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Kinder-Notfallambulanz

„Ah“-Sagen auf dem Behandlungsbus

27.01.2012 | 13:18 Uhr
„Ah“-Sagen auf dem Behandlungsbus
Klaus Vogtmeier, Patient Cem, der ärztliche Direktor Dr. Gerrit Lautner und Dr.Katja Kirchmeyer (v.l.) stellen die neue Kinder-Notfallambulanz vor.

Dorsten / Gelsenkirchen.Seit einem Jahr hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe die Notfallversorgung für junge Patienten neu geregelt. 32 Kinderärzte aus Gelsenkrichen, Herten, Gladbeck, Marl, Dorsten und Bottrop teilen sich seitdem die Notdienste am Mittwochnachmittag oder am Wochenende. Die Kinderärzte schieben nicht mehr in der eigenen Praxis Dienst, sondern fahren dazu in die Notfallambulanz, die am Bergmannsheil Buer angegliedert ist. Rund 23 000 Kinder samt Eltern suchten hier im vergangenen Jahr Hilfe. Die Verantwortlichen ziehen nun eine positive Bilanz.

Bekommt der Nachwuchs am Wochenende plötzlich hohes Fieber oder wird der Husten nicht besser, muss ein Kinderarzt her. „Wir haben die Öffnungszeiten des Notdienstes vor einem Jahr deutlich ausgeweitet. Mit der Anbindung an die Kinderklinik in Buer haben wir außerdem unsere Versorgung optimiert“, berichtet Klaus Vogtmeier. Er ist niedergelassener Kinderarzt und koordiniert für die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe den Notdienstplan. Während die Kollegen in Kleinstädten verhältnismäßig oft neben den normalen Öffnungszeiten Dienst schieben mussten, hat sich die Situation nun entspannt, da die Dienste von vielengetragen werden. Vor allem in Städten, in denen die Kinderärzte keinen Nachfolger finden, sei dies ein Vorteil. In Gelsenkirchen stehen vier Praxen „leer“.

In Folge der großen Patientennachfrage hat das Bergmannsheil im vergangenen Jahr 500 000 Euro in neue Praxisräume investiert. Mittlerweile werden die jungen Notdienstpatienten in sieben Behandlungszimmern versorgt. Und falls die Krankheit so schlimm ist, dass das Kind stationär aufgenommen werden muss, ist sofort das Klinikpersonal zur Stelle. 2Wir haben einen kurzen Draht zueinander“, sagt Dr. Gerrit Lautner, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik im Bergmannsheil. Im vergangenen Jahr mussten rund 400 Jungen und Mädchen in der Klinik bleiben. „An einen durchschnittlichen Wintersonntag behandeln wir bis zu 200 Kinder“, so Vogtmeier. Die Fahrerei für die Eltern sehen er und seine Kollegen nicht als großes Problem an, schließlich sei Buer geografisch gut gelegen.

Vater Marcus Döring ist froh, dass es die Notfallambulanz bekommen. Mit Sohn Finley (3) an der Hand und Teddybär Sascha unterm Arm hockt er sich in den Warteraum. Ein riesiges Schiff steht hier und verkürzt den Kindern die Wartezeit. „Wir sind hier freundlich empfangen worden, das macht einen guten Eindruck.“ Und der Kinderarzt kann Finley auch die richtige Medizin verschreiben, damit es ihm schnell wieder besser geht. Die Behandlungsliege ist übrigens auf einem Holzbus untergebracht. Bei dem Anblick muss der kranke Patient ein bisschen lächeln.

Fabienne Piepiora

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