Antrag auf Sarrazins Ausschluss
03.09.2010 | 18:25 Uhr 2010-09-03T18:25:00+0200
Gelsenkirchen. Die Personalie „Thilo Sarrazin“ hat nun auch offiziell Gelsenkirchen erreicht: Die SPD Hassel-Süd hat für den Parteitag am 22. September den Antrag gestellt, vom Bundesvorstand den Parteiausschluss Sarrazins zu fordern.
Dieser symbolische Schritt sei unter den Mitgliedern kontrovers diskutiert worden, sagt Ortsvereins-Chef (und Partei-Vize) Reinhard Ostermann auf WAZ-Anfrage. „Die Entscheidung ist aber mit großer Mehrheit gefallen.“ Initiiert worden sei dieser Antrag von einem Vorstandsmitglied mit Migrationshintergrund.
Die SPD-Vorsitzende Heike Gebhard geht davon aus, dass diese Art „Willensbekundung“ der Hasseler Genossen eine sehr große Mehrheit erhalten wird. „Ich habe das Gefühl, dass sich die Partei in dieser Sache von unten bis oben einig ist“, sagt die Landtagsabgeordnete. Für die Art und Weise von Sarrazins Äußerungen sehe sie keine Grundlage innerhalb der SPD. „Die biologistische Argumentation ist völlig verfehlt.“ Sarrazin habe keinen Diskussionsbeitrag geleistet, sondern das Klima vergiftet. Diese Ansicht teilt auch Reinhard Ostermann.
Darüber hinaus weist Ostermann zurückl, dass in Hassel, einem Stadtteil mit einem hohen Anteil türkischer Migranten, besonders große Probleme mit der Integration bestünden. „Es gibt bei uns schon lange intensive Bemühungen um Integration. Wir haben hier gewachsene Strukturen“, sagt Reinhard Ostermann und verweist unter anderem auf den „Runden Tisch“ im Ortsteil.
In Hassel lebe und arbeite man zusammen. Natürlich gebe es den einen oder anderen Türken, der sich nicht integrieren wolle. „Das gibt es aber auch unter Deutschen“, so Ostermann.
Den Austritt Sarrazins hat am Freitag auch die Gelsenkirchener SPD-Projektgruppe Migration (ProMi) gefordert. „Seine Äußerungen haben rassistische, antisemitische Züge, sind inakzeptabel und mit den Werten wie Freiheit, Gleichheit, Solidarität nicht vereinbar“, erklärt ProMi-Sprecher Sinan Akin.
Thilo Sarrazin füge der Partei nicht nur irreparablen Schaden zu, sondern er konterkariere die Integrationsdebatte und mache einen konstruktiven Dialog unmöglich. „Wir glauben nach wie vor an einen Aufstieg durch Bildung. Darum wollen und werden wir weiterhin für die Chancengleichheit aller unabhängig von der Rasse, Herkunft, Religion etc. kämpfen“, sagt Akin. Da Sarrazin nicht mehr die Ideale der SPD vertrete, sei „ein unverzüglicher Parteiausschluss nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar dringend vonnöten“.
20:15
Liebe Tante SPD,
ich habe Dich schon immer gemocht. Selbst als Anfang der 90er Du ideologisch alles auf Rot gesetzt hattest, war meine Grundsympathie geblieben. Als Papa Kohl von Enkel Schröder abgelöst wurde, war ich höchst erfreut. Zu dieser Zeit war ich in Ermangelung wirtschaftspolitischer Alternative ein Anhänger von Cousine Merkel, die sich allerdings auch eher als Fähnchen im Winde zeigte. Und nun das! Wem wollen wir denn noch alles als demokratische Volkspartei den Mund verbieten? Clement, Sarrazin und wem noch? Die Frage gilt auch Cousine Merkel. Mir gefällt sehr, was der SPD-Altvordere Klaus von Dohnanyi heute in der Süddeutschen schreibt. Bekanntlich kein Revolverblatt und er kein Revolverheld. Wer mag und sich eine durchaus kritische Betrachtungsweise der Diskussion zutraut, dem sei der Link www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-thilo-sarrazin-feigheit-vor-dem-wort-1.996129
empfohlen und möglicher Weise sehr hilfreich.
Liebe Grüße
Franz Przechowski
19:25
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19:04
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09:30
Überlegt euch bitte was integrieren bedeutet. Dann werdet ihr schnell merken, dass es viele Jugendliche mit urdeutschen Eltern gibt, die dieser Bedeutung nicht entsprechen.
Integrieren heißt nicht nur deutsche Sprache, Job und Pass. Es heißt auch Anstand und Höflichkeit!
09:16
Wenn in Hassel alles in Ordnung ist,( ich lach mich weg), dann sxchläft der ostermann an der Wand. Ich würde sagen, weg mit Ihm.
05:51
Ich wußte noch gar nicht, daß man sich als Deutscher hier integrieren muss.
Immerhin haben Sie es selbst bemerkt.
00:43
Zitat von R. Ostermann: In Hassel lebe und arbeite man zusammen. Natürlich gebe es den einen oder anderen Türken, der sich nicht integrieren wolle. „Das gibt es aber auch unter Deutschen“, so Ostermann.
Herzlichen Glückwunsch Herr Ostermann zum unsinnigsten Satz des Jahres: Es gibt auch Deutsche, die sich nicht integrieren wollen? Ich wußte noch gar nicht, daß man sich als Deutscher hier integrieren muss. Sie können mir sicherlich mitteilen, wie das funktioniert.
Was für ein Blah, Blah!
Sarrazins Gen-Thesen sind sicherlich sehr zweifelhaft, aber sie gehören zur freien Meinungsäußerung, mit der man und die SPD leben muss.
Einen Ausschluss aus der Partei und eine Entlassung bei der Bundesbank finde ich einfach nur lächerlich, da Sarrazin endlich eine Diskussion über Mißstände bei der Integration ins Rollen gebracht hat, die längst überfällig war.
Das dämliche Multi-Kulti-Getue von vielen hat uns nur in eine Sackgasse geführt und die wahren Probleme verschleiert. Es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen, im Sinne des Buches und Artikels von Alice Schwarzer und Thilo Sarrazins.
Und dies werden zu 1000%, die tragen, die täglich mit islamischen Migranten konfrontiert sind: In Bürgerberatungen, Fußballvereinen, Jugendhäusern, Jugendämtern, Ausländerbehörden usw.
23:27
Wenn die SPD Sarrazin ausschließt, wird sie sich damit mehrfach in die eigenen Knie schießen.
Die nächste Spaltung steht bevor und drückt die SPD so unter die 15% Marke. Dann ist die altehrwürdige Sozialdemokratie keine Volkspartei mehr.
Mal ehrlich, welche Themen sind denn noch SPD?
Emanzipation? Ist längst bei den Grünen.
Wirtschaft? Spätestens seit Hartz4 bei der CDU, aber eigentlich auch vorher schon.
Sozialer Ausgleich? Kann die Union ebenso.
Außenpolitik? Das war Joschka.
Was bleibt der SPD? Nix.
23:20
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21:59
Wer jetzt noch SPD oder CDU wählt, ist nicht mehr zu retten