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40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen

05.04.2013 | 17:42 Uhr
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40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
Der Notarzt kam relativ schnell, wie ein Freund des Verstorbenen bestätigt, der den Notarzt rief. Wie genau der Weg zur Notaufnahme verlief, ist allerdings noch unklar.Foto: Felix Abraham

Gelsenkirchen.   Ein 40-Jähriger, bis dahin gesunder Mann ist am 26. März bei der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Die Todesursache ist noch unklar, der genaue zeitliche Ablauf ebenfalls. Der Anwalt der Familie spricht von einem Skandal.

Gibt es in Gelsenkirchen genug Kapazitäten für Notfälle in den Krankenhäusern und in der notärztlichen Versorgung? Die Frage stellt sich, wenn man den Fall des 40-jährigen Installateurs verfolgt, der am 26. März quasi auf einem Irrweg ins Krankenhaus verstarb. Ute Herrmann, die Mutter von Marc Rudi W. (Name der Red. bekannt), fragt sich auch, ob ihr Sohn noch leben könnte, wenn er auf direktem Weg zur Notfallversorgung ins Krankenhaus gekommen wäre. Das ist völlig offen, wird aber geprüft.

Ohne Trage in den Rettungswagen

Es war kurz nach halb neun, als Marco Jablonski den Hilferuf von seinem Freund und Nachbarn Rudi bekam. Er fand ihn zusammengekauert nach Luft ringend auf dem Boden seiner Wohnung vor und verständigte sofort via Notruf 112 den Notarzt. Gut fünf Minuten später kamen zwei Männer, die Blutdruck und Sauerstoff im Blut prüften und kurz darauf zwei weitere Männer – Jablonski vermutet, der Notarzt –, die weitere Untersuchungen vornahmen. Zwei der Männer stützten den Kranken unter den Armen und führten ihn aus dem ersten Stock die Treppe runter zum Krankenwagen, so Marco Jablonski. Das habe ihn sehr gewundert. In der Wohnung war vom Evangelischen Krankenhaus als nächstliegender Klinik die Rede. Weil die Leitstelle dem Rettungswagen jedoch signalisierte, dass das Haus sich für Notfälle mangels Kapazitäten abgemeldet habe, sagte man dem Freund bei der Abfahrt, man bringe den Patienten zum Marienhospital. Der Freund packte ein paar Utensilien für den Patienten und fuhr nach Ückendorf. Dort hieß es, der Patient sei im Ev. Krankenhaus.

Dort ist er tatsächlich eingeliefert worden, aber als Sterbender. Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich. Dabei musste der Mann laut Protokoll bereits vorher reanimiert werden. Zunächst erfolgreich. Ob der Patient schon im Marienhospital war oder kurz vor dem Ziel umdirigiert wurde, ließ sich Freitag nicht klären. Der Sprecher des Marienhospitals, Uwe Becker, betonte jedoch, dass er es für undenkbar halte. Wenn der Patient da gewesen wäre, hätte man ihn nicht abgewiesen. Geklärt werden könne das aber nur mit der diensthabenden Ärztin vom 26. März, und zwar erst am Montag. Auch an der Munckelstraße ist der Diensthabende des Tages erst Montag aus dem Urlaub zurück.

Warten auf das Obduktionsergebnis

Der Fall des verstorbenen Marc Rudi W. beschäftigt jetzt auch Staatsanwalt Marcus Schütz . „Zunächst ist die alles entscheidende Frage, woran der Mann gestorben ist“, sagte der Jurist, der auf das Obduktionsergebnis der Rechtsmedizin wartet. Erst dann würde man sich mit der Frage beschäftigen, ob der Installateur hätte gerettet werden können und Detailfragen – etwa die exakten zeitlichen Abläufe des Unglücksfalls – klären.

Der Blutdruck war bei dem Verstorbenen zunächst in Ordnung, der Sauerstoffgehalt im Blut allerdings nicht.Foto: Jakob Studnar

Diese können von entscheidender Bedeutung sein, denn im Notfall ist das nächstgelegene und geeignete Krankenhaus anzufahren. Und es gilt: Niemand wird abgewiesen, schon gar nicht vor der Tür .

Der Anwalt der Familie, Sven Carsten, sprach von „einem Skandal.“ Einen Patienten abzuweisen, obwohl zuvor grünes Licht von Seiten des Hospitals gegeben worden sei, so sein bisheriger Kenntnisstand, deute auf organisatorische Fehler, welche auf die Führung des Krankenhauses zurückfielen. „Was passiert dann in Gelsenkirchen, wenn ein Schulbus mit 20 Kindern verunglückt?“, fragt Karsten.

Stadt und Feuerwehr geben sich wortkarg. Dieser Fall sei wohl eine Verkettung unglücklicher Umstände, hieß es. Man arbeite mit Hochdruck an der Ermittlung der Einzelheiten und hoffe, Anfang der nächsten Woche etwas mehr Klarheit zu haben.

 

Sibylle Raudies Nikos Kimerlis

Kommentare
08.04.2013
11:04
Kein Einzelfall!
von DerPinscher62 | #11

Leider handelt es sich bei dem zuvor geschilderten Einsatz nicht um einen Einzelfall. Es kommt immer wieder vor, das Notfallpatienten genötigt werden, selber zum Rettungswagen zu laufen. Ein derartiges Verhalten konnte ich immer wieder insbesonders bei Einsätzen der Berufsfeuerwehren in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets beobachten. Unabhängig davon, ob diese Tatsache für den Tod des Patienten ursächlich war, ist diese Maßnahme ein klarer Behandlungsfehler.
Allerdings muss bei der Auswahl des Zielkrankenhauses grundsätzlich berücksichtigt werden, das es vordringlich darum geht, eine zur Versorgung des jeweiligen Notfalles geeignete Zielklink anzufahren. Es ist sicherlich für die Prognose günstiger eine etwas längere Fahrzeit in Kauf zu nehmen, als den Patineten in ein Krankenhaus zu transportieren, das mit dem Notfallbild überfordert ist. Leider läßt hier die Sachkenntnis der Beteiligten und die überregionale Zusammenarbeit der jeweiligen Rettungsleitstellen zu wünschen übrig ....

07.04.2013
14:41
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Canis-Vigilis | #10

Der von Ihnen berichtete Notfall mit der letalen Auswirkung ist ein sehr seltener Einzelfall.
Aber ähnliche Notfälle mit gottseidank nicht tödlichem Ausgang sind sicher häufiger der Fall.
So wurde ich in der Praxis meiner Hausärztin wegen eines cardio-vaskulären Notfalls mit einem Ambulanzwagen am 14.12.2012 kurz nach 12h40 auch als akuter Notfall zum nächsten KKHaus, zum EVK an der Munckelstraße gefahren.
Dort im EVK wartete ich im Flur auf die Aufnahme. Nach ca. 20 bis 30 Minuten kam die Anweisung es wäre kein Bett frei, man solle zu einem anderen KKHaus fahren. Es waren alle Gelsenkirchen KKHäuser angeblich belegt. Man solle mich in ein KKHaus nach Herten oder Essen fahren. Wegen meiner Schrittmacherimplantation im Marienhospital Herne 2011, fuhr man auf meinen Wunsch dorthin. Die Notfallärztliche stationäre Aufnahme (nach ca. 90 minütiger Ambulanzfahrtenodyssee) war dort kein Problem.
Fazit : Unser Gesundheitssystem ist schwer kank. Und wird von Politikern immer kränker gemacht.

6 Antworten
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von lulu1 | #10-1

Muss ich Sie mit Hr. Doktor ansprechen oder gehören Sie zu denen die sich im Rahmen ihrer Erkrankung belesen haben und in dessen Folge nur zu gerne mit Fachbegriffen umgehen.
1. Eine ungenügende Sauerstoffsättigung kann auch noch ca10 andere Gründe haben.
2. Natürlich haben lebensbedrohliche Fälle Vorrang, aber weder Sie noch ich wissen ob nicht gerade andere lebensbedrohli. Fälle in diesem Moment da waren.
3.Es fand keine Rüge statt, es war von Seiten der Redakteure keine Recherche, das geben diese selber zu indem sie sagen dass die Verantwortlichen bisher noch nicht anwesend sind.
4. Vielleicht wäre der Tod des Patienten doch verhindert worden. Vielleicht, auch dass kann bisher keiner beantworten, natürlich wäre das das beste gewesen, aber auch das kann erst nach Obduktion oder Recherche der Staatsanwalt. sagen.
5.Es soll keiner hindern, im Gegenteil es soll darüber berichtet werden, aber sowohl im schlechten als auch in Guten.
Zum Glück gehören Sie zu den 98%, denen man geholfen hat

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von lulu1 | #10-2

Entschuldigung mein letzter Satz ist ziemlich missverständlich, ich wollte damit ausdrücken, das Sie zum Glück zu denen 98% gehört haben denen man in einer lebensbedrohlichen Situation adäquat helfen konnte. Diese Situationen werden jedoch allzu oft als selbstverstädlich wahrgenommen, und daher nie erwähnt.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Canis-Vigilis | #10-3

Schön Lulu1, dass Sie sich persönlich gerührt fühlen.
1. Ich habe in den Naturwissenschaften Bio, Physik ..usw. aufgepasst und viel dabei gelernt und lange Zeit habe ich Kurse zur HL-Widerbelebung für Laien durchgeführt.

2. Ich meine sehr wohl, dass man schon während des noch nicht bestätigten Falles darüber berichten kann.
Wenn man grundsätzlich nur über abgeschlossene Ereignisse berichten würde, dann wären Berichterstattungen von Bränden, Einbrüchen, Messerstechereien u.ä. erst nach Lösung dieser Ereignisse nach Tagen oder Wochen wohl nicht mehr von allgemeinem Interesse.
Außerdem, wenn wirklich immer alles im medizinischen Bereich Top wäre, würden nicht Patientenverbände und Krankenkassen für bessere Rechte gerade bei Medizinerfehlern mehr Aufklärung verlangen.
Da auch Mediziner bzw. deren Hilfspersonal wie alle anderen Berufsausübenden Fehler machen können ist das verzeihlich, man muss es dann nur eingestehen und dann entsprechende Konsequenzen aus Fehlern ziehen und lernen.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Canis-Vigilis | #10-4

Allerdings geht nicht um mich, sondern um die Betroffenen im v.g. Artikel, das sollte man bei aller Diskussion bedenken.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von lulu1 | #10-5

Ich fühle mich nicht persönlich gerührt, ich finde es nur bedenklich das durch diese Art von Journalismus (erinnert mich an Jenny Elvers die man bei Bierkaufen in der Tankstelle filmt und daraus sofort schliesst das sie wieder rückfällig geworden ist ohne dies auch nur ansatzweise belegen zu können) Institutionen, die sich 365 Tage im Jahr für Menschen einsetzen, und dabei auch sicherlich Fehler produzieren, in Mißkredit gezogen werden, ohne dies auch nur ansatzweise belegen zu können. Es gibt noch nichtmals ein Ergebnis der Obduktion! Wenn wir an unsere einzige noch verbliebene Lokalredaktion nur solch einen Anspruch haben, dann kann ja in Zukunft jeder behaupten dass sein Nachbar seine Frau umgebracht hat, die Zeitung druckt es und recherchiert nicht dass sie eventuell mit ihrer Freundin im Urlaub ist. Darum ging es ursprünglich in meinem Beitrag. Natürlich geht es in erster Linie um den Verstorbenen aber sachliche Kritik sollte auch bei diesem sensiblen Thema möglich sein.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #10-6

lulu1:
a) Was bitte hat das alles mit der Eintreffzeit von 30!!!!! Minuten von einer NICHT adäquat und professionellen Kraft (nicht mal Geräte wie z.B. ein Defi oder EKG) zu tun. Hilfsfrist des Rettungsdienstes: MAXIMAL 12 Minuten!!
Weiterhin: Ein Krankenhaus DARF garnicht die Erstbehandlung verwehren, das ist unterlassenen Hilfeleistung (§ 323c StGB). Das ist nämlich der nächste fatale Irrtum.
Ich hoffe, dass die Angehörigen gegen die Hilfsorganisation sowie gegen das Krankenhaus Strafanzeige gestellt haben und diese auch bis zum bitteren Ende (auch wenn der verstorbene Pat. dadurch nicht mehr zum Leben erweckt wird) durchhalten.
Leider ist es so, dass so gut wie alle patienten sich nicht trauen gegen Ärzte eine Strafanzeige zu stellen, da diese für sie immer noch Halbgötter in weiß sind.

07.04.2013
10:54
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von lulu1 | #9

Was ist das mittlerweile für ein Lokaljournalismus? Das Obduktionsergebnis steht noch nicht fest, die damals diensthabenden Personen sind erst am Montag wieder erreichbar, warum wartet man dann nicht so lange ab bis diese wesentlichen Fakten da sind. Wie sah denn die Situation im Krankenhaus aus, falls der Patient dort hingebracht worden ist? Waren vielleicht alle Aufnahmeräume belegt? In welchem Zustand kam der Patient wenn er zuhause noch in einem gehfähigen Zustand war? All dies wissen anscheinend weder die Redakteure noch die Leser wie ich, die durch diese Art von Journalisimus jedoch direkt auf die Schiene "unterlassene Hilfeleistung" gebracht werden. Natürlich ist eine Tragödie wenn ein junger Mensch stirbt, aber die Frage ob es zu verhindern gewesen wäre wird durch diesen Bericht nicht nachgegangen.

1 Antwort
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Canis-Vigilis | #9-1

Ich finde den Artikel weder reißerisch noch richtungsprägend. Es wird sachlich der Vorgang dargestellt. Die Gehfähigkeit des Patienten sagt nichts aus, eher schon die Sauerstoffsättigung und - der RR kann solange "normal" sein, bis einKollaps eintritt.
Fakt ist:
1. Ungenügende Sauerstoffsättigung - Extreme Luftnot in am Boden befindlicher Kauerstellung, lassen sofort auf einen cardialen oder pneumologischen Notfall schließen. (Sauerstoffmangel bei akuter Insuffizienz oder Lungenembolie)
2. Bei lebensbedrohlichen Fällen hat dieser Patient Vorrang vor Anderen. Im Zweifel Notfalleingriff auf dem Flur.
3. Die Rüge an die/den Redakteur(e) ist völlig daneben.
4. Vielleicht wäre der Tod des Patienten doch verhindert worden.
5. Keiner wird die/den Redakteur(e) daran hindern einen Folgebericht zu schreiben.

Wie sagte Herbert Wehner einmal: “ Ich könnte garnicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.“
Dem schließe ich mich voll an, wenn ich Ihren Beschwichtigungskommentar lese.

06.04.2013
23:16
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Muellmarie | #8

Durch die Krebserkrankung meines Vaters, musste er zuletzt häufig ins Marienhospital. Was wir dort erleben durften, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Hier handelt sich um einen sehr schlecht organisiertes Haus. Die Ärzte, nicht alle wohlgemerkt, sind teilweise zu arrogant um auch nur ein Wort an den Patienten zu richten. Es gibt Informationsaustausch nur auf massivestes Drängen und dafür wird dann der Patient als Querulant abgestempelt.
Mittlerweile wird mein Vater in einem anderen Hospital behandelt, was um Längen besser ist.

06.04.2013
17:46
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Elena72 | #7

Sicher schlimm das ein junger Mensch gestorben ist. Aber was will man uns sagen. Der Bericht hat keinerlei Fakten aufzuweisen. Warum hat man nicht erst mal abgewartet um die Fakten zu prüfen? Die Stellungnahme der Krankenhäuser abgewartet. Vielleicht gab es im Evangelischen Krankenhaus ja vorher einen Schlimmen Notfall, so das die sich abgemeldet haben. Was bringt es, wenn es das nächstgelegene Krankenhaus ist, aber kein Arzt frei ist. Sicher nicht unerheblich die Todesursache. Denn wie in dem Bericht steht, war der Blutdruck vorher noch normal. Vielleicht war der Zustand noch nicht so schlimm, das man sich eben für das andere Krankenhaus entschieden hat. Das kann man hier leider nicht klären. Also erst mal abwarten, bevor man mal wieder die Welt verrückt macht.

3 Antworten
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #7-1

Es geht ja hier nicht nur um ein Krankenhaus, welches sich (was eigentlich garnicht möglich ist, ausser für Intensivbetten) abgemeldet hat, sondern auch um die lange (wohl bewiesene Zeit) des Eintreffens des Rettungsdienstes. 30 Minuten ist ausserhalb jeglicher hilfsfrist. Und dann noch ohne die nötige Ausrüstung? Das geht ja man garnicht.
Ein Krankenhaus welches Notfallpatienten abweist macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. es gibt in jedem Krankenhaus Hintergrundpersonal welches geholt werden kann, aber das kostet ja dann Geld und stört den Arzt in seiner freizeit.....

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Nitroxx | #7-2

@ Karl-Knapp:

Wo steht denn etwas von 30 Minuten? 5 Minuten bis zum Eintreffen des RTW mit zwei Retungsassistenten und wenige Minuten später der NAW mit Notartz und einem weiteren Rettungsassistenten.

Vielleicht sollte man auch mal realistisch bleiben, in der Zeit in der hier der Patient im Krankenhaus war, erreicht ihn in anderen Regionen nicht mal der RTW.

Und er war ja dann vermutlich 8 Minuten nach Alarmierung in ärztlicher Obhut. Incl. kompletten Notfallmedikamentenset und EKG und Defi.

Auch wenn es schwer zu begreifen ist - manchmal kann man einfach nichts machen. lange Autofahrt hin oder her. Wenn die Notaufnahme voll ist ist sie einfach voll.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #7-3

das ist diese SUPER-Kommentarfunktion hier.
Entweder sollte derWesten dieses mal endlich vernünftig auf die kette kriegen, ansonsten drängt sich mir der Eindruck auf, dass es gewollt ist um massig Klicks zu kriegen.
Der Kommentar gehört nämlich zu #4.

Allerdings zu dem Kommentar von Nitroxx:
Sollte einer meiner Angehörigen in der Notaufnahme abgewiesen, so hätte die Klinik schneller eine Anzeige wegen unterlassener hilfeleistung am Hintern als sie gucken können. Ein Krankenhaus mit Notaufnahme MUSS Patienten aufnehmen und sofort behandeln.

06.04.2013
14:32
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #6

Und es wird noch schlimmer kommen. Lasst uns noch mehr Krankenhäuser schließen, noch mehr ausländische Ärzte einstellen, die kein Wort deutsch verstehen, geschweige denn sprechen können, noch mehr Personal in den Krankenhäusern einsparen, noch mehr Rettungswagen und Krankenwagen abschaffen....
das Gesundheitssystem in Deutschland geht vor die Hunde, es wird sich immer mehr zu einem Krankheitssystem entwickeln..

http://www.derwesten.de/staedte/menden/intensivstationen-immer-oefter-voll-id7803950.html

2 Antworten
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Pit01 | #6-1

#6 Karl-Napp

Stimme Ihnen zu und ergänze noch ....es wird sich immer mehr zu einem System entwickeln, in dem nur noch Reiche oder Privatpatienten gegen Bares behandelt werden.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Canis-Vigilis | #6-2

Im Wesentlichen stimme ich Ihnen zu. Schuld sind aber sicherlich nicht nur Politker, sondern alle im Gesundheitswesen Beteiligten.
Man kann ein System von Krankenhäusern nicht so stark privatisieren und ausdünnen, dass für Eventualfälle kein Platz mehr wäre. Da muss genug Redundanz vorhanden sein.
Sicher ist unser Gesundheitssystem z.Zt. noch gut, aber die Tendenz zur Verschlechterung ist eindeutig.
Man sollte einmal die Arbeitsbedingungen und Verdienste und auch die Struktur in den Kliniken innerhalb des Europ. Bereichs von Skandinavien bis nach Italien vergleichen (Statistiken einiger Länder sind über das Internet einsehbar), dann sieht man, dass die Bedingungen in der BRD nicht die schlechtesten sind. Um besser zu werden, müssen aber noch Umwälzungen und Privilegien auf ärztlicher Seite fallen.
Aber auch die Mitarbeit (Verantwortung) der Patienten und Kassen ist dabei gefordert.



06.04.2013
13:02
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von pp48 | #5

in der Tat haben wir ein sehr teures und qualitativ sehr gutes Gesundheitssystem - verglichen mit anderen Ländern.
Aber in den letzten Jahren ist enorm gespart worden, Krankenhäuser werden geschlossen, zu wenig Ärzte werden zu schlecht ausgebildet, kleinere Krankenhäuser können ihre Leistungen zum Teil nur noch anbieten, weil sie ausländische Ärzte anheuern, die zum Teil deutlich schlechter ausgebildet worden sind und immer eine erhebliche Sprachbarriere aufweisen... usw. ich könnte hier noch seitenweise schreiben.
Wir können (anscheinend) und wollen uns das teure Gesundheitssystem nicht mehr leisten, daher sollte es auch niemanden wundern, wenn die Qualität zusammenbricht - gute Ärzte gehen ins Ausland, weniger Ärzte werden ausgebildet, schlecht ausgebildete Kollegen zumeist aus östlichen Staaten füllen die Lücken notdürftig auf.... - mich wundert, dass nicht viel mehr passiert! Aber: wir haben das politisch selbst so gewollt, also hört auf zu jammern!

1 Antwort
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von gernedabei | #5-1

Wir haben es so politisch gewollt ? Eher die Regierungsparteien und die, die diese gewählt haben. "Leiden" im Fall der Fälle müssen alle anderen auch.

05.04.2013
21:20
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von LilaLatzhose | #4

Eine schwer herzkranke Bekannte ist bei einem vermuteten Schlaganfall mit dem Notarzt in eine Klinik (nicht Gelsenkirchen) gebracht worden, die auch nicht die nächste war. Dort ist sie, obwohl sie auf einem Auge nichts mehr sehen konnte noch stundenlang nicht behandelt worden mit dem Ergebnis, dass sie auf diesem Auge blind bleiben wird. Bei früherer Behandlung wäre eine Besserung des Zustandes zu vermuten gewesen. Wir haben mit das teuerste Gesundheitssystem, aber wenn man in die Mühlen von Krankenhausbehandlungen gerät, ist das hier ein Glücksspiel. Ich kann selbst ein Lied davon singen: Verschlimmbesserungen und der Verlust Menschen, der bei richtiger Diagnose hätte gerettet werden können. Die Lobby hier ist aber auch noch sehr groß; da hackt am Ende eine Krähe der anderen kein Auge aus.

5 Antworten
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Pit01 | #4-1

#4
Solch einen ähnlichen Fall, erlebte eine mir gut bekannte Familie. Nach einem Notruf dauerte es erstmal 30 Minuten bis ein ( 1 ) Rettungssanitäter kam. Er kam aus einer Nachbarstadt. Da die ältere Dame schon mal einen leichten Schlaganfall hatte, testete er sie um das auszuschliessen. Der Verdacht auf Herzinfarkt konnte nicht erhärtet werden, da der Sani kein transportables EKG Gerät dabei hatte. So rief er den Rettungswagen der Stadt. Die zwei Sanis brachten die alte Dame zum Hospital, wo sie erst mal warten musste. Nach über einer Stunde war dann ein funktionstüchtiges EKG in der Notaufnahme ( ! ). Gottseidank lag tatsächlich weder Schlaganfall noch Infarkt vor, sondern Kreislaufkollaps. Ich dachte dabei immer an den Slogan " Schlaganfall, jede Sekunde zählt ". An einem Wochenende ins Krankenhaus zu müssen, na, ich erspar mir weitere Worte.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #4-2

Pit01:
Da hätte ihr Bekannter gegen angehen können (angebliche 30 Minuten bis Eintreffen Rettungssanitäter, gefühlte 30 Minuten oder nach der Uhr 30 Minuten??), denn es gibt Hilfsfristen (meist innerhalb des Stadtgebiets 8 Minuten und ausserhalb 12 Minuten). Kommt ein Rettungswagen aus einer Nachbarstadt, weil alle eigenen im Einsatz sind, dann kann es sich mal um ein paar Minuten verzögern, aber niemals darf bis zum Eintreffen eine Zeit von 30 Minuten (zudem noch unqualifizierte Hilfe, da lkein EKG vorhanden) vergehen.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Karl-Napp | #4-3

Siehe hier:
http://www.forplan.de/hilfsfristen.html

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Pit01 | #4-4

# 4-2 Karl - Napp

Nach glaubwürdiger Darstellung der Uhrzeit: 30 Minuten bis zum Eintreffen des Sani, er kam aus Dinslaken und musste nach Wesel. Der Verkehr soll schuld gewesen sein. Warum kein EKG Gerät? Haben angeblich nur ein Gerät, welches unterwegs war.

Aber danke für den Hinweis auf "forplan"

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Nitroxx | #4-5

@all: vielleicht sollte man dann die 112 wählen und nicht den hausärztlichen Notdienst.
In meiner überalterten Verwandschaft ist das auch so ein verbreiteter Irrglaube.

Pit01 sagt ja, dass dann der Rettungswagen der Stadt kam.
Und dafür gelten die allgemeinen Hilfsfristen. Und ein EKG haben die auch an Bord, dafür braucht man nicht auf den Notartz warten.
Zumindest eine rudimentäre Auswertung eines EKG ist Bestandteil der Ausbildung eines jeden Rettungsassistenten und auch einer jeden Krankenschwester.

Urban Legends, gepaart mit der Scheu die 112 zu wählen...

05.04.2013
20:46
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Herby52 | #3

Trauig, aber die Situation wird sich noch verschlimmern.

Liebe WAZ, Ein Mensch ist gestorben, dies ist traurig. Aber was sie aus diesen Umstand machen ist mehr als traurig. Niemand weiß woran der Mann erkrankt und woran er gestorben ist. Daher kann auch keiner sagen, ob der Mann hätte gerettet werden können.
Ist der WAZ eigentlich mittlerweile jede Schlagzeile recht?

2 Antworten
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Zeche | #3-1

Warum greifen Sie die WAZ an?
Es ist gut das so etwas ans Tageslicht kommt. In der Regel Meldet jedes Krankenhaus der Leitstelle des Rettungsdienstet wenn man kein Patient mehr aufnehmen kann.
Hier scheint es Verständigungs Schwierigkeiten zwischen den KH + Notrufzentrale der Feuerwehr gegeben zu haben.

40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von schlaubi3333 | #3-2

@Herby52
Waren Sie vielleicht der Diensthabende Arzt ?
Bei einer solchen Angelegenheit kann und darf man sich nicht rausreden.
So etwas muss ans Tageslicht gebracht werden.
Und deshalb finde ich es richtig, dass die WAZ auch genauso darüber berichtet.
Wenn sich keiner was vorwerfen muss, dann können alle Beteiligten sich "zurücklehnen" und die Ergebnisse abwarten.

05.04.2013
20:01
40-Jähriger stirbt bei Ankunft im Krankenhaus in Gelsenkirchen
von Bahnschalker | #2

Herzliches Beileid an die Angehörigen.

Über die Umstände kann man nur den Kopf schütteln. Über den Vorschreiber auch.

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