Auch Gladbecks Jugendamtsleiterin soll in Gelsenkirchen gehört werden

Kurz vor Sitzungsbeginn im Ratssaal des Hans-Sachs-Hauses.
Kurz vor Sitzungsbeginn im Ratssaal des Hans-Sachs-Hauses.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Um die Verquickung des ehemaligen Jugendamtsleitung, der Neustart Kft in Pecs sowie dem Kinderheim St. Josef aufzuklären, wurde Freitag beschlossen, wer Auskunft geben soll.

Gelsenkirchen.. Lang und teils zäh war die zweite Sitzung des Ausschusses zur Untersuchung von Fehlverhalten im Kontext der Gelsenkirchener Jugendhilfe. Neuigkeiten, die über die bekannten Vorwürfe gegen den ehemaligen Jugendamtsleiter Alfons Wissmann und seinen Vize Thomas Frings auf der einen und die ehemalige Leiterin des Kinder- und Jugendheims St. Josef in Trägerschaft der St. Augustinus Heime GmbH auf der anderen Seite hinausgehen, kamen nicht ans Licht.

Das könnte sich allerdings ändern, wenn der eine oder die andere von der am Freitag beschlossenen Liste involvierter Namen der Einladung zu den nächsten Sitzungen folgen würde. Die Grünen hatten mit ihren schriftlichen Anträgen, Klaus Brings (im Jugendamt als Teamleiter für den Bereich Entgeltvereinbarungen/Wirtschaftliche Jugendhilfe tätig) und Dirk Hausberg (ehemaliger Mitarbeiter im Kinderheim St. Josef) für eine Befragung einzuladen, die Wunschliste eröffnet.

Rechtsdezernent Schmitt weist Vorwurf zurück

Mündlich nachgetragen wurden etwa Alfons Wissmann und Frau, Thomas Frings, St. Augustinus-Geschäftsführer Peter Weinberg, Veronika Liebenow als ehemalige Kinderschutzbundvorsitzende, Jürgen Meißner (Ex-Jugendamtsvize), die Jugendamtsleiterin der Stadt Gladbeck, Agnes Stappert, und – Tibor Gonda, Hauptanteilseigner des Reiterhofs Tekeres.

Ein Kommentar von Inge Ansahl

Nicht auf der Einladungsliste steht allerdings Klaus Brings. Der Befragung eines städtischen Mitarbeiters stehe die Fürsorgepflicht des Oberbürgermeisters als Dienstvorgesetztem entgegen, erklärte Rechtsdezernent Dr. Christopher Schmitt. „Eine Befragung durch diesen Aussschuss übt auf den Mitarbeiter erheblichen Druck aus“, so Schmitt. Der Personalrat der Stadt habe den Antrag der Grünen bereits postwendend beim OB beklagt. Was für die Grünen „ja mal gar nicht geht, dass wir keinen Mitarbeiter der Verwaltung fragen dürfen“, merkte Fraktionsvorsitzender Peter Tertocha an. Und setzte nach: „Was gar nicht geht, ist, Dirk Hausberg nach Eingang des Grünen-Antrags zwei Tage vor dem Sitzungstermin zum Gespräch einzuladen.“ Das klinge nach Beeinflussung, so Tertocha. Ein Vorwurf, den Schmitt „aufs Schärfste“ zurückwies. „Unterstehen Sie sich, noch einmal einen solchen Vorwurf gegen mich zu erheben.“

Als Rechtsdezernent sei es seine Aufgabe, die Vorgänge aufzuklären. Er habe Hausberg bereits beim Gütetermin Gresch kennen gelernt und da bereits ein weiteres Gespräch avisiert. Der Mann, um den es ging, saß auf der Besuchertribüne. Und hätte sofort Auskunft geben können – und wollen – über „geschönte“ Stichtagsbelegungzahlen, dass „der LWL bewusst betrogen wurde“ und wie das Überbelegungssystem, das er von innen kennen gelernt hat, funktionierte . . .