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WAZ-Serie

Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe

12.11.2009 | 14:36 Uhr

Gelsenkirchen. Die neue WAZ-Serie stellt Institute in Gelsenkirchen vor: Den Anfang macht das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets. Hier kommen Ärzte, Biologen und Laboranten Krankheitserregern auf die Spur. Aktuell suchen sie auch nach der Schweinegrippe.

Wenn vom vorweihnachtlichen Festschmaus ein bedrückendes Gefühl in der Magengegend bleibt, gibt es im Anschluss bisweilen ein Arztbesuch als Dessert. Doch bis der Mediziner die unangenehme Diagnose - beispielweise eine Durchfallerkrankung - stellen kann, ist es ein weiter Weg.

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Und der führt in vielen Fällen ins Hygiene-Institut des Ruhrgebiets, genauer in die Abteilung Labormedizin. Wenn Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte oder Unternehmen Blut-, Stuhl- oder Urinproben zur Untersuchung einreichen, landen diese oft im Gebäudekomplex an der Rotthauser Straße. „In über 65 Prozent aller Diagnosen und Behandlungen fließen die Ergebnisse labormedizinischer Untersuchungen mit ein”, sagt Dr. Astrid Dirkes-Kersting, Geschäftsführerin des Instituts. Die „starke regionale Ausrichtung” des Hygiene-Instituts, sorgt dafür, dass vor allem Proben aus Gelsenkirchen und dem nördlichen Ruhrgebiet ausgewertet werden.

Im Juli gab es bis zu 200 Schweinegrippe-Tests

Und das ist auch notwendig: Ärzte sind bei ihrer Arbeit zunehmend auf die Laborergebnisse angewiesen - auch aktuell, bei der Schweinegrippe. „Momentan haben wir bis zu 80 Proben täglich”, sagt Dirkes-Kersting beim Gang durch die Serologie. Hier werden die Proben von Patienten untersucht, die befürchten, sich mit dem Influenzavirus H1N1 infiziert zu haben. „Schweinegrippe wird über Nasen- oder Rachenabstriche nachgewiesen”, erklärt die Leiterin und ergänzt: „Ein sehr empfindliches und sicheres Verfahren.” Noch könne das Institut die eingereichten Proben bewältigen: „Während des Ausbruchs der Schweinegrippe im Juli und August hatten wir bis zu 200 Fälle täglich.”

Um in Zukunft mehr Proben in einem kürzen Zeitraum untersuchen zu können, leistete sich das Hygiene-Institut, „die höchste Einzelinvestition in der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte”, sagt Astrid Dirkes-Kersting. Nach fast einjähriger Planungs- und Bauphase läuft ein neues „Automatisationssystem” seit Anfang Oktober. Dabei handelt es sich um das zweite System in ganz Deutschland, in Nordrhein-Westfalen ist es sogar das erste.

Das mehrere Meter lange Gerät wirkt wie eine Mischung aus Miniaturfließband und Spielzeugeisenbahn und funktioniert auch ähnlich: Die Kulturplatten, kleine Plastikschälchen auf denen später die Bakterienkulturen gezüchtet werden, fahren auf dem Band vollautomatisch zu der Mitarbeiterin, die Proben von Patienten „ausstreicht”. „Früher mussten wir das alles in Handarbeit machen”, erinnert sich Dirkes-Kerting.

Bakterien wachsen bei 37 Grad

Die angelegten Bakterien werden nun in die Brutschränke gefahren, wo sie bei sommerlichen 37 Grad wachsen sollen. Nach einigen Stunden fertigt das Gerät von allen Proben Fotografien an, die die Mitarbeiter des Instituts nun vergleichen und auf Befunde untersuchen können. In der Regel wird nach Durchfallerregern und multiresistenten Keimen gesucht, spektakuläre Funde - wie etwa Typhus - sind selten, kommen aber vor.

Die Befunde gehen dann direkt an die Mediziner, die den Patienten die Diagnosen mitteilen - nach ein zwei bis drei Tagen herrscht meist Klarheit. Das Ergebnis kann für den Patienten Erleichterung aber auch Schock sein: Das Hygiene-Institut untersucht Blutproben nicht nur auf Alkohol oder andere Rauschmittel, sondern auch auf aggressive Krankheiten wie Hepatitis und HIV.

„Das ist für uns ganz normal und emotionslos”, stellt Leiterin Astrid Dirkes-Kersting klar. Medizinische Routine, die ohne die Nähe zum Patienten auskommt - die Proben sind lediglich mit einer Nummer versehen, einen Namen tragen sie nicht.

Neue WAZ-Serie: "Institute in Gelsenkirchen"

Die „Stadt der 1000 Feuer” - so wurde Gelsenkirchen lange wegen der in der Nacht glühenden Hochöfen genannt. Kohle und Stahl als tägliches Brot. Heute hat der Strukturwandel dazu geführt, dass zahlreiche zukunftsträchtige und innovative Ideen und Projekten Wurzeln schlagen. In der neuen WAZ-Serie „Institute in Gelsenkirchen” wollen wir Ihnen, liebe Leser, zeigen, welche Pflanzen unter dem Deckmantel der Wissenschaft in Ihrer Stadt wachsen.

Janis Brinkmann

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Kommentare
13.11.2009
07:31
Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe
von B.Schmitz | #5

Liebe Medien, ihr könnt euch die Artikel über Schweinegrippe sparen. Es glaubt sowieso niemand daran. Das Thema Schweinegrippe hängt einem zum Halse raus.

Schon im Buch Moses stand: Wer suchet der findet. Sucht mal schön weiter nach einem Virus der künstlich herbeigeführt wurde.

13.11.2009
00:29
Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe
von Anna Luehse | #4

In Saudi-Arabien gibts Zwangsimpfung fürs Hatschi-Fest. Wollte Ulla 2005 nicht auch mal sowas? Da hatten wir die pandämonische Vogelgrippe, weltbedrohend rummutierend, wie üblich.

Wer glaubt eigentlich den WHO-Pharmapanikmachern noch?

12.11.2009
23:10
Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe
von PeerQuastt | #3

Es ist langsam gut mit der Panikmache. Ihr werdet euer Gift schon los.
Macht doch mal eine Kampagne über Fußpilz, der ist in etwa genauso gefährlich wie die Verblödungsgrippe.

12.11.2009
22:37
Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe
von Impfen ist für den Arsch | #2

Man Leute, immer noch nicht kapiert ?
Die Schweinegrippe Erreger kommen aus den gleichen Laboren, indem der Impfstoff hergestellt wurde.
Zählt 1 und 1 zusammen.
Im letzten Jahr hieß das Ding noch Vogelgrippe. Im nächsten Jahr vielleicht Kuh - Grippe.
Das ist wie in der Meteorologie, da gibt man allen Wettererscheinungen einen Namen, damit die Menschen sich das besser merken können.
Nicht anderes ist das hier.
AIDS wurde auch im Labor gezüchtet und frei gesetzt.
Nennt mir bitte einen Grund, warum die Menschheit Jahrtausende Überleben konnte und heute angeblich von Pandemien bedroht ist ?
Natürlich hat es Epidemien wie die Pest und die Pocken gegeben, ABER man muss sich die Lebensbedingungen der Menschen dabei betrachten. Die Pest hat nicht aufgehört zu existieren weil es einen Impfstoff gab, sondern weil die hygienischen Bedingungen verbessert wurden.
In erster Linie haben Kanalisationen bzw. Abwassersysteme dafür gesorgt.
oder innerhalb von Kriegsjahren oder der Zeiten der Not sind Menschen immer anfällig gegen Seuchen. Wie gesagt, nicht der Impfstoff ist es der etwas verändert hat, sondern die Verbesserung der Lebensbedingungen.
Leider profitieren so viele (einschl. Medien) von einer Impfkampagne, dass der Eindruck ei anderer ist.
Soweit zur Behauptung für die Menschen

12.11.2009
12:21
Auf der Suche nach dem Erreger der Schweinegrippe
von Günter Leppert | #1

Ohne zustimmung des Patiente ist ein HIV Test nicht zulässig!!!
Wie vereinbaren Sie das mit dem Gestz??

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