Awo-Vorstandsmitglied lässt Amt ruhen

Und noch eine vorläufige persönliche Konsequenz in der Affäre um die Jugendamtsspitze: Hans-Jürgen Meißner, seit 1971 Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, ehrenamtlich aktiv und zuletzt Beisitzer im Awo-Unterbezirksvorstand, wird auf eigenen Wunsch seine Awo-Ehrenämter vorerst ruhen lassen. Das teilte Awo-Vorsitzender Jochen Brunnhofer am Freitag mit. Meißner habe sich demnach zu diesem Schritt entschlossen, „um den Eindruck einer Kollision zwischen privaten Interessen und seinen ehrenamtlichen Awo-Funktionen auszuschließen“.

Im Nachgang zur Ausstrahlung des Monitor-Beitrags am 30. April sei der Name Jürgen Meißner im Rahmen der Sachverhaltsklärungen aufgetaucht und habe, so Brunnhofer, aus Meißners Sicht diesen Schritt notwendig gemacht. Meißner, Jahrgang 1946 und Pensionär, war früher selbst beim Jugendamt der Stadt Gelsenkirchen beschäftigt.

Der jetzt ins Visier geratene freigestellte stv. Jugendamtsleiter Thomas Frings lässt nach seinem Ehrenamt als Vize-Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes inzwischen auch sein Vorstandsamt beim Paritätischen ruhen. Stichwort Kinderschutzbund: Dessen ehemalige Vorsitzende soll nach WDR-Informationen den Vertrag mit unterzeichnet haben, der die Abrechnung für die von Alfons Wissmann und Thomas Frings in Ungarn gegründete Neustart kft durch den Kinderschutzbund regelt.

Die Mitarbeiterin der städtischen Erziehungsberatungsstelle habe aber nach eigenen Worten nicht gewusst, was sie seinerzeit unterschrieben habe. Sie ist nun im Rahmen der Aufklärungsarbeit innerhalb der Verwaltung zur Stellungnahme aufgefordert.

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