Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 8°C
Schalke macht Schule

Arena-Ferien mit Kamera

12.07.2012 | 18:56 Uhr
Arena-Ferien mit Kamera
Johannes (16) war einer der Schüler, der beim Filmprojekt als Kameramann fungierte.Foto: Jan Dinter

Gelsenkirchen.   Für die erste schulfreie Woche hatte das Projekt „Schalke macht Schule“ ein Filmangebot gemacht. Das Ergebnis ist Werbung für Zivilcourage in Königsblau und Schwarzgelb.

Was im Drehbuch steht, ist schon harter Stoff. Eine versuchte Vergewaltigung haben die Jugendlichen sich für ihren Film über Zivilcourage ausgedacht. Mit Happy End freilich, bei dem ausgerechnet ein Dortmund-Fan einem Schalke-Mädchen auf der Toilette der Veltins-Arena aus der Klemme hilft. 27 Jugendliche nehmen bis einschließlich heute, Freitag, an der Ferienaktion des Projekts „Schalke macht Schule“ teil.

Die 13- bis 17-Jährigen haben freie Hand bei ihrem Film. In drei unterschiedlichen Workshops haben sie in jeweils fünf Einheiten gelernt, worauf es bei Schauspiel, Regie/ Drehbuch und Kamera/ Technik ankommt. „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, reißt ein Dutzend der teilnehmenden Jugendlichen in der Nordkurve die in königsblau gekleideten Arme in die Luft. „Guckt Ihr mal runter zu Muetin? Muetin ist das Fußballspiel“, bekommt die Schauspiel-Gruppe die Anweisung von Schalke-TV-Redakteur Kai Regnitter, der für den Kamera/ Technik-Workshop zuständig war.

Erster Besuch in der Arena

„Den Film haben die Mädchen und Jungen selber erarbeitet. Unter Anleitung werden ihre Ideen umgesetzt. Das ist schon harte Arbeit, sie müssen sich konzentrieren“, sagt Regnitter und an Teilnehmer Mirko (15) gewandt: „Warst Du zufrieden? War der Ton okay?“ Der junge Bueraner nimmt die Kopfhörer ab, die mit dem großen Mikrofon verbunden sind, und bejaht. Die Anfangsszene ist im Kasten.

Bei der nächsten Szene ist Mirko aus Buer dann für die Kamera zuständig. In der Veltins-Arena war der filmbegeisterte Schalke-Fan vorher noch nie. Dafür war sein erster Besuch dort gleich ein intensiver: ein Spiel konnte Mirko zwar nicht beobachten, dafür gab es für die Jugendlichen aber eine Führung durch die Arena.

Zivilcourage als zentrales Thema

Rehabilitationspädagoge Daniel Deimel ist für das Projekt „Schalke macht Schule“ verantwortlich: „In den sonst wöchentlich üblichen Projektwochen mit Schulgruppen von der 7. bis zur 10. Klasse haben wir auch den Kampagnen-Film ,Schwarzfahrer’ geschaut und besprochen. So langsam konnte unser Team den ganzen Film mitsprechen. Da hatten wir die Idee, einen neuen Film zu machen, den wir auch selber drehen.“ So entstand das Ferienprojekt.

Während des ersten Treffens mit den Teilnehmern habe sich dann schnell das Thema Zivilcourage herauskristallisiert, ausgehend von der Grundfrage des Ferienprojekts „Was ist Diskriminierung ?“. Von der Einladung von Schalke macht Schule angesprochen fühlen konnten sich Jugendliche aus Gelsenkirchen und Umgebung (und Hongkong).

"Die Story ist realistisch"

„Sechs unterschiedliche Geschichten haben die Jugendlichen sich im Drehbuch-Workshop ausgedacht“, erklärt Moritz Gutscher, der den Workshop betreute. „Dann haben wir uns gemeinsam überlegt, welche Geschichte sich am besten für ein Skript eignet.“ Und das war die von dem 24-jährigen BVB-Fan Philipp, der nach dem Derby die 14-jährige Schalke-Anhängerin Marlene auf der Arena-Toilette in eine Kabine drückt und bedrängt. Ein anderer Dortmunder kommt dem Mädchen in letzter Sekunde zu Hilfe und hält den Täter fest, bis die Polizei eintrifft.

Die Schauspieler haben in ihrem Workshop Körper- und Stimmübungen gemacht, um den brisanten Inhalt glaubhaft rüberzubringen. „Die Story kann so passieren, sie ist realistisch“, sagt Daniel Deimel. Hoffentlich bleibt sie Fiktion.

Tobias Mühlenschulte



Kommentare
Aus dem Ressort
15 Millionen Euro Schaden durch Ela in Gelsenkirchen
Sturmschäden
Bei der ersten Sitzung der Stadtochter Gelsendienste zog Betriebsleiter Uwe Unterseher-Herold eine Zwischenbilanz. Demnach hat die Stadt für die Dienste von bis zu 13 Fremdfirmen bislang 850 000 Euro aufgebracht – 1,5 Millionen Euro könnten es – geschätzt – werden.
Maler stellt Schalke-Spieler als tierische Mannschaft dar
Kunst
Der Kunstmaler Wolfgang Nocke ließ sich von Schalkes Jahrhundertelf zu einem ganz besonderen Werk inspirieren. Tiere in königsblauer Kluft symbolisieren die Erfolgs-Kicker. Die so entstandene Büttengrafik mit dem Titel "Königsblau", gibt’s bei zwei Buchhändlern in Gelsenkirchen zu kaufen.
Kradfahrer übersteht lange Rutschpartie in Gelsenkirchen
Unfall
Einen großen Schutzengel und offensichtlich auch gute Schutzkleidung besaß laut Polizei ein 26 Jahre alter Motorradfahrer aus Herten, der Mittwoch in Gelsenkirchen-Erle mit seinem Zweirad stürzte und über 110 Meter weit über den Asphalt rutschte. Er wurde nur leicht verletzt.
18-Jähriger gibt Randale in Gelsenkirchen zu
Polizei
Nach einem Zeugenhinweis hat die Polizei Gelsenkirchen randalierende Jugendliche gestellt. Die vier Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren wurden beschuldigt Mülltonnen umgeworfen und Gullydeckel ausgehoben zu haben. Ein 18-Jähriger Duisburger gesteht, eine Schranke zerbrochen zu haben.
14-jährigem Gelsenkirchener das Handy geraubt
Polizei
Opfer eines Raubes wurde ein 14-jähriger Junge aus Gelsenkirchen am Dienstag (15.30 Uhr), der auf dem Rad seinen Hund ausführte. Ziel war der Park an der Virchowstraße im Stadtteil Ückendorf. Er verfolgte die Täter, verlor sie aber aus den Augen.
Umfrage

Im Essener Folkwang-Museum denkt man derzeit über freien Eintritt für die Besucher nach - zumindest samstags. Im Gelsenkirchener Kunstmuseum gilt schon längst an allen Tagen: Eintritt frei. Auch ins Horster Schloss kommt man für wenige Euro in die sehenswerte historische Schau. Was meinen Sie, sollte der Eintritt zu Museen generell frei sein?

 
Fotos und Videos
Das Revier bewirbt sich um die Akademie
Bildgalerie
Sparkassen-Akademie
Holi-Festival in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
WAZ-Leser besichtigen Spedition
Bildgalerie
Transportunternehmen