Ackern auf der Miet-Scholle zwischen Essen und Gelsenkirchen

Der Bauer Hubertus Budde hat einen Teil seiner Hoffläche am Mechtenberg für das Bonner Unternehmen Meine Ernte.  Hier können Stadtmenschen auf Kleinparzellen Gemüse anpflanzen und anschließend selbst ernten.
Der Bauer Hubertus Budde hat einen Teil seiner Hoffläche am Mechtenberg für das Bonner Unternehmen Meine Ernte. Hier können Stadtmenschen auf Kleinparzellen Gemüse anpflanzen und anschließend selbst ernten.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der Landwirt Budde bietet für „Meine Ernte“ in dieser Saison 120 Parzellen an. Die Startbepflanzung mit über 20 Gemüsesorten und Fach-Tipps gehören zum Konzept.

Gelsenkirchen.. Die Gemüse-Ernte vom Miet-Acker geht in die nächste Saison. Seit 2013 wird im Städtedreieck am Mechtenberg auf dem Hof von Hubertus Budde und Andrea Maas gesät, gezupft, geackert und gemeinsam gewirtschaftet.

An der Grenze zwischen Gelsenkirchen und Essen hat Landwirt Budde den Grund bereitet. Die Öffnung seines Betriebs für eine größere Mieterschar (oder auch Hoffeiern und Kindergeburtstage) hat auch wirtschaftliche Gründe. „80 Hektar allein mit Ackerbau reichen nicht, um eine Familie zu ernähren. Da muss es der Gesamtmix bringen“, erklärte der Bauer 2013. Dabei bleibt’s auch 2015.

Startbepflanzung mit über 20 Gemüsesorten

Für den Landwirt und die Bonner Ganders & Kirchbauer GbR, die für ihre „Meine Ernte“-Idee mittlerweile bundesweit fast 30 Partner gefunden hat, ist die Saat aufgegangen. Das Konzept: Angeboten werden Mietgärten. Die Parzellen sind 45 oder 90 Quadratmeter groß, der fachkundige Bauer bereitet den Grund vor, sorgt für die Startbepflanzung mit über 20 Gemüsesorten von Salat bis Kohlrabi, Möhren bis Spinat über Erbsen bis Rote Beete, stellt das nötige Gerät und Wasser bereit und bietet darüber hinaus regelmäßige Sprechstunden an. Zudem bekommt jeder „Meine Ernte“-Mieter jede Woche einen Newsletter mit aktuellen Tipps rund um Gemüseanbau, Pflege und Ernte, damit es auch ohne den Grünen Daumen mit dem Ackern klappt.

Die Zugabe: ein Stück Entschleunigung für Großstädter und natürlich jede Menge Frischware für Küche und Keller. „Es gibt ein buntes Erlebnis zu ernten. Das ist schon eine Erfahrung, man schmeckt selbst angebautes Gemüse einfach anders“, weiß Budde.

Für die Saison 2015 sind nun 120 Garten-Parzellen zu vermieten

In Oberhausen und Bochum, Dortmund und Bottrop-Kirchhellen baut Meine Ernte mittlerweile auf die Miet-Scholle. Die Zahl der Parzellen auf dem Hof am Mechtenberg ist stetig gewachsen: Im ersten Jahr hatte Budde „75 Parzellen, die von 67 Gärtnern bewirtschaftet wurden. Die Flächen, die wir für die erste Runde vorgesehen hatten, waren bereits nach der ersten Infoveranstaltung im Winter vergeben. Wir haben dann erweitert – und im Mai war alles weg“, sagt Budde. Für die Saison 2015 sind nun 120 Garten-Parzellen zu vermieten. „Es bleibt erfreulicherweise immer ein großer Stamm von Leuten, die dabei bleiben. Das sind in der Regel gut 60 Prozent“, sagt Meine Ernte-Mitarbeiter Markus Schmidt. Der Großteil sind Privatleute – Familien, Singles, Paare, naturbegeisterte Städter, aber auch Kitas und Schulklassen.

Angezogen haben innerhalb von zwei Jahren die Mietpreise. 2013 kostete das 45-Quadratmeter-Ackerstück noch 179 Euro, aktuell 199, die (für drei bis vier Personen ausreichende) 90 Quadratmeter-Parzelle wird diese Saison für 369 Euro vermietet. Los geht es übrigens am Mechtenberg Ende April.

Vor dem saisonstart steht auf dem Bauernhof Am Mechtenberg 5 ein Workshop an. Am Freitag, 20. Februar, 18 Uhr, gibt es allgemeine Informationen und Tipps zur Gartenjahrplanung. Kontakt und mehr unter www.meine-ernte.de
Das Hofcafe hat wieder geöffnet: Do-Sa, 9 bis 18 Uhr, und So von 14-18 Uhr. Im April beginnt das Sommerprogramm u.a. mit Konzerten.