Wieder Chancen auf einen A-52-Tunnel in Gladbeck

Kommt jetzt doch der Tunnel? In Gladbeck wird diskutiert.
Kommt jetzt doch der Tunnel? In Gladbeck wird diskutiert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gladbecker Stadtspitze plädiert für einen Tunnel. Minister Groschek kommt heute nach Gladbeck und sagt: Die Geldzusage, die bereits 2012 ausgesprochen wurde, bleibt bestehen. Bürgermeister Ulrich Roland will das Verfahren stoppen

Der Tunnel ist wieder da! Jedenfalls hat der einst abgelehnte Ausbau der Bundesstraße 224 zur A 52 als Tunnel unter Gladbecker Gebiet plötzlich wieder eine große Chance, umgesetzt zu werden. Auslöser: Das laufende Planfeststellungsverfahren für den A-52-Teilausbau zwischen Essen-Nord über Bottrop bis zur A 2. Jetzt forderte Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland den sofortigen Stopp des Verfahrens. Denn der Tunnel werde eine zweite Chance bekommen.

Das liegt an diesem Satz: „Der Bund steht nach wie vor zu dem Angebot, in Gladbeck einen Tunnel zu bauen.“ Diese Auskunft hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Sven Volmering vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, am Rande einer Fraktionssitzung erhalten und direkt nach Gladbeck übermittelt.

Bürgermeister Ulrich Roland nutzt die Gunst der Stunde

Dieselbe Aussage hatte Ferlemann zwar auch schon beim Spatenstich zur Erweiterung der A 43 im Oktober letzten Jahres betont. Jetzt aber nutzt Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland offenbar die Gunst der Stunde und fordert neue Gespräche zwischen Bund, Land und Gladbeck.

Und er zeigt sich gegenüber der Tunnel-Lösung sehr offen. Aus Düsseldorf sind ebenfalls plötzlich versöhnliche Töne zu hören. Das Land will sich der Tunnellösung nicht verschließen und stellt sogar die einst versprochenen Gelder wieder in Aussicht. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD): „Wenn alle Verfahrensbeteiligten die ursprüngliche Tunnellösung realisieren wollen, dann stehe ich selbstverständlich zu der alten Zusage, den Bau mit Städtebaumitteln zu fördern.“

Furcht, in Staus zu ersticken

Damals hatte auch Gladbeck zugestimmt, wenn schon nicht den kompletten Ausbau der B 224 zwischen Essen und Buer, dann wenigstens einen Teil des A-52-Ausbaus vor allem auf Bottroper Gebiet zu verwirklichen. Jetzt aber ist dafür das Planfeststellungsverfahren angelaufen. Und plötzlich fürchtet Gladbeck, in Staus zu ersticken, wenn der Plan eines neuen Autobahndreiecks ausgerechnet auch noch auf Gladbecker Gebiet Wirklichkeit wird.