"Typisch Wittke"
Ex-OB wird Geschäftsführer bei Hellmich, behält aber sein Landtagsmandat. Stadionbau in Algerien. Kritik der SPD
Oliver Wittke hat einen neuen Job: Der ehemalige Bau- und Verkehrsminister ist seit Pfingstmontag, 1. Juni, Geschäftsführer beim Duisburger Bauunternehmen Hellmich. Sein Landtagsmandat will der 42-jährige Christdemokrat parallel zu dieser Tätigkeit weiterhin ausüben. „Typisch Wittke” - so der Kommentar des Gelsenkirchener Landtagskollegen Markus Töns (SPD).
Wittke bestätigte gegenüber der WAZ einen entsprechenden Medienbericht über sein Engagement bei Hellmich. Er werde im Bereich Projektentwicklung tätig sein und sich unter anderem um den Neubau von Stadien in Algerien kümmern, so der Ex-OB. Ob er nach der Landtagswahl 2010 weiterhin im Düsseldorfer Parlement sitzen werde, „entscheidet der Wähler”, sagte der stellvertrende CDU-Landesvorsitzende. Die Führerschein-Affäre hat seinen neuen Arbeitgeber Walter Hellmich übrigens nicht gestört. „Im Gegenteil. Ich bin selbst kein Heiliger”, sagt Hellmich.
„Oliver Wittke scheint sein Mandat nicht besonders ernst zu nehmen”, kritisierte SPD-Landtagsabgeordneter Markus Töns auf WAZ-Anfrage die Haltung Wittkes. Er habe Verständnis dafür, wenn beispielsweise ein Rechtsanwalt ein politisches Mandat übernehme und deshalb als Jurist kürzer trete, seine Kanzlei aber behalte, um später in diesen Beruf zurückkehren zu können. Aber: Einen solchen Geschäftsführerjob mit Auslandsaufenthalten könne man „nicht mal eben nebenbei” machen. „Diese beiden Tätigkeiten vertragen sich nicht”, so Markus Töns.
CDU-Chef und MdB Wolfgang Meckelburg sieht das ganz anders: „Ein Landtagsmandat lässt zeitlich viel mehr Spielräume als ein Bundestagsmandat.” Und: Er gehe davon aus, dass es sich bei Wittkes Hellmich-Job eher um eine „halbe Stelle” handele.
Nachteile für die Gelsenkirchener CDU erwartet Meckelburg durch die zusätzliche Belastung für Wittke nicht: „Oliver ist ein Typ, der viele Termine braucht. Das war immer so.”














