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100 Jahre Frohsinn

23.09.2009 | 10:00 Uhr

„100 Jahre und kein bisschen leise” - ein passendes Motto hat sich der Männerchor Frohsinn 1909 Gelsenkirchen e.V. zum großen Jubiläumsjahr gegeben. Mit geballter Stimmkraft geht das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Ensemble in sein zweites Jahrhundert.

„Wir haben viel Spaß bei den Proben", erzählt Vorstandsmitglied Markus Buschkühler. „Das Schöne an unserem Chor ist, dass alle an einem Strang ziehen, die älteren Mitglieder immer noch denselben Biss haben wie die Jungen." Buschkühler weiß, wovon er spricht: Sein Vater Ulrich war 14 Jahre lang Vorsitzender des Chores und ist immer noch aktiv, ebenso wie Bruder Peter. Der aktuelle Vorsitzende Guido Konze erklärt: „Die meisten kommen durch familiäre oder freundschaftliche Kontakte zu uns. Deshalb herrscht auch innerhalb des Chores eine besondere Atmosphäre, bei der sich viele Sänger auch außerhalb der Proben privat treffen."

45 aktive Mitglieder zählt der Verein derzeit. Die meisten kommen aus Gelsenkirchen und Gladbeck, es gibt aber auch Sänger, die jeden Freitag aus Essen, Datteln oder Meerbusch zu den Proben anreisen. Bei der kürzlichen Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag wurde (neben Heribert Wolf für 25 Jahre Mitgliedschaft) auch Fred Kollner geehrt. Er trat dem Frohsinn vor 60 (!) Jahren bei, wohnt mittlerweile am Bodensee, macht aber nach wie vor jedes Konzert mit. „Er lässt sich die Noten nach Hause schicken und kommt dann extra für die Auftritte nach Gelsenkirchen.”

Ausdauer, Disziplin und Zusammenhalt - das sind wohl auch Zutaten des Geheimrezepts, mit dem der Chor unter Leitung von Carsten Böckmann erfolgreich ist. Erst 2008 verteidigte der Frohsinn abermals den Titel „Meisterchor”. Böckmann berichtet: „Dafür reichen natürlich die wöchentlichen Proben nicht aus, wir haben damals ein halbes Jahr intensiv gearbeitet.” Markus Buschkühler gesteht: „Ein solches Projekt ist auch eine Zerreißprobe für den Chor, weil es sehr anstrengend ist und jeder Einzelne mitziehen muss.”

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis ist das bunt gemischte Repertoire aus weltlicher und geistlicher Musik. „Von Gospels, Rock und Pop über Oper bis zu typischer Männerchorliteratur aus Klassik und Volkslied ist alles dabei”, zählt Carsten Böckmann auf. Damit versucht der Frohsinn, gegen das Männerchor-Klischee anzugehen: „Manches, was in diesem Bereich geboten wird, ist zugegebenermaßen gräuslich”, gesteht Ulrich Buschkühler. „Aber unsere Chorleiter haben immer auf Qualität in Repertoire und Umsetzung geachtet.”

Wie alle Chöre macht sich auch der Frohsinn Gedanken über die Zukunft. „Es ist schwer, junge Leute zu gewinnen, weil sich das Freizeitverhalten grundlegend geändert hat”, weiß Buschkühler. „Der Vorstand beabsichtigt aber, bald einen jungen, gemischten Chor zu gründen, zunächst für einzelne Projekte”, verrät Guido Konze.

Nach einem strammen Jubiläumsjahr, das mit einem Konzert in der Gladbecker Waldorf-Schule am 15. November seinen Abschluss findet, plant der Männerchor schon voraus: 2010 ist der Frohsinn beim „Day Of Song” in der Veltins Arena dabei.

Mario Stork

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