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Kino-Jubiläum

25 Jahre „Apollo Cinemas“ im Arenapark

12.03.2016 | 06:00 Uhr
25 Jahre „Apollo Cinemas“ im Arenapark
Das Multiplex - Kino an der Willy-Brandt-Allee wurde am 19.03.1991 in Gelsenkirchen eingeweiht. Heute gehört es dem Bochumer Kino-Betreiber Michael Meyer und läuft inzwischen unter dem Namen Apollo Cinemas.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Bei der Eröffnung 1991 war es das erste Multiplex-Kino im Ruhrgebiet. Zur Eröffnung am 19. März pilgerte viel internationale Prominenz. Die Jubiläumsfeier steigt am 19. März 2016.

25 Jahre alt werden am nächsten Samstag, also am 19. März, die heutigen „Apollo Cinemas“ im Arenapark . Dass das Haus heute wieder ein lebendiger Kinobetrieb, zu dem Cineasten aus der ganzen Region anreisen, das will Micheal Meyer, seit 2009 der Hausherr, mit seinem Publikum und der WAZ am Tag selbst feiern.

Als die Constantin Warner Bros. GmbH am 19. März 1991 ihr Neun-Kino-Zentrum just auf dem Gelände des ehemaligen Autokinos mit Riesen-Staraufgebot eröffneten, da war es das erste Multiplex-Kino im Ruhrgebiet. 2655 Plätze gab es hier. 5000 Karten mussten je Woche verkauft werden, damit der imposante Komplex sich tragen würde, hatte man errechnet. Und am Anfang brummte es in der Tat ordentlich. Aus Duisburg und Dortmund kamen die Gäste, um das Kino der Zukunft zu bestaunen.

Viel Prominenz bei der Eröffnung mit einer Gala-Premiere

Lokales
WAZ präsentiert das Kino-Jubiläum

Das Jubiläum wird von der WAZ präsentiert. Gefeiert wird am Tag selbst, also am Samstag, 19. März. An dem Tag gilt ein Prozent Preisnachlass pro Multiplex-Jahr, also 25 Prozent auf jedes Ticket, für jede Vorstellung sowie für Speisen und Getränke.

Zu sehen sein wird neben neuen Blockbustern wie „Kung Fu Panda 3“ in 3D auch der neue Film von und mit Julie Delpy, „Lolo – Drei sind einer zu viel“. Julie Delpy selbst war bei der Eröffnung 1991 als Star des Premierenfilms vor Ort. Schalke spielt Samstag nicht, so dass die Parkplätze reichen sollten.

Zur Eröffnung gab es die Uraufführung von Volker Schlöndorffs „Homo Faber“-Verfilmung. Hauptdarstellerin Julie Delpy war bei der Eröffnung, Schlöndorff selbst auch und der Präsident von Warner Bros. International Theaters, Salah M. Hassanein, assistierte Oberbürgermeister Kurt Bartlewski beim Durchschneiden des Bandes. Ein „weithin sichtbarer Leuchtturm in der schillernden Welt des Zelluloids“ sei das Kino, schwärmte Bartlewski. Auch Mila Jovovich und Bernd Eichinger kamen in jenen ersten Jahren gern zu Premieren nach Gelsenkirchen. Als allerdings rundherum weitere Multiplex-Anlagen entstanden, wurde der Besucherstrom dünner, versiegte zusehends.

Mehrfacher Besitzerwechsel bis 2009

Gäste beim Start des Mulitplex: „Ährwin“ (Wenn dich datt Mäusken beißt), Ralf Richter und Claude-Oliver Rudolph. Foto: Archiv

Der Abstieg vollzog sich langsam, aber stetig. Constantin Warners stiegen aus, mit den Betreibern wechselten die Namen. Vom Prunkpalast in Warner-Blau zum „Village“ – geholfen hat der Wechsel nicht. Als Michael Meyer den Komplex 2009 übernahm, waren die Zeiten für Kinos eigentlich alles andere als rosig. Und die Anlage brauchte dringend eine Grundsanierung.

Es dauerte, bis das neue Gewand fertig war. Nach und nach wurden die Kinosäle umgestaltet, die Platzzahl zugunsten von mehr Komfort und schönerem Ambiente reduziert, um fast ein Drittel auf 1800 Plätze. Heute bietet das Entree viele lauschige Nischen, die Atmosphäre ist freundlich und die Kinosäle heißen wie einst die Kinos in Gelsenkirchen: Union, Regina . . .

Bunt gemischtes Publikum dank vielen Sonder-Filmreihen

Berichterstattung von der Eröffnung mit Volker Schöndorff, Julie Deply, Warner Internationals Präsident Salah Hassanein und OB Kurt Bartlewski. Foto: Martin Möller

Ohne Digitaltechnik geht es längst nicht mehr, 80 000 Euro kostet allein so ein Projektor. Filme zeigen ist teuer geworden, stöhnt Meyer. Filme zu schauen aber, sei immer noch ein eher preiswertes Vergnügen, verglichen mit anderen kulturellen Angeboten. Da sei man auf den Verkauf von Getränken und Popcorn am Rande wirklich angewiesen.

Huldigung für alten Filmpalast von 1913

1913 wurde der Apollo Filmpalast an der Bahnhofstraße/ Ecke Sellhorstraße eingeweiht. Foto: Institut für Stadtgeschichte

Dass das Multiplex heute „Apollo Cinemas“ heißt, hat mit Michael Meyers Liebe zu altehrwürdigen Filmpalästen zu tun. Eines der beiden Apollo-Kinos in der Stadt – das im Süden – hatte Meyer vier Jahre lang selbst geleitet. Das Apollo an der Bahnhofstraße war vor dem Krieg ein wahrer Palast mit 1000 Plätzen. Aber auch im Nachkriegs-Gelsenkirchen lockte an der Ecke Sellhorststraße ein Apollo-Kino Cineasten an. In Buer war das „Apollo“ über Jahrzehnte fester Bestandteil der Innenstadt.

Meyer betreibt neben dem Komplex im Arena-Park auch die Schauburg an der Horster Straße sowie zwei Programmkinos in Bochum. An der Willy-Brandt-Allee aber ist das Angebot heute breiter denn je. Neben publikumsträchtigen Großproduktionen sind hier auch regelmäßig Spezialreihen zu sehen. Sie heißen „Ladies Night“, „Midnight Movie“ und „Cineboyz Preview Club“ und erfüllen Sonderwünsche. Ebenso wie „Türki Filmleri“, eine Reihe verschiedenster türkischer Filme mit deutschen Untertiteln, zu denen ganze Familien pilgern.

Sibylle Raudies

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2016-03-12 06:00
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