20 Prozent mehr Patienten erwartet

Auf längere Sicht müsse man damit rechnen, dass es in einigen anderen Facharztbereichen einen größeren Bedarf geben wird, ist Rembrink überzeugt. „Die Menschen werden immer älter. In meinem Fachgebiet Urologie wächst mit dem Alter die Zahl der Probleme. Studien gehen von 20 Prozent mehr Patienten aus,“ so Rembrink. Viele Kollegen seien derzeit zwischen 55 und 65 Jahren. In absehbarer Zeit müsste es also einen Generationswechsel geben. Damit es auch dann keinen Mangel gibt, haben KVWL, Marienhospital und Bergmannsheil eine Aktion gestartet, die jungen Ärzten die Ausbildung nach der Uni in Gelsenkirchen schmackhaft machen soll (WAZ berichtete). In der Hoffnung, dass sie hierbleiben.

Wenn eine Praxis abgegeben werden soll, brauche es derzeit in Gelsenkirchen etwa zwei Jahre, bis alles über die Bühne ist. Ausschreibung, Anhörungen, Vergabeausschuss. Das gilt auch für Fälle, in denen Ärzte die Praxis an ihre Kinder übergeben möchten, wie kürzlich Rembrinks Vorgänger Dr. Werner Kirchberg, dessen Sohn Simon die Praxis übernommen hat. „Aber in solchen Fällen haben Praxismitarbeiter und Familienmitglieder Vorrang.“ Kompliziert werde die Praxisübergabe nur in Einzelfällen, etwa wenn nicht nur der Praxissitz, sondern die ganze Immobilie mit übernommen werden soll.