14 Gelsenkirchener nach Massenprügelei in Renesse in U-Haft

Renesse an der niederländischen Nordseeküste ist bei deutschen Touristen beliebt.
Renesse an der niederländischen Nordseeküste ist bei deutschen Touristen beliebt.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
75 junge Männer aus Gelsenkirchen und Umgebung waren in Massenschlägerei verwickelt. Sechs Polizisten wurden verletzt, 14 Angreifer sitzen in Haft.

Renesse/Gelsenkirchen.. Gewaltsames Ende eines Junggesellenabschieds: 75 junge Männer aus Gelsenkirchen und umliegenden Städten sind nach einer Massenschlägerei im niederländischen Nordseebad Renesse festgenommen worden. „Sie haben Polizisten angegriffen“, sagt Willem-Jan Uijtdehage, der Sprecher der Polizei Zeeland-West-Brabant.

Sechs niederländische Polizisten seien bei der Attacke verletzt worden, zwei sogar schwer. „Zwei Kollegen mussten mit Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden“, so Uijtdehage weiter. Einem Beamten sei mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen worden, ein anderer habe eine Gehirnerschütterung erlitten. Erst mit Verstärkung durch Polizisten, herbeieilende Türsteher und weiterem Sicherheitspersonal waren die Streithähne zu bändigen. Folge: „14 Deutsche sitzen derzeit in Untersuchungshaft“, sagte der Sprecher am Sonntagmorgen.

Gelsenkirchener gerieten auf Renesses Partymeile mit anderer Gruppe in Streit

Die Partygesellschaft war nach Angaben der Behörde mit einem Doppeldeckerbus aus Gelsenkirchen in den Küstenort in der Provinz Zeeland gereist. In der Nacht zum Sonntag um 2.40 Uhr sei die Gruppe auf der Partymeile „Hogezoom“ im Zentrum in Streit mit einer anderen Gruppe geraten. Danach eskalierte die Situation. Als die Polizei kam, hätten die Deutschen dann kurzerhand die Beamten attackiert.

Verdächtige bleiben bis wenigstens Montag in Untersuchungshaft

„Die 75 jungen Männer sind darauf wieder in den Doppeldeckerbus verfrachtet worden und mit einer Polizei-Eskorte aufs Revier nach Breda gebracht worden“, sagte Polizeisprecher Willem-Jan Uijtdehage. Bei ihrer Vernehmung und Feststellung der Personalien („inklusive Fotos“) seien 13 Angreifer eindeutig von den Beamten identifiziert worden.

Auseinandersetzung Ein weiterer, der keinen Ausweis mit sich führte, komplettiere die 14-köpfige Gruppe, die sich nun verantworten müsse und immer noch vorläufig in Untersuchungshaft ist. Die Ermittlungen über ihre Rolle bei der Gewalt am Sonntag dauerten noch an, teilte ein Polizeisprecher am Montag in Renesse mit.

Niederländische Polizei: Es sollen keine Hooligans gewesen sein

Die restliche „Partygesellschaft“ wurde am Sonntagmorgen zwischen 6.30 und 7 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt. Die niederländischen Polizei hat keine Hinweise darauf, ob der Bus mit den Deutschen nach ihrer Freilassung auf direktem Wege nach Gelsenkirchen zurück fuhr. Unklar ist ebenso, ob es sich bei den Gewalttätern um Mitglieder eines Vereins oder Angehörige der Fan-Szene, womöglich Ultras, handelt. „Einige der Festgenommen waren mit Trikots des FC Schalke 04 bekleidet. Unserem Eindruck nach“, so Polizeisprecher Uijtdehage, „waren es aber keine Hooligans.“

Zumindest eines aber ist klar: Das Image Gelsenkirchens und deutscher Gäste in den Niederlanden dürfte bei diesem Vorfall gelitten haben.