Aquarelle erinnern an ferne Landschaften

Die 84-jährige Gelsenkirchener Malerin Rita Theis stellt im Domizil des Gelsenkirchener Künstlerbundes an der Bergmannstraße Aquarelle aus den letzten Jahrzehnten ihres Schaffens aus.
Die 84-jährige Gelsenkirchener Malerin Rita Theis stellt im Domizil des Gelsenkirchener Künstlerbundes an der Bergmannstraße Aquarelle aus den letzten Jahrzehnten ihres Schaffens aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die 84-jährige Malerin, Grafikerin und Galeristin Rita Theis ist seit 45 Jahren Mitglied im Bund Gelsenkirchener Künstler. Der widmet ihr nun eine Einzelausstellung.

Gelsenkirchen.. Sie ist ein Unruhegeist, eine stets interessierte, lebhafte, aufgeschlossene, vielseitige und vor allem reisefrohe Künstlerin. Rita Theis ist eine „Madame unterwegs“. So titelt nun auch der Bund Gelsenkirchener Künstler die Ausstellung, die der 84-jährigen Malerin und Grafikerin gewidmet ist. Gerne unterwegs ist Rita Theis bis heute. Und kreativ ohnehin.

Für die neue Ausstellung im Domizil des Bundes an der Bergmannstraße 53 wünschte sich die Künstlerin eine Rückschau auf ihr Aquarellwerk, das sie seit ihren kreativen Anfängen sehr gepflegt hat. „Keine Reise ohne Block und Aquarellfarben“, erinnert sich die Frau, die mit dieser Einzelausstellung auch für 45 Jahre Mitgliedschaft im Künstlerbund Gelsenkirchen geehrt wird. Der wurde im Jahre 1950 aus der Taufe gehoben. 1970 trat Rita Theis, in der Nähe von Papenburg geboren, ein. Ab 1982 übernahm sie den Vorsitz der Künstlergemeinschaft für ein Jahrzehnt lang, engagierte sich von 1990 bis 2000 als stellvertretende Vorsitzende und seitdem als Ehrenvorsitzende.

Abstraktion beherrscht die Malerei

Das Schaffen der Malerin steht vor allem im Zeichen der Abstraktion, auch der konkreten Kunst, der klaren Farben und Formen.

So mag sie nun mit der aktuellen Schau so manchen Besucher überraschen. Weit über 30 Aquarelle dokumentieren im Domizil die Schönheiten der Natur in aller Welt. „Madame unterwegs, so nannte mich mal ein Künstlerkollege“, lacht Rita Theis, wenn sie sich an die zahllosen Begegnungen auf ihren vielen Reisen quer durch die Welt erinnert. Allein im polnischen Leba nahm Theis an elf Kunst-Symposien teil, besuchte immer wieder das Land und seine Künstler.

Rita Theis malt immer direkt in der Natur

Andere Bilder erinnern in unterschiedlichsten, üppigen Naturtönen an Studientouren durch Griechenland, die Türkei, Spanien, die Karibik. Nuancen in Blau, Grün und Erdtönen dominieren die Räume, Bilder, die Fernweh erzeugen, die aber auch von der Ruhe und Idylle der unberührten Natur erzählen. Rita Theis malt immer direkt in der Natur, nie nach Fotos, hält die sich vor ihren Augen entfaltenden Landschaftsimpressionen fest.

Die schnell aufs Blatt gesetzten zarten Kompositionen, die flüchtigen Farben laden den Betrachter zum Spaziergang durch vertraute und ferne Landschaften ein. Fernweh und Reiselust treiben die 84-Jährige, die auch eine Galerie betreibt, bis heute um. Sie ahnt, woher sie diese Liebe zum Reisen hat: „Mein Großvater war Lokomotivführer. Mit ihm habe ich schon als Kind den Atlas studiert.“

Die Ausstellung „Madame unterwegs“ wird am Sonntag, 19. April, um 11 Uhr im Domizil des BGK an der Bergmannstraße 53 eröffnet. Für den musikalischen Rahmen sorgt Norbert Labatzki.

Die über 30 Aquarelle werden bis zum 7. Juni zu sehen sein. Öffnungszeiten: samstags von 14 bis 17 Uhr.