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Erntebilanz

Zwei bis drei Wochen zu früh

28.07.2010 | 17:35 Uhr
Zwei bis drei Wochen zu früh
Ortslandwirt Heinz Melchers überprüft in seinem Weizenfeld den Zustand der Ähren. Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ Fotopool

Sutum. Heinz Melchers ist ein echter buerscher Buer. Auf seinem Hof in den Sutumer Feldern, die er bewirtschaftet, ist er auch aufgewachsen. An schon jetzt spürbare Auswirkungen des Klimawandels glaubt er nicht: „In meiner Kindheit gab’s auch schon heiße Sommer“, sagt Melchers. Dennoch bereiteten ihm die langen Trockenperioden im Juli Sorgen – er und andere Landwirte fürchten Ernteausfälle.

„Zuletzt kam es knüppeldick“, sagt Melchers, der auch Vorsitzender des landwirtschaftlichen Lokalvereins ist. Die Trockenheit, die Unwetter, all diese Faktoren schädigten die Pflanzen. Das bestätigt auch der Deutsche Bauernverband, der prophezeit, die Getreideernte werde wegen der Hitzewelle um zehn bis 15 Prozent unter Durchschnitt ausfallen. Ohne Regen produzieren die Pflanzen weniger Früchte, der Ertrag fällt also geringer aus. Außerdem müssen Landwirte wie Melchers die Ernte vorziehen: „Der Weizen ist zwei bis drei Wochen zu früh reif.“ Auch Tierzüchter haben Probleme. Wegen der langen Dürre wächst das Futter nicht wie geplant, im schlimmsten Fall müssen die Bauern das Futter teuer einkaufen. Um zu retten, was zu retten ist, wünschte sich Melchers (64) während der heißen Wochen nichts sehnlicher als: „Acht Tage Landregen!“ Die Niederschläge der letzten Tage kommen den Landwirten also gerade recht.

Melchers’ Felder sind 28 Hektar groß. Dort in Sutum, im Schatten der Arena, baut er Wintergerste und -roggen, Weizen, Hafer und Körnermais an. Bald kann er ernten; das Getreide ist reif. Woher er das weiß? Melchers unterzieht die Körner einem Beißtest: „Je härter, desto besser.“

In Buer gibt es etwa 20 Vollerwerbsbetriebe. Doch die Zeiten werden rauer. 2020, schätzt Melchers, könnten es nur noch zehn sein. Die Rahmenbedingungen würden immer schlechter, die Landwirte bekämen immer mehr Auflagen. „Das Beste wäre, die Subventionen zu streichen und dafür vernünftige Preise zu machen.“ Denn die Finanzhilfen nützten letztlich nicht den Bauern, sondern den Verbrauchern, schließlich garantierten die Subventionen niedrige Lebensmittelpreise. Heinz Melchers: „Fallen die Subventionen, wird’s für die Menschen teurer. Aber bis 2013 ändert sich nichts. Was danach kommt, muss man sehen.“

Jonas Erlenkämper

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Kommentare
29.07.2010
10:46
Zwei bis drei Wochen zu früh
von Bauernschläue | #1

Denn die Finanzhilfen nützten letztlich nicht den Bauern, sondern den Verbrauchern, schließlich garantierten die Subventionen niedrige Lebensmittelpreise. Heinz Melchers: „Fallen die Subventionen, wird’s für die Menschen teurer.

Dann soll er doch auf die Subventionen verzichten, der schlaue Bauer.

Die Osterweiterung geht unaufhörlich weiter. Die riesigen Kornkammern des Ostens warten auf den deutschen Markt.
Für den Verbraucher wird es also nicht teurer.
Aber den deutschen Bauern geht es an den Kragen. Diese können ja aber, wie bisher auch schon, ihr Getreide an die Energiekonzerne zwecks Brennmaterial für Heizkraftwerke teuer verkaufen.

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