss klar sein, dass sie für einen Skandal gesorgt haben, der das ganze Projekt Innovation City in Mitleidenschaft zieht. Heute ließt man, dass sie eine neue Version (ohne Grafiken etc) nachreichen (schon nicht schlecht???) - ein NO-GO!!! Für die Bürger aller beteiligten Städte tut es mir Leid, und eine Entschuldigung seitens der beiden oben genannten Herren wäre angebracht. Vorbild können diese beiden Städte nicht sein, EU-Mittel werden ausgeschüttet, und den beiden Herren müsste klar sein, dass, sollte das Unerwartete passieren, Anwälte plötzlich aufs Parkett kommen.....bitte, Bürger aus Herten und Gelsenkirchen: Laßt es nicht so weit kommen, das der Wettbewerb noch weiter geschädigt wird. Und bitte an Innovation City Ruhr: ein Kommentar wäre auch schon mal hilfreich! Und bitte an die anderen Städte: einfach jetzt auch mal die Jury ihre Arbeit machen lassen....
08:03
einfach peinlich. Peinlich für Gelsenkirchen_Herten, da ein Fehler passiert ist, peinlich für InnovationCity Ruhr, da bisher anscheinend kein Kommentar zu hören ist. Den noch Stadtchefs Baranowski und Paetzel muss klar sein, dass sie für einen Skandal gesorgt haben, der das ganze Projekt Innovation City in Mitleidenschaft zieht. Heute ließt man, dass sie eine neue Version (ohne Grafiken etc) nachreichen (schon nicht schlecht???) - ein NO-GO!!! Für die Bürger aller beteiligten Städte tut es mir Leid, und eine Entschuldigung seitens der beiden oben genannten Herren wäre angebracht. Vorbild können diese beiden Städte nicht sein, EU-Mittel werden ausgeschüttet, und den beiden Herren müsste klar sein, dass, sollte das Unerwartete passieren, Anwälte plötzlich aufs Parkett kommen.....bitte, Bürger aus Herten und Gelsenkirchen: Laßt es nicht so weit kommen, das der Wettbewerb noch weiter geschädigt wird. Und bitte an Innovation City Ruhr: ein Kommentar wäre auch schon mal hilfreich! Und bitte an die anderen Städte: einfach jetzt auch mal die Jury ihre Arbeit machen lassen....
07:58
einfach peinlich. Peinlich für Gelsenkirchen_Herten, da ein Fehler passiert ist, peinlich für InnovationCity Ruhr, da bisher anscheinend kein Kommentar zu hören ist. Den noch Stadtchefs Baranowski und Paetzel muss klar sein, dass sie für einen Skandal gesorgt haben, der das ganze Projekt Innovation City in Mitleidenschaft zieht. Heute ließt man, dass sie eine neue Version (ohne Grafiken etc) nachreichen (schon nicht schlecht???) - ein NO-GO!!! Für die Bürger aller beteiligten Städte tut es mir Leid, und eine Entschuldigung seitens der beiden oben genannten Herren wäre angebracht. Vorbild können diese beiden Städte nicht sein, EU-Mittel werden ausgeschüttet, und den beiden Herren müsste klar sein, dass, sollte das Unerwartete passieren, Anwälte plötzlich aufs Parkett kommen.....bitte, Bürger aus Herten und Gelsenkirchen: Laßt es nicht so weit kommen, das der Wettbewerb noch weiter geschädigt wird. Und bitte an Innovation City Ruhr: ein Kommentar wäre auch schon mal hilfreich! Und bitte an die anderen Städte: einfach jetzt auch mal die Jury ihre Arbeit machen lassen....
22:54
naja.
Das mag die Jury ja gerne bemängeln, aber als Wettbewerber ist es doch eher lächerlich, sich über Formalia aufzuregen.
Wenn die Auslober klare Grenzen ziehen, dann sicher nicht, weil die Wettbewerber öffentlich rumnölen.
Da wäre es eleganter inhaltliche Konkurrenz zu üben. OK, aber wir in GE sind wahrscheinlich einfach besser ;-)
20:16
In der freien Wirtschaft ist ein Mißachtung formaler Ausschreibungskriterien ein absoluter Ausschlussgrund. Wenn Herr Baranowski das als Kinderkram bezeichnet, dann zeugt da nur von seiner mangelnden Einsichtfähigkeit in die Notwendigkeit eines fairen Wettbewerbs: Die anderen Städte haben sich an die Kriterien offenbar gehalten und deren Bürger werden jetzt ggf. dafür bestraft, dass die dortigen Stadtverwaltungen so dumm waren, fair zu spielen. Wenn Herr Baranowski glaubt, dass das egal ist, wird er seine Stadt im Revier nur noch weiter isolieren.