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6. Sinfoniekonzert: Erst der zweite Teil überzeugt

15.02.2012 | 12:02 Uhr
6. Sinfoniekonzert: Erst der zweite Teil überzeugt
Das 6. Sinfonieorchester im MiR konnte erst im zweiten Teil überzeugen.

Gelsenkirchen.  Beim 6. Sinfoniekonzert im Musiktheater im Revier wusste erst der zweite Teil zu überzeugen. Denn erst dann brachte Genralmusikdirektor Heiko Mathias Förster das Orchester zur Höchstform.

Gustav Mahler und Edward Elgar an einem Abend – da durfte man beim 6. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie im Großen Haus des MiR auf ein spätromantisches Fest hoffen. Doch zumindest der erste Teil unter Leitung von Generalmusikdirektor Heiko Mathias Förster blieb hinter den Erwartungen zurück.

Dass der Brite Edward Elgar (1857-1934), der seinem Land nach Jahrhunderten musikalischer Bedeutungslosigkeit wieder eine international gehörte kompositorische Stimme verlieh, nicht nur als Sinfoniker, sondern auch auf dem Feld der Orchesterlieder Großes geschaffen hat, bewies Sopranistin Petra Schmidt zu Beginn mit vier Beispielen. Elgars melancholischer, oft von ergreifender melodischer Schlichtheit geprägter Stil liegt ihr; mit leicht geführter, hell timbrierter Stimme wurde sie den Kompositionen mühelos gerecht. Allerdings hatte man das Gefühl, interpretatorisch wäre aus den Textvorlagen mehr herauszuholen.

Der dritte Satz: Orchster in Höchstform

Ähnlich der Eindruck beim Cello-Konzert: Mit Julius Berger war ein renommierter Solist zu Gast, der technisch perfekt auch die virtuosesten Passagen meisterte. Jedoch hat man auch dieses Werk schon leidenschaftlicher interpretiert gehört; der Funke wollte trotz spielerischer Kompetenz nicht überspringen.

Nach der Pause ließ Heiko Mathias Förster bei Gustav Mahlers (1860-1911) vierter Sinfonie die Neue Philharmonie nach verhaltenem Beginn aufblühen. Setzte der GMD zunächst ganz auf die in das vordergründig plakative Werk eingearbeiteten Effekte (fast naiv anmutende Volkstümlichkeit im ersten Satz, makaber gefärbte Beschwingtheit im zweiten Satz), liefen Dirigent und Orchester im langsamen dritten Satz zu Höchstform auf, gestalteten den Formablauf mit dynamisch fein nuancierten Steigerungen und größter klanglicher Transparenz, die alle Einzelstimmen der polyphonen Architektur zur Geltung kommen ließ. Für das Finale nach Worten aus „Des Knaben Wunderhorn“ kam Petra Schmidt nochmals aufs Podium und beendete das Konzert mit intensiven Momenten.

Mario Stork

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