100 Menschen prügeln sich nach Unfall in Gelsenkirchen

Insgesamt zehn Streifenwagen rückten zum Unfall und zur Massenschlägerei an.
Insgesamt zehn Streifenwagen rückten zum Unfall und zur Massenschlägerei an.
Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Rande eines Verkehrsunfalls sind in Gelsenkirchen-Schalke zwei verfeindete Gruppen aneinandergeraten. Die Polizei traf auf 100 aggressive Menschen.

Gelsenkirchen.. Ein überraschendes Bild bot sich der Polizeistreife, die am Dienstagabend gegen 23 Uhr zu einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Franz-Bielefeld-Straße/Bismarckstraße in Gelsenkirchen-Schalke gerufen wurde: Etwa 100 aggressive Menschen schlugen und traten auf der Fahrbahn aufeinander ein. Den eigentlichen Unfall konnten die Beamten inmitten der Massenschlägerei erst gar nicht erkennen.

Verletzter konnte erst im Rettungswagen versorgt werden

Deutlich in der Unterzahl forderten die Polizisten Verstärkung und einen Rettungswagen an, da ein 25-jähriger Motorradfahrer verletzt am Boden lag. Neun Polizeistreifen, auch aus den umliegenden Städten, erschienen an der Kreuzung. Mit mehr als 20 Mann konnte die Polizei die pöbelnden Menschen zumindest soweit zu beruhigen, dass die Rettungskräfte den Verletzten aus der Menge heraus in den Rettungswagen tragen konnten.

Gewalt "Normalerweise werden Verletzte direkt an Ort und Stelle versorgt. Hier war das aber nicht möglich. Es hat sich niemand einsichtig gezeigt, sodass der 25-Jährige erst auf dem Weg zum Krankenhaus behandelt werden konnte", sagt Stefanie Dahremöller, Pressesprecherin der Polizei Gelsenkirchen. Es musste niemand festgenommen werden, die Beamten erteilten aber mehrere Platzverweise.

Was war passiert? Ein ein 22-jähriger Gelsenkirchener war mit dem Auto die Franz-Bielefeld-Straße entlang gefahren und wollte nach links in die Bismarckstraße abbiegen. Als er sich in den Kreuzungsbereich tastete, krachte er mit dem Motorradfahrer zusammen, der nach mehreren Zeugenaussagen zu schnell auf der Bismarckstraße fuhr. Der 22-Jährige stieg aus und leistete sofort Erste Hilfe bei dem verletzten Motorradfahrer, der ohne ausreichende Schutzkleidung unterwegs war.

"Augenscheinlich keine Rocker"

Währenddessen erschienen an der Unfallstelle mehrere Anhänger zweier verfeindeter Gruppen. Zunächst habe man sich beleidigt, dann geschlagen. Ein Rettungswagen brachte unterdessen den verletzten Motorradfahrer zur stationären Behandlung ins Krankenhaus.

Wie der Unfall genau ablief und warum die Situation an der Kreuzung so eskalieren konnte, dass es zur Massenschlägerei kam, ermittelt die Polizei derzeit noch. "Augenscheinlich handelt es sich bei den Beteiligten der Schlägerei aber nicht um Rocker", so Stefanie Dahremöller. (we)