Atmosphäre bei "Rock im Revier"-Premiere noch ausbaufähig

"Rock im Revier" 2015: Die Stimmung vor den Bühnen ist gut – die Gesamt-Atmosphäre aber ausbaufähig.
"Rock im Revier" 2015: Die Stimmung vor den Bühnen ist gut – die Gesamt-Atmosphäre aber ausbaufähig.
Foto: Funke Foto Services/Sebastian Konopka
Was wir bereits wissen
Das Zwischenfazit nach zwei Tagen Rock im Revier in der Veltins-Arena: Stimmung vor den Bühnen gut, Zuspruch und Atmosphäre deutlich ausbaufähig.

Gelsenkirchen.. Die ersten zwei Tage Rock im Revier waren hart und laut. Einen fetten Ausklang soll es am späten Sonntagabend noch einmal mit Weltstars in der Arena geben: KISS liefern musikalisch ihre Visitenkarte ab.

Sänger Gene Simmons, der Mann mit der XXL-Zunge und der Dämonen-Maske, hat es dabei in der Veltins-Arena gegen die TV-Konkurrenz von Tatort und Co. sicher leichter als „Muse“ am Samstag gegen die Pokalfinalisten in Berlin und die lokale Konkurrenz vor Ort. Limp Bizkit lieferten zeitnah zuvor ein erstklassiges Set auf der Open-Air-Bühne auf dem Parkplatz P7, der Boom-Stage. Einige tausend Besucher machten sich natürlich erst danach auf die kurze Wanderschaft zum Standortwechsel.

Rock im Revier Immerhin: Über 40 000 Dreitages-Tickets wurden insgesamt verkauft. Die Veranstaltung in der Arena war für 48 000 Besucher genehmigt.

Keine bekannten Lärmbeschwerden, keine besonderen Vorkommnisse, „nichts was berichtenswert wäre“ – das Zwischenfazit der Polizeileitstelle fällt Sonntag beschaulich aus. Von Bundesliga-Spieltagen ist man hier anderes gewohnt. „Die Stimmung ist sehr gut. Das ist ein dankbares Publikum. Alles funktioniert hier wie wir uns das vorgestellt haben“, betont Markus Seidl. Der Rennbahnmanager hat dabei natürlich vor allem das Camp auf der Trabrennbahn im Blick. An die 7000 Besucher haben dort ihr Mobillager aufgeschlagen. Und auch Gelsentrab-Eventmanager Uwe Küster ist positiv überrascht von der Premiere; „Das ist ja eine Tüte Gemischtes, die man kriegt, aber alle haben sich im oberen Drittel unserer Erwartungen verhalten, das sind nette Leute“. Was bleiben wird, ist zunächst intensive Rasenpflege, um das Terrain im Geläuf nach dem Abzug der Camper wieder aufzubereiten.

Großer Andrang bei Metallica

Die Bogestra fuhr in kurzer Taktfolge Zubringer-Busse zwischen Trabrennbahn und Arena-Gelände. Auch hier, so der allgemeine Eindruck, lief es reibungslos. „ÖPNV-mäßig ist der erste Aufschlag für Rock im Revier gut gelaufen“, ist Unternehmenssprecher Christoph Kollmann sicher. „Freitag mit Metallica war eine größere Herausforderung, weil wir da im Liniendienst normalerweise auch noch mehr Straßenbahnen im Einsatz haben.“ Der Eindruck: Die Bahnen und Busse waren kurzzeitig gut gefüllt, aber nie überlastet.

Bei Mit-Veranstalter Fred Handwerker ist der erste Eindruck entsprechend „äußerst positiv. Die Bands werden gut angenommen, die Abläufe und der Sound passen, alles geht sehr entspannt. Und die Leute, die das sind, feiern es.“ Mit den Zuschauerzahlen zeigt sich Handwerker „für das erste Mal zufrieden“. Besonders die Bang-Stage in der Emscher-Lippe-Halle sei für ihn „ein Gewinner“ gewesen. Aber, räumt er ein, wir machen uns natürlich schon Gedanken, wie wir das Festival atmosphärisch besser in den Griff bekommen und prüfen, was man anders machen kann.“