Anwohner in Gelsenkirchen sehen noch Hindernisse

130 Wohneinheiten werden in Gelsenkirchen-Ückendorf auf ehemaligem Sportplatzgelände gebaut.
130 Wohneinheiten werden in Gelsenkirchen-Ückendorf auf ehemaligem Sportplatzgelände gebaut.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Weniger Lärm und Verkehrsberuhigung. Stadt Gelsenkirchen hatte zur Anhörung in den Wissenschaftspark eingeladen. Im Stadtteil Ückendorf ist der Bau von 130 Wohneinheiten geplant.

Gelsenkirchen.. Es ist bei Anhörungen üblich, dass viel kritisiert und auch geschimpft wird. Anderes war sicherlich auch nicht zu erwarten bei der Anhörung im Wissenschaftspark. Die Stadt hatte eingeladen, um über kleinteilige Änderungen im Bebauungsplan 319 zu informieren. Etwa 80 Bürger, darunter fast ausschließlich Anlieger, wollten mehr erfahren.

Der Plan betrifft das Baugebiet südlich der Almastraße, dort, wo einst Kicker auf zwei Sportplätzen dem Ball nachjagten. Gebuddelt wird bereits, der Baugrund aufbereitet. Die Erschließung soll bis September dauern, ehe mit dem Bau von 130 Wohneinheiten begonnen wird.

Der rechtskräftige Bebauungsplan besteht bereits seit 2004. Die Flächen hat Aurelis erworben, als Bauträger arbeiten die Unternehmen Vista und MBM. Vista will den ursprünglich als öffentliche Grünfläche vorgesehenen Bereich im nordöstlichen Teil als Wohnbaufläche nutzen. Damit soll die Konzeption der angrenzenden Wohnbebauung ergänzt werden. Als Ausgleich wird der Grünzug, der das gesamte Neubaugebiet durchläuft, in einem Teilbereich verbreitert. Am südwestlichen Rand des Bebauungsplans sollen vier Reihenhäuser mit Gärten und einer kleinen Garagenanlage entstehen. Vorgesehen war ursprünglich eine Reihenhauszeile mit privater Grünfläche, Garagen und Stellplätzen.

Kein Ausdruck von Kinderfreundlichkeit

Ende des Jahres, so glaubt Christoph Schwarte von der städtischen Projektentwicklung, werde der neu bearbeitetet B-Plan dem Rat vorgelegt. Danach liegt er erneut aus, Bürger haben vier Wochen Zeit, ihn einzusehen. Für den abschließenden Satzungsbeschluss will die Verwaltung auch die eingehenden Änderungswünsche bewerten. Erwartet wird er in der ersten Jahreshälfte 2016.

Bewohner befürchten mehr Lärm durch zusätzliches Verkehrsaufkommen auf der Bergmannstraße. Ein Problem sehen sie auch in dem nur 1,50 Meter breiten Wirtschaftsweg an den Gartengrundstücken. Um ihn auf drei Meter zu erweitern, müssten sich alte und neue Eigentümer einig sein. Drei Hauseigentümer könnten ihr Haus über den Garten gar nicht mehr erreichen, weil Garagen der neuen Nachbarn direkt an ihr Grundstück angrenzen. Ihnen bleibt vermutlich nur der Weg, den zukünftigen Hauseigentümern ein Teilgrundstück abzukaufen.

Prüfen will die Verwaltung, ob die Almastraße als komplette 30-km/h-Zone ausgewiesen werden kann. Kritisch sehen manche die zu geringe Ausweisung an Spielflächen. Spielstraßen seien kein Ausdruck von Kinderfreundlichkeit. Als verkehrspolitischen Witz bezeichneten Anlieger den Querschnitt der Grollmannstraße. Gefühlte 50 cm stünden Fußgängern auf dem Gehweg zur Verfügung. Ein Anwohner resigniert schon heute: Es werde später keinen Vermarkter mehr interessieren, wenn sich die Wohnqualität auf der Hohenfriedberger Straße nach der Bebauung durch zunehmenden Verkehr verschlechtert habe.