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Bergwerk Westerholt

Zukunft gestalten

02.12.2009 | 08:00 Uhr
Zukunft gestalten

Auf der Zeche Westerholt eröffnete das Projektbüro zur Entwicklung der bisherigen Bergwerksfläche. OB Baranowski und Hertens Bürgermeister Paetzel äußerten ihre Hoffnung, dass von der künftigen Neunutzung positive Signale auf Hassel und Westerholt ausgehen.

Noch ist das Gelände der ehemaligen Zeche Westerholt gar nicht endgültig geräumt - und doch beginnt schon jetzt die konkrete Arbeit für eine Folgenutzung: Gestern eröffnete das Projektbüro auf dem Bergwerksgelände an der Egonstraße, um - wie es offiziell heißt - die Standortentwicklung der 30 Hektar großen Fläche intensiv voranzutreiben.

Es ist NRW-weit das erste stadtübergreifende Büro dieser Art, genauso, wie schon die bisherige stadtübergreifende Zusammenarbeit zur Zukunft der bisherigen Bergwerksfläche beispielhaft im Lande war und ist (Stichwort: Interkommunales Handlungskonzept). Zu den beiden städtischen Akteuren Gelsenkirchen und Herten, auf deren Gebiet sich beidseits der Stadtgrenze die Zeche Westerholt befindet, gesellt sich die RAG Montan Immobilien GmbH dazu als Eigentümer des Areals. „Das ist ein spannendes Projekt, das von außen auch wegen dieser Konstellation intensiv verfolgt wird”, sagte OB Frank Baranowski, der mit Hertens Bürgermeister Uli Paetzel das Büro eröffnete. Paetzel lobte, schon bislang sei die Zusammenarbeit in Sachen Zeche Westerholt harmonisch gewesen. Der Start des Projektbüros, besetzt mit je zwei Mitarbeitern aus Herten, Gelsenkirchen und der RAG Montan Immobilien GmbH, sei ein „bedeutsamer Schritt”, diese städteübergreifende Arbeit fortzusezten. Das Büro solle die inhaltliche Arbeit bündeln „und Zukunft gestalten”.

Baranowski sagte, es solle das Ziel erreicht werden, durch neue Entwicklungen auf der Fläche eine möglichst große Anzahl an neuen Arbeitsplätzen zu schaffen und „für einen Brückenschlag zu den Stadtteilen Hassel, Westerholt und Bertlich zu sorgen”, um auch die Stadtteilentwicklung nachhaltig voran zu treiben. „Es geht darum, den Menschen Flächen zurückzugeben.” Daher sei es wichtig, sie zu beteiligen, was schon geschehen sei und was weiter geschehen soll. „Die Bürger, da bin ich mir sicher, werden dem Projektbüro auf die Pelle rücken”, sagte der OB. Bürgernähe ist auch für Hans-Peter Noll, Chef der RAG Montan Immobilien GmbH, ein Schlüsselwort: So werde ein Zeichen für eine identitätsstiftende und nachhaltige Nachfolgenutzung gesetzt. Das Projektbüro sei ein Garant dafür.

Das leiste nunmehr die Kernarbeit für die Fortentwicklung, betonten Stadtbaurat Michael von der Mühlen und sein Hertener Amtskollege Volker Lindner. Es gehe darum, die Zustände der Gebäude zu analysieren, um in einigen Räumlichkeiten möglichst schnell erste Betriebe anzusiedeln. Andere wie die Sieberei oder Freiflächen und Gleise müssten konzeptionell und planerisch überarbeitet werden. Zu den Grundlagenarbeiten gehöre auch die Erfassung der Altlastenproblematik. Als gesetzt gelte das Thema Bildung: Daher solle schnell eine Nutzung zu Qualifizierungs- und Ausbildungseinrichtungen gefunden werden.

Hintergrund: Schon 2007 erste Ideen

Die erste öffentlicher Beteiligung für die Planung der Fläche gab es bereits 2007. In einem fünftägigen Workshop - der so genannten Charrette - hatten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung über die Zukunft des Zechengeländes beraten. In dem von der TU München geleiteten Forschungsprojekt wurden verschiedene Ideen und Konzepte erarbeitet.

Georg Meinert

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