Wo die Heilkräuter von Mutter Natur wirken

Josi Marten (l.) und Marianne Kalfhues (r.) inspizieren die Beete im Kneipp’schen Kräutergarten.
Josi Marten (l.) und Marianne Kalfhues (r.) inspizieren die Beete im Kneipp’schen Kräutergarten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Kneipp-Verein startet in den Frühling: Besucher können das Wassertretbecken nach der Winterpause in Gladbeck wieder nutzen, Kräuterwanderungen sind geplant. Darüber hinaus gibt es eine Wiese mit Wildblumen und einen Duftteppich

Ein kläglicher Rest ist aus der vergangenen Freiluft-Saison übrig geblieben: Die Kräutersäckchen füllen kaum eine winzige Kiste, Liköre und Sirup sind zu Neige gegangen, winzige Döschen mit Balsam ebenfalls so gut wie vergriffen. Nein, mit diesem sehr überschaubaren Restposten kann der Kneipp-Verein wahrlich nicht werben.

„Ich muss unbedingt in die Kräuter“, sagt die Vereinsvorsitzende Josi Marten. Schließlich wollen die Kneippianer, zu denen neben Gladbeckern auch etliche Mitglieder aus Gelsenkirchen-Buer zählen, den Besuchern etwas anbieten können.

Kneipp-Produkte aus eigener Herstellung kommen an bei den Gästen

Die spärlichen Überbleibsel aus dem Vorjahr zeigen: Die Kneipp-Produkte aus eigener Herstellung kommen an bei den Gästen. Denn gegen vielerlei Malaisen ist ein Kraut gewachsen, man muss eben nur wissen, welches. Josi Marten und Vereinspressereferentin Marianne Kalfhues kennen sich aus. Die beiden sind schließlich zertifizierte Expertinnen nach Kneipp. In der Apotheke von Mutter Natur gibt’s Hilfe.

Die Kneippianerinnen müssen gar nicht weit gehen, um Kräutlein zupfen, schneiden und verarbeiten zu können: Auf der Anlage am Gladbecker St. Barbara-Hospital haben Marten und Kalfhues im vergangenen Jahr eigenhändig einen Garten angelegt. Gleich am Eingang wächst eine Apothekerrose, und auch in den Beeten gedeihen wahre Kraftpakete an Wirkstoffen im duftenden Mini-Format.

Garten ist nach Krankheitsbildern strukturiert

Mit prüfendem Blick geht das kundige Damen-Duo an den Feldern entlang. Welche Pflanze hat den Winter überstanden? Wo muss der Verein ein Kraut ersetzen? Bieten sich Ergänzungen an? Nach Krankheitsbildern haben Marten und Kalfhues den Garten strukturiert; von A wie Atemwege über F wie Frauenleiden und L wie Leber bis P wie Prostata reichen die Themenfelder. Welche heilenden Kräfte in welchem Kraut stecken, verraten Hinweistafeln.

Prächtig blüht der Waldmeister neben weiteren Küchenkräutern wie Rosmarin und Liebstöckel auf dem ersten Feld. Nicht berauschend findet Josi Marten, was vom Thymian noch steht: „Der ist nicht so toll wieder gekommen, den muss ich nachkaufen.“

Bald werden Wildblüten sprießen

Ganz frisch eingesät haben die beiden Frauen in Kooperation mit dem Krankenhaus eine Fläche, auf der bald Wildblüten sprießen werden. Ringelblume, Kamille, Kornblume, Löwenzahn, Chrysanthemen, Schwarzkümmel, Nähkisselchen und und und sollen einen duftenden Teppich mit fast 50 Sorten ergeben, auf den Bienen fliegen – schließlich war Pfarrer Kneipp ja auch Imker. 60 bis 100 Quadratmeter hinter dem Holzhäuschen des Vereins auf der Kneipp-Anlage sind für dieses neue Projekt vorgesehen. „Zwei Jahre haben wir für diese Wiese gekämpft“, erzählt Josi Marten. Die Blumen auf dieser Wiese dürfen wachsen, „hier wird nicht gemäht“.

„Ela“ hat Spuren hinterlassen Niedergemäht hat – bildlich gesprochen – „Ela“ an der Pfingsttagen im vergangenen Jahr Bäume in vielen Revierstädten, auch in Gladbeck. Marten deutet auf die Fläche neben den Kräuterbeeten und sagt: „Wegen der Sturmschäden musste hier ausgeholzt werden, drei riesige Bäume sind weg.“ Die Vereinsvorsitzende ergänzt: „Es wird noch weiter gelichtet, damit wir von allen Seiten gesehen werden. Das ist mit dem KKEL abgestimmt.“

Neuer Duftteppich

Aber keine Sorge: Kahl wird’s dennoch nicht auf der Kneipp-Anlage. Zurzeit gedeihen in Nachbarschaft zum Wassertretbecken Bäumchen, aus denen eine ausgewachsene Eberesche, Holunder, Kornelkirsche, Berberitze, Aronia und Felsenbirne werden sollen. Kalfhues erläutert: „Einige, die sehr groß werden, sollen versetzt werden.“ Eine weitere Neuerung: ein Duftteppich auf dem Barfußerfahrungsweg – ein Erlebnis für die Fußsohlen und die Nase . . .