Zwischen Monster und Idylle
13.01.2009 | 16:45 Uhr 2009-01-13T16:45:00+0100
Während in der Hasseler Alfred-Schmidt-Galerie bislang Kunst aus dem Ruhrgebiet im Mittelpunkt stand, soll 2009 der Schwerpunkt bei überregionalen und internationalen Künstlern liegen.
Geplant sind fürs erste Halbjahr u.a. Ausstellungen mit Werken des Engländers Raymond Wire sowie mit Kunst aus Kuba. Den Auftakt macht im Januar eine Bilderschau mit Werken von Klaus Wichelhaus, die zur Sammlung des Alfred-Schmidt-Hauses gehören.
Arbeiten von Klaus Wichelhaus kennt jeder, der schon einmal eine öffentliche Toilette besucht hat: Die kleinen Männchen und Weibchen auf der Tür stammen mit großer Sicherheit aus der Düsseldorfer Firma, die der 1933 geborene Wichelhaus schon zu Studienzeiten gründete.
„Seine künstlerischen Arbeiten kennt hingegen kaum jemand”, erklärt Kira Schmidt von der Alfred-Schmidt-Galerie. Die Retrospektive, die am Donnerstag, 15. Januar, um 19 Uhr an der Bergmannsglückstraße 42 eröffnet wird, soll dies ändern: Hier sind Werke aus verschiedenen Schaffensperioden des Rheinländers zu sehen. Das beginnt mit Kohlekreide-Zeichnungen, die wild und ungestüm die Blätter bedecken: Wälder und Wiesen sind hier zu erahnen; Motive, die dem Betrachter auch in anderen Werken dieser Ausstellung immer wieder begegnen.
Abstrakt und farbenfroh das Herzstück der Ausstellung, ein Bild in Rottönen, das Wichelhaus „Die Varusschlacht” genannt hat. Wie der Blick durch ein Kaleidoskop wirkt es im ersten Moment. „Wer genau hinschaut, entdeckt jedoch auch Pferdeköpfe und Pferdebeine”, sagt Monika Schmidt-Brockmann. Direkter und nicht weniger eindrucksvoll ist ein Wichelhaus-Werk, das lauter Augen zeigt, die den Betrachter mal misstrauisch, mal offen, mal verletzt anschauen.
Und auch daneben gibt es viel zu entdecken - von „Monstern” bis hin zu idyllischen Landschaftsskizzen. Zu erleben ist diese Retrospektive bis zum 15. Februar - an diesem Tag jährt sich der Tod von Klaus Wichelhaus zum sechsten Mal.
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