Asphaltdecke für die Erzbahntrasse in Gelsenkirchen

Bereits asphaltiert ist der Radweg von der Erzbahntrasse zur Himmelstreppe, nun sollen weitere Abschnitte folgen.
Bereits asphaltiert ist der Radweg von der Erzbahntrasse zur Himmelstreppe, nun sollen weitere Abschnitte folgen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
ADFC sagt zu den Plänen: „Es ist höchste Zeit.“ Die Wegdecke hält der Nutzung nicht stand. Alle zwei Jahre steht eine kostspielige Sanierung an.

Gelsenkirchen.. Der Regionalverband Ruhr (RVR) plant, die Erzbahntrasse von der Pfeilerbrücke bis zur Zoom Erlebniswelt über eine Gesamtlänge von 3218 Metern zu asphaltieren. An zwei Stellen führt der Fahrradweg über Gelsenkirchener Stadtgebiet: zwischen Pfeilerbrücke und Elfriedenstraße und zwischen Grimbergstraße und der Zoom Erlebniswelt. Das sind insgesamt 443 Meter Fahrradweg; die anderen 2775 Meter führen über Herner Stadtgebiet.

Weniger Aufwand für den Unterhalt

Der Regionalverband begründet die Baumaßnahme damit, dass die Unterhaltung der asphaltierten Strecke weniger aufwändig ist und die Wegequalität „im Hinblick auf die hohe Frequentierung“ (RVR) verbessert wird. Die (bislang) wassergebundene Wegedecke halte der intensiven Nutzung nicht stand; das gehe zulasten des Fahrkomforts und erfordere mindestens alle zwei Jahre eine kostspielige Sanierung.

In Herne regt sich Protest gegen die Asphaltierung, weil ein Teilstück im Landschaftsschutzgebiet „Landschaftspark Pluto“ liegt. Anders in Gelsenkirchen. Dort ist man begeistert.

Zumindest der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) sieht den Plänen positiv entgegen. „Als Fahrradfahrer bin ich ausgesprochen erfreut“, sagt Klaus-Dieter Lenz, zweiter Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes Gelsenkirchen. Zwar könne er die Bedenken in Herne verstehen (in Gelsenkirchen gab es 2012 ähnlichen Protest gegen die Asphaltierung des Emscher-Park-Radweges), „aber der Zustand der wassergebundenden Decke lässt doch einiges zu wünschen übrig.“

Gefährliche Piste mit Schlaglöchern

Klaus-Dieter Lenz ist die Strecke vor wenigen Tagen noch gefahren. Sein Fazit: „Es gibt mittlerweile so viele Schlaglöcher, dass es für nicht versierte Radfahrer fast lebensgefährlich ist, dort her zu fahren.“ Bedenken, dass mit der Asphaltierung zu viele Fahrradfahrer und Inliner die Route nutzen könnten, hält Lenz für unbegründet. Auf der Trasse seien eher Spaziergänger, Hundebesitzer und Jogger unterwegs. „Viele Inliner sehe ich nicht.“

Mit den Arbeiten will der RVR möglichst im März/April 2015 beginnen. Der Einbau der 8 bis 10 Zentimeter dicken Asphalttrageschicht und einer circa drei Zentimeter dicken Asphaltdeckschicht verlangt Mindesttemperaturen. „Ziel ist aber, die Arbeiten in den für Flora und Fauna ‘ruhigeren’ Monaten auszuführen“, heißt es beim RVR.

Dem ADFC Gelsenkirchen kommt ein zeitiger Baubeginn entgegen. „Es wird höchste Zeit, dass die Trasse saniert wird“, so Lenz. Im Frühjahr beginnt die Radfahr-Saison.

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