Asphaltdecke für die Erzbahntrasse
23.12.2011 | 08:59 Uhr 2011-12-23T08:59:00+0100
Gelsenkirchen. An der Aktion scheiden sich die Geister: Der Regionalverband Ruhr lässt in Ückendorf den Emschertal-Radweg asphaltieren. Kritiker fürchten, dass dort eine Rennpiste entsteht.
Sie sind die beliebtesten Radwege der Region – und derzeit nicht benutzbar. Der Regionalverband Ruhr (RVR) saniert und asphaltiert dieser Tage einen rund 7,5 Kilometer langen Abschnitt auf dem Emscherpark Radweg von der Halde Rheinelbe bis zum Westpark in Bochum. Und sorgt damit nicht nur für zufriedene Gesichter.
Während sich die einen freuen, dass der Fahrkomfort für die Radfahrer deutlich erhöht wird und zudem ganz neue Nutzer (z.B. Inline-Skater) den Weg auf die Trasse finden werden, ärgern sich andere über die baulichen Veränderungen. Sie verstehen etwa nicht, warum der naturnahe Schotterweg durch eine versiegelte Fläche ersetzt werden muss und fürchten im Zuge der neuen Nutzung vermehrt Konflikte der verschiedenen Gruppe auf dem dann recht schmalen Weg.
Asphaltierung könnte Rennfahrer anlocken
„Es ist ja jetzt bereits so, dass es an schönen Sommertagen oder auch an Feiertagen dort sehr voll wird. Ich sehe die Notwendigkeit nicht, diese Strecke derart auszubauen“, sagt Michael Buch, der als Jogger häufig auf der Trasse unterwegs ist. RVR-Sprecher Jens Hapke verteidigt die Maßnahmen: „Ob Skater überhaupt beginnen, die Strecke zu nutzen, müssen wir abwarten und können erst im Frühjahr eine erste Aussage dazu treffen. Es war für uns jetzt aber an der Zeit, die Wegdecke zu erneuern“.
Mehr als zehn Jahre sei die schon drauf – und die wassergebundenen Wegdecken seien auf lange Sicht wesentlich teurer als ein asphaltierter Weg. Grundsätzlich ist der Ückendorfer Michael Buch begeisterter Nutzer der Wege, sieht aber mit der Baumaßnahme weitere Gefahren heraufziehen. „Ist die Strecke erstmal asphaltiert, wird sie natürlich auch für ambitionierte Rennradfahrer attraktiv. Dann ist das Radfahren für Kinder auf der Strecke sehr gefährlich und das Unfallrisiko erhöht sich sicherlich“, sagt Buch.
Kernzielgruppe Radfahrer
Das erlebte er einst am eigenen Leib, als er mit seinen Kindern an einem Wochenende für eine Radfahr-Übungsstunde auf die Trasse wollte. „Es war da schon so viel los, dass wir das wieder abbrechen mussten.“ Außerdem, so Buch, werde die Strecke mit dem Asphaltbelag für Läufer weniger attraktiv, da die bisherige, gelenkschonende Wegdecke verschwinde.
„Insgesamt wird sich der Fahrkomfort deutlich erhöhen. Unsere Kernzielgruppe sind die Radfahrer, die die Strecke inzwischen zu jeder Jahreszeit stark nutzen. Es wäre zu teuer, die wassergebundene Wegdecke immer wieder zu erneuern. Außerdem kann sie dem Nutzeraufkommen nicht mehr standhalten“, erläutert Hapke.
Teuer wird es aber auch so. Der derzeit laufende Bauabschnitt von der Halde Rheinelbe bis zur Pfeilerbrücke in Herne-Wanne kostet schon 400 000 Euro, die Sanierung der gesamten 7,5 Kilometer wird den RVR 800 000 Euro kosten. Finanziert wird das aus Mitteln des RVR und des Landes Nordrhein-Westfalen.
13:30
Endlich. Ich find es gut...
12:29
Es ist keine Geldverschwendung wie von uecke04 schreibt.
Geldverschwendung sind eher die z.T. überdimensionierten Straßen in GE, die zu vielen Autofahrern das bequeme Fortkommen sichern.
Die Folgen eines autozentrierten Lebensstils kosten der Allgemeinheit infolge Gesundheits- u Umweltschäden etliches mehr als die wenigen Radwege.
Und kommen mir nicht so viele mit Arbeitswegen, die nur mit Auto gehen. Habe jeden Tag wechselnde Einsatzorte in Rhein-Ruhr. Geht auch ohne Auto, wenn man will - nicht für alle aber für mehr als es jetzt der Fall sind.
Es geht nicht darum, dass Radwege schlecht sind - im Gegenteil! Ees geht darum, dass die wunderbaren Rad- und Wanderwege der Trasse aus meiner Sicht ohne Sinn aspaltiert werden und somit wieder ein Straßencharakter geschaffen wird - dort, wo Wege durch die Natur führten. Geldverschwendung ist das aus meiner Sicht allemal, denn es funktionierte bisher auch anders.
12:06
Genau- warum entsteht immer so verrückte Fronten...die Kritiker können die Strecke ja jedes Früjahr selber neu Absplitten und neu einwalzen. Ist doch toll, daß die Strecke so gut angenommen wird, daß sie jetzt asphaltiert werden muss...und wenn Sie dann auch noch für Rollerblader interessant wird, um so besser. Ich fahre seit 30 Jahren intensiv Fahrrad und habe noch nie einen Fußgänger auch nur berührt-geschweige denn ein Kind. Mit gegenseitiger Rücksicht geht alles! Natürlich gibt es Rücksichtslose in allen Bereichen. Es ist aber egal, ob die zu Fuß, auf dem Rad oder mit Skatebord unterwegs sind. Ein Ärgerniss sind die immer, manchmal auch eien Gefahr. Soll man denn alle Maßnahmen nur auf diese paar Deppen ausrichten? Dann braucht man gar nichts mehr machen. Damit hätten die sich durchgesetzt, und alle anerern müssten aus Vorsicht zu Hause bleiben.
Sorry, aber Sie haben leider sas Thema verfehlt. Vor 30 Jahren gab es diese Trasse nicht. Außerdem musste sie bisher auch nicht jedes Jahr neu gesplittet werden. Tatsache ist, dass es jetzt schon schwierig ist, an sehr belebten Tagen mit Kindern (Fahranfängen) sich sicher auf der Trasse zu bewegen - ich befürchte einfach, dass dies in Zukunft noch schlimmer wird. Auch wenn Sie persönlich so rücksichtsvoll sind und noch nie einen Fußgänger berührt haben, andere sind es leider nicht. Noch was: Es muss erlaubt sein, seine Meinung zu vertreten, auch wenn Sie es anders sehen.
10:55
Jetzt geht das "Genöle" schon wieder los. Sich einfach zu freuen das der Weg asphaltiert wird geht anscheinend nicht. Bei gegenseitigen " R e s p e k t " der Jogger, Radfahrer ect. dürften keine Probleme entstehen.
RESPEKT bedeutet auch, dass man anderen Menschen gewährt, eine andere Meinung zu vertreten. Ich sehe einfach keine Notwendigkeit, einen Weg, der durch die Natur führt, zu aspahltieren - Straßen haben wir tatsächlich genug, die Trasse hat(te) ihren eigenen Charme und funktionierte bisher auch so wunderbar. Das hat nichts mit Genöle zu tun. Außerdem geht es nicht nur um Radler, sondern auch um Fußgänger, Jogger, walker, hundeführer etc.
09:22
Die Aktion des RVR ist Geldverschwendung pur - während sich in Gelsenkirchen, Bochum, Herne die (Auto-)Straßen als Schlaglochpisten präsentieren, werden Rad- und Wanderwege asphaltiert, die bisher beste Dienste leisteten. Aus meiner Sciht wurde so mal knapp eine Million vergeudet - da dürfen die Kommunen dann auch nicht jammern ...
am Zollvereinweg kann man sehr wohl erkennen dass Asphaltierung komfortabler ist und obendrein kostengünstiger ist wie Herr Hapke erläutert. Wenn man den Radfahrern keinen Asphalt gönnt seh ich nicht ein, warum ich mit meinen Steuern den vielen rücksichtslosen Autofahrern sanierte Asphaltdecken bezahlen soll. Schlaglochpisten müssen denen dann auch genügen und verhindert die im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Raserei der Autofahrer. Wenn ich als Radfahrer keinen Asphalt bekommen soll - dann die Autofahrer auch nicht - Gleiches Recht für alle!!!