Angriff aufs Revier des Platzhirschen
04.07.2008 | 20:36 Uhr 2008-07-04T20:36:02+0200Michael Wurmes (SPD Rotthausen) will den Bundestagsabgeordneten Joachim Poß herausfordern. EM hallt nach
Gegenkandidaturen scheinen in der Gelsenkirchener SPD angesagt zu sein. Nach dem (zwischenzeitlich auch mal Züge einer Schlammschlacht tragenden) Duell zwischen Dietmar Dieckmann und Manfred Leichtweis um die Parteispitze bahnt sich nun die nächste Kampfabstimmung an - und zwar bei der Kandidatur fürs Bundestagsmandat: Platzhirsch Joachim Poß, seit 28 Jahren im Bundestag, steht wohl (mindestens) ein Herausforderer ins Haus. Der heißt Michael Wurmes, ist aktiv im SPD-Ortsverein Rotthausen und hatte früher mal einen Draht ins Parlament: als wissenschaftlicher Mitarbeiter von SPD-MdB Norbert Formanski in Buer. Erklären will sich der Rotthauser aber erst nach der Sommerpause, so war zu hören. Die Parteispitze dürfte über die Kandidatur nicht gerade erfreut sein, könnte diese Personalie doch für Störfeuer bei der Vorbereitung auf die Kommunalwahl sorgen. Und: Auch wenn Wurmes von vielen Genossen zurzeit kaum Chancen eingeräumt werden - eine große Unzufriedenheit mit Poß bzw. der Bundespolitik gibt es sehr wohl. Und als Bundestagsfraktions-Vize, finanzpolitischer Sprecher und TV-Stammgast u.a. bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" oder in der Phönix-Runde steht der 59-Jährige natürlich im Fokus. Keine Freunde gemacht an der Basis hat sich Poß zudem durch seine Verteidigung der Diätenerhöhung - die dann gaaanz schnell vom Tisch war. Trotz des Gegenwinds gibt es auch bekennende Unterstützer: Die kooperierenden SPD-Ortsvereine (und mit der SPD Rotthausen nicht gerade in inniger Freundschaft verbundenen) Neustadt und Ückendorf-Nord haben erklärt, dass sie erwarten, dass Poß wieder kandidieren soll, um "seine erfolgreiche Arbeit in Berlin fortzusetzen".
Die EM ist vorbei, doch noch immer hallt eine auf Feierlichkeiten in Gelsenkirchen zielende Anfrage nach: Der parteilose Friedhelm Rikowski wollte während des Fußballgipfels von der Verwaltung wissen, welche Ordnungsmaßnahmen die Stadt nach den Ruhestörungen durch die türkischen Fans verhängt habe. Nach Ordnungwidrigkeiten von deutschen Anhängern fragte der Ratsherr übrigens nicht. Kurz danach legte der einst für die Pro-Bürger Partei (PBP) in den Rat eingezogene Politiker noch 'ne Schüppe drauf mit einer weiteren Mitteilung: Er habe Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet - und zwar wegen des Kopfstoßes eines spanischen Spielers gegen Bastian Schweinsteiger. Dazu fällt einem ebensoviel ein wie zur deutschen Leistung der Deutschen im Finale: nichts.
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