Bühne : "Ben Hur" wird auf Februar verschoben

Gelsenkirchen. Die für Ende November in der Veltins Arena geplante Monumental-Show "Ben Hur" wird auf Februar verschoben – wegen technischer Probleme, sagt der Produzent. Wegen finanzieller Engpässe, sagen Kritiker.
Als „fast schon biblisches Wunder” feierte die Münchener Abendzeitung Ben Hur Live, die große Kinogeschichte für eine nicht minder große Bühnenproduktion. Focus online rief hingegen jüngst den „Tod in der Arena” aus – und meinte damit nicht Schlachtengetümmel zu Land und zu Wasser samt historischen Intrigen, sondern die Produktion. In der Tat, die hat Probleme. Vor allem technischer Natur, wie der Veranstalter verkünden lässt. Die Folgen treffen Gelsenkirchen. Die Showtermine Ende November fallen aus.
Karten bleiben gültig
Ben Hur soll nun am 5. und 6. Februar 2010 in der Veltins Arena aufmarschieren. Die (bis zu 130 € teuren) Karten bleiben gültig oder können umgetauscht werden. „Ebenso ist ein Termintausch möglich”, kündigt Veranstalter Art Concerts an.
„Wir planen die Geschichte so zu verändern, wie es der Kunde wünscht”, erklärt Rüdiger Mengede, der mit den Produzenten schon seit einigen Tagen über eine Verschiebung verhandelt. Rund 30 000 Karten wurden bislang im Vorverkauf abgesetzt, 24 000 davon, nachdem die Arena als größter Showort der Tournee feststand. „Das sind allein 1,5 Mio Euro Einnahmen, die die hier haben. Das ist schon eine schöne Stange Geld”, sagt der Geschäftsführer der Schalke 04-Stadiongesellschaft.
Eine massive Finanzklemme sagen Kritiker einer der bislang teuersten deutschen Showproduktionen – mit über 400 Mitwirkenden, 100 Tieren und 4000 Requisiten – nach. Angeblich ist bereits ein Teil des Ensembles abgesprungen. Zudem läuft der Ticketverkauf offenbar schlechter als geplant.
Technische Probleme
6,5 Mio Euro einmalige Produktionskosten und 13 Mio Euro Tourkosten soll Ben Hur Live einspielen. Zunächst muss finanziell nachgelegt werden. Die Verschiebung wird mit „technischen Problemen an den Galeeren und anderen beweglichen Kulissen” erklärt. „Tragende Elemente sind nicht hinreichend belastungsfähig für den laufenden Betrieb, Darsteller waren in Gefahr. Jetzt sind umfangreiche Nachrüstungen nötig”, erklärt Art-Concerts-Sprecher Thorsten Kurzawe.
Für den Veranstalter sei das mit „hohem Zeitaufwand und zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden.” Daher sei es nötig, die laufende Tournee nach fünf Stationen (unter anderem London, Hamburg und Zürich) für zwei Monate zu unterbrechen. Betroffen ist auch der Folgetermin in Wien.
„Das allein sind die Gründe für die Verlegung”, kontert Kurzawe entsprechende Berichte über eine finanzielle Schieflage. „Im Februar gibt es Ben Hur Live zu erleben. Als kleines Bonbon werden wir dann die Arena beheizen. Wir werden nicht das Problem haben, dass wir bis dahin ohne Ensemble dastehen. Die Hauptdarsteller sind fest angestellt.” Dass sich Tänzer und Kleindarsteller zwischendurch neu orientierten, sei laut Kurzawe in der Branche normal.














