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Der Liebe ist Schönheit egal

Gelsenkirchen, 07.09.2008, Von Mario Stork

Am Consol Theater feierte "Die Schöne und das Biest" als vielschichtige, poesievolle Parabel über den holprigen Weg zur Liebe Premiere. Heidrun Grote und Jo Schmitt brillieren als Clowns-Paar

Er liebt sie, sie ihn (noch) nicht: Jo Schmitt und Heidrun Grote in Andrea Kramers Märcheninszenierung. Foto: Consol TheaterDas Biest schwingt auch schon mal das Hackebeil. Er liebt sie, sie ihn (noch) nicht: Jo Schmitt und Heidrun Grote in Andrea Kramers Märcheninszenierung. Foto: Consol TheaterDas Biest schwingt auch schon mal das Hackebeil. Foto: WAZ

Zwei Clowns begegnen sich. Er verliebt sich, sie findet ihn nett, aber optisch wenig anziehend. Er erzählt ihr das Märchen von der Schönen und dem Biest. . . So beginnt die neue Produktion des Consol Theaters. "Die Schöne und das Biest" in der Inszenierung von Andrea Kramer nach einer Textvorlage von Andrea Gronemeyer, Franco Melis und Susanne Sieben ist keine klassische Märchenaufführung, obwohl der Titel derartige Assoziationen wecken könnte. Vielmehr knüpft Kramer an die Consol-Tradition poesievoller Theaterkunst für kleine und große Kinder an.

Wie die beiden namenlosen Clowns in die verschiedenen Rollen der Märchenhandlung schlüpfen, wie sie die sparsame Ausstattung der Bühne (Sabine Kreiter) dazu nutzen, immer wieder die passenden szenischen Umgebungen zu kreieren, wie sie aus den schier unerschöpflichen Tiefen ihrer Pluderhosen ihre Requisiten vom Apfel bis zum Hackebeil hervorzaubern, ist wunderbar anzuschauen. Die kleinen Premierenbesucher amüsierten sich köstlich über die Versuche des verliebten Clowns, von seiner angebeteten Schönen einen Kuss zu erhaschen, mal als Biest, mal als Vater oder mal als eingebildete große Schwester.

Heidrun Grote und Jo Schmitt spielen diese beiden Clowns mit unbändiger Energie, Einfühlungsvermögen und wandlungsfähiger Mimik, die besonders Jo Schmitt hilft, in seine diversen (imaginären) Verkleidungen zu schlüpfen. Andrea Kramers Regie unterstützt mit kluger Personenführung. Sie sorgt für Action auf der Bühne (etwa beim witzigen Ping-Pong-Spiel mit überdimensionalen "Staubkugeln"), lässt aber auch den leisen, poetischen Momenten Raum zur Entfaltung: Blütenblätter, Schneeflocken und Seifenblasen schweben vom Bühnenhimmel und schaffen zauberhafte Bilder. Die lyrische Musik von Michael Gees, im Geiste Schumanns oder Schuberts komponiert, liefert wohldosiert den passenden klanglichen Rahmen und trägt viel zur Atmosphäre bei.

"Die Schöne und das Biest" ist eine wunderschöne Inszenierung, auch wenn der Titel vielleicht falsche Erwartungen weckt. Ob Kinder ab sechs Jahren, für die das Stück empfohlen ist, die verschiedenen Erzählebenen wirklich durchschauen?

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