75.000 neue Steuernummern für Gelsenkirchener Bürger

Das neue gemeinsame Finanzamt für Alt-Gelsenkirchen und Buer an der Ludwig-Erhard-Straße 7 im Stadtteil Erle steht kurz vor seiner Fertigstellung. Es öffnet für die Bürger am 4. Mai.
Das neue gemeinsame Finanzamt für Alt-Gelsenkirchen und Buer an der Ludwig-Erhard-Straße 7 im Stadtteil Erle steht kurz vor seiner Fertigstellung. Es öffnet für die Bürger am 4. Mai.
Foto: Funke Foto Services
Die Finanzämter Gelsenkirchen Nord und Süd fusionieren. Während des Umzugs bleiben die Behörden geschlossen. Ab 4. Mai ist das neue Gebäude geöffnet .

Gelsenkirchen.. Steuerzahler müssen sich in Geduld üben. Für den Umzug ins neue Domizil an der Ludwig-Erhard-Straße 7 in Erle ist in den Finanzämtern Nord und Süd das große Ein- und Auspacken angesagt. Während sich drinnen die Aktenberge türmen, schließen die Ämter. Ab 4. Mai arbeiten 242 Beschäftigte aus Nord und Süd und 24 Auszubildende in der neuen Behörde.

Wer jetzt seine Steuererklärung in den Briefkasten der Ämter wirft oder per Post verschickt, der wird sich auf Wartezeiten einstellen müssen. „In der Phase der technischen Umstellung“, so Franz Schulze, Leiter Finanzamt Süd und zukünftiger Chef des fusionierten Finanzamtes, „ist eine Bearbeitung nicht möglich, der Sachbearbeiter telefonisch nicht zu erreichen. Wir wollen versuchen, eventuell auftretende Verzögerungen so schnell wie möglich aufzuholen.“

75.000 Änderungen bei Steuernummern

Jeder Steuerzahler erhält eine neue Steuernummer, die ihm per Post im Mai zugeschickt wird. Das Amt geht von 75.000 Änderungen aus. Alle Mitteilungen und Schreiben des Finanzamts enthalten bereits die neue Steuernummer. Intern werden Abläufe neu organisiert, die Zuständigkeiten neu geordnet. So ändert sich für alle Sachbearbeiter deren bisherige alphabetische Zuordnung. Sie müssen sich an neue Kunden gewöhnen.

Der Kontakt zwischen Steuerzahler und Sachbearbeiter soll sich allerdings auf ein Minimum beschränken. Schulze: „In der Regel sollen die Mitarbeiter im Bürgerbüro die Anliegen der Steuerzahler abschließend klären. Im Einzelfall können Steuerzahler telefonisch Kontakt zu dem dauerhaft zuständigen Sachbearbeiter aufnehmen und einen Termin vereinbaren.“ Die Möglichkeit, Erklärungen elektronisch zu übermitteln, haben Steuerzahler nach wie vor.

Mehr Arbeitskräfte im Finanzamt nötig

Neben der Einkommensteuer müssen Finanzbeamte auch Höhe der Grundsteuer, Grunderwerb-, Körperschaft-, Umsatzsteuer oder Wohnungsbauprämie ermitteln. Der Personalbedarf steigt. „Auch die kleinen Stellen“, so weiß Franz Schulze, „müssen wir im fusionierten Finanzamt mit mehr Arbeitskräften besetzen. Dann reduzieren sich viele Probleme, die zur Zeit zwangsläufig zu Lasten der Bearbeitungsqualität gehen.“ Schulz erwartet durch die Zusatzkräfte mehr fachlichen Austausch, weiteren Wissenstransfer bei Personalveränderungen und bessere Vertretung bei Urlaub und Krankheit.

Sollten sich die Wartezeiten im Finanzamt vor allem in der Anfangsphase verlängern, können sich Kunden ihren Aufenthalt versüßen: In der Caféteria wird für jeden Gast aufgetischt. Und Angst, ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer am parkenden Auto zu finden, muss er auch nicht haben. 50 Plätze und zwei Behindertenplätze sind für Kunden reserviert. Kostenlos übrigens.

Finanzamt hat auf Fristsetzung verzichtet

Die Finanzämter haben auf eine Fristsetzung verzichtet, die in die Umzugsphase fällt. Sollte sie versehentlich doch in den Zeitraum fallen, wird sie bis zum 15. Mai verlängert. Konsequenzen, versichert die Amtsführung, werde es für Steuerzahler nicht geben. Wer jetzt eilige Terminsachen in den Briefkasten wirft, kann sicher sein, dass sie am Eingangstag gestempelt werden. Sollte es bei der Bearbeitung zu Verzögerungen kommen, geht das Finanzamt vom frühestmöglichen Eingang der Terminsache aus.

Bis zum 4. Mai können die Briefkästen der alten Finanzämter für Steuererklärungen in Papierform genutzt werden. Ab 1. Mai steht auch der Briefkasten im neuen Finanzamt zur Verfügung. Für dringende Sachen sind die bisherigen Finanzämter über eine Hotline zu erreichen. Nord: 0209 368 1790. Süd: 0209 173 1790. Das neue Finanzamt ist unter der Adresse 45891 Gelsenkirchen, Ludwig-Erhard-Straße 7, Postfach 200351, 45838 Gelsenkirchen, zu erreichen. Telefon: 1730, Telefax 0800 10092675319. Der Bürgerservice ist montags, dienstags, freitags von 7-12 , donnerstags von 7-17 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen. Informationen über Umzug und zur Fusion unter www.finanzamt-gelsenkirchen-sued.de und www.finanzamt-gelsenkirchen-nord.de

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE