Arbeitskreis begleitet Gutachten

Consol leuchtet wieder. Aber was braut sich unter der Erde zusammen? Ein Gutachten soll das klären.
Consol leuchtet wieder. Aber was braut sich unter der Erde zusammen? Ein Gutachten soll das klären.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen.. Dr. Gerhard Ruppel (58), Leiter des städtischen Umweltreferates, ist sozusagen die personifizierte Kontinuität. Er sorgt sich um Sondermüll.

Schon in den Jahren 1991 bis 1996, als gefährlicher Sondermüll auf Hugo/Consol in den Bergwerken verklappt wurde, saß der Diplom-Geograph in dem Arbeitskreis, der sich mit den Einlagerungen beschäftigte.

Demnächst wird er in dem Landesarbeitskreis sitzen, der das von Düsseldorf beauftragte Gutachten „begleitet“. „Wir haben nicht auf eine Einladung gewartet, sondern sind auf die Landesregierung zugegangen“, macht Ruppel keinen Hehl aus der Interessenslage der Stadt Gelsenkirchen.

Gutachten mehrmals verschoben

Es geht um 1,6 Millionen Tonnen „bergbaufremde Abfälle“, eingelagert zwischen 1991 bis 1996 in elf Steinkohlebergwerken, davon eben 280.000 Tonnen auf Hugo/Consol. Die RAG bekam dafür Geld. Im Laufe der Jahre wurden Schwermetalle wie Cadmium und Blei, PCB, Dioxine und Furane eingelagert, unter anderem auch 1000 Tonnen Dioxin-belastete Rückstände eines Brandes auf Hugo im Juni 1996.

Welche Auswirkungen hat diese Verklappung unter Tage auf Mensch und Umwelt? Diese Frage stellte der städtische Umweltausschuss bereits im Oktober 2013. Antworten soll das Gutachten liefern, das die Landesregierung bereits im Herbst 2013 auf den Weg bringen wollte, aber mehrmals verschob. Teil 1 soll nun im März 2015 vergeben werden und ausschließlich die Einlagerungen am Standort Haus Aden/Monopol (Bergkamen) ergründen. Dort liegt der Hof des Landwirtes, der auf seinen Feldern Rückstände von Grubenwasser entdeckt hat. Teil 2 analysiert, welche Gefahren von den Abfällen auf Hugo/Consol (Stadtgebiet Gelsenkirchen) und Walsum (Stadtgebiet Duisburg) ausgehen können.

Neue Bewertung

Dr. Ruppel malt kein Schreckensszenario für die Region. Er vermeidet das Wort Schadstoffe, spricht vielmehr von „nicht natürlichen Stoffen“. Dennoch ist seine Forderung für den Arbeitskreis deutlich: „Diese Stoffe dürfen nicht in den für Bürger zugänglichen Naturkreislauf kommen.“

Das Gutachten soll klären, wie die damalige Genehmigungsfähigkeit heute zu bewerten ist. Es geht auch darum, „das gehobene Grubenwasser auf nicht natürliche Stoffe zu untersuchen“ (Ruppel). Denn mit dem Ende des Bergbaus sollen – so die Absicht der Ruhrkohle AG – die Gruben nicht mehr leer gepumpt werden und volllaufen.

In den gefluteten Schächten könnten gelöste Schadstoffe bis in oberflächennahe Erdschichten gelangen und das Grundwasser gefährden. Die Frage ist: Reicht die bisherige Kontrolle der Grubenwässer aus?