Auch Bandscheibenzellen könnten bald transplantiert werden

Dr. Bülent Cetinkaya, leitender Arzt für spezielle Unfallchirurgie, widmete sich in seinem Vortrag der Vorbeugung von Stürzen im Alter. Denn diese haben häufig schlimme Folgen. So verliert ein Drittel der Menschen, die sich den Schenkelhals brechen, die Selbstständigkeit, ist fortan pflegebedürftig.

Der Mediziner riet vor allem zu ausreichend Bewegung und einer Kräftigung der Muskulatur. Im häuslichen Umfeld gehe es zudem darum, alles sicher zu gestalten. „Man sollte Sturzgefahren beseitigen, für eine geeignete Beleuchtung sorgen und Haltegriffe im Bad anbringen.“ Auch zu Hüftprotektoren riet Cetinkaya. „Das ist eine verstärkte Unterwäsche.“ Um der weit verbreiteten Osteoporose entgegen zu wirken, müsse man auch auf die Ernährung und eine ausreichende Kalziumzufuhr achten.

Liegt dennoch eine Verletzung vor, speziell an der Wirbelsäule, ist der Weg ins Krankenhaus oft unerlässlich, erklärte Oberarzt Dr. Christoph Ballhorn. Er stellte die bekannteste Erkrankung der Wirbelsäule, den Bandscheibenvorfall, in den Mittelpunkt. Der Verschleiß dieser „Stoßdämpfer“ sei kaum aufzuhalten. Auch hier hält die Zukunft, soviel sei bereits absehbar, große Fortschritte bereit. So werde sicher bald ein Transplantationsverfahren von Bandscheibenzellen in Krankenhäusern Einzug halten. Bereits heute ist ein Ersetzen der Bandscheiben durch Hydrogel-Implantate möglich. „Allerdings im Moment noch nicht für die Masse der Patienten“, so Ballhorn.