Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen-Buer -1°C

Chemie-Norderweiterung

Wieder aktuell

05.03.2010 | 08:32 Uhr

Die politischen Gremien der Stadt beraten nächste Woche die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den östlichen Teil der Norderweiterung des Chemiestandortes Scholven.

Somit ist die Norderweiterung des Chemiestandortes Scholven wieder auf der Tagesordnung. Nach mehr als einem Jahr, in dem das Thema nach teils heftigen Diskussion um die nötige (und dann erfolgte)  Änderung des Flächennutzungsplanes mehr oder weniger ruhte, beraten die politischen Gremien in der nächsten Woche die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für den östlichen Teil des Geländes.

Der Bebauungsplan wird den Bau von Chemieanlagen ermöglichen und konkret im einzelnen festlegen. Auch, so Planungsreferatsleiter Clemens Arens, dass nur Anlagen im Verbund mit dem bestehenden BP-Werk und nur für Anlagentypen aus dem Be-reich Raffinerie und Petrochemie gebaut werden können.

Der neue Bebauungsplan bezieht sich auf das Areal zwischen A 52, Ulfkotter Straße, Scholver Halde und „Auf der Kämpe“.  Es ist rd. 60  ha groß. Rund 45 ha wird der B-Plan für Gewerbe vorsehen, der Rest ist Grüngebiet verschiedenster Form und soll  so erhalten bleiben, betonen die Planer. Angebunden an das bestehende BP-Werk wird das neue Werksgelände durch einen Brückenschlag über die Ulfkotter Straße und durch eine zusätzliche Werkseinfahrt etwa gegenüber dem Bellendorfsweg.

Das Gelände wird schon heute von BP als Container- und Lagerplatz benutzt. Bis das Unternehmen das bebauen könnte, vergehen voraussichtlich noch 16 Monate: Erst  für die letzte Sitzung vor der Sommerpause 2011 ist der Satzungsbeschluss im Rat vorgesehen. Zwischenzeitlich werden Bürgeranhörung, die Be-fragung beteiligter Träger, eine weitere politische Beratung und die Offenlegung der Pläne erfolgen. Ob dann BP baut, ist noch eine andere Frage.

Eine andere Frage ist auch die Zukunft des westlichen Ausweitungsgeländes nördlich Bellendorfsweg bis Fünfhäuserweg. Hier sei zunächst keine weitere Planung vorgesehen, so Arens. Allerdings wollen man auch keine dynamische Entwicklung aufhalten, signalisiert er grundsätzliche Planungsbereitschaft.

Georg Meinert

Facebook
 
Kommentare
22.07.2010
00:36
Wieder aktuell
von Polsumer | #8

Die Norderweiterung ist für BP 5-10 Jahre lukrativ. Der nachhaltige Flächenverlust einer über Jahrzehnte als Naturschutzgebiet ausgewiesenen grünen Insel im Ruhrgebiet und die einhergehenden externen Effekte (bis zu 100m hohe Türme, erhöhter Schadstoffaustoß ziehen laut Sichtgutachten hohe Emissionen nach sich etc.) stehen in keinem Verhältnis zum aufbessern des EBITs eines bald insolventen Unternehmens. BP mit seinem greenwashing hat bereits im Golf von Mexiko genug Umweltbewusstsein unter Beweis gestellt und wird bald massiven Gegenwind ebenfalls von der Polsumer Seite erhalten. Die Bürgeranhörung wurde geschickt unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit gehalten, sodass keiner auf Polsumer Seite davon wusste. Es wird gegen dieses kurzfristige Denken von BP in naher Zukunft vorgegangen. Das einzige was bald mehr Wert ist, als derartige Norderweiterungen, ist die erhaltene Fläche von der man bislang als Erholungsgebiet profitiert.
Die die für die Erweiterung sind, haben nicht nur nicht mehr alle Latten am Zaun, sondern wissen auch nicht, was nachhaltige Nutzung bedeutet.

06.03.2010
23:08
Wieder aktuell
von KHStrohmeierdielinke. | #7

Die Norderweiterung muß kommen. Da führt kein Weg dran vorbei.
Auch muß das Betriebsgelände in Horst ausgeweitet werden.
Hierzu könnte man das Werksgelände bis in die Pannschoppenstraße erweitern.

05.03.2010
21:34
Wieder aktuell
von querkopf 14 | #6

Man sollte auch an die Montagefirmen denken, die hier ihr Geld bei uns lassen, sehr gut morgens zum Schichtbeginn ca. 6:00 Uhr auf A52/224 zu beobachten, aber von den obigen Schreiberlingen fährt wahrscheinlich niemand so früh?? los.Auch wenn sie nur eine Zeitung .... erwerben, evtl. noch ein Brötchen und dann noch tanken. Ist doch eine Überlegung wert.

05.03.2010
16:19
Wieder aktuell
von cyko | #5

Die SPD hat für ihre Position des Entgegenkommens zugunsten von BP seinerzeit mit 2000 Arbeitsplätzen geworben die dort oder an der Peripherie entstehen würden. Zwei Monate später verkündete BP den Stellenabbau.

Die Argumente für die Norderweiterung haben sich alle in Rauch aufgelöst - die Argumente dagegen jedoch nach wie vor nicht.

05.03.2010
15:57
Wieder aktuell
von KHStrohmeierdielinke | #4

wer so wie #3 meint er allein, hätte alle Latten bei sich, der sollte sich doch mal erkundigen wieviel Arbeitsplätze denn die von ihm verherrlichte BP und die Scholven Betriebe geschaffen haben. Ach ja und wieviel abgebaut wurden usw. Danach leihe ich ihm gerne neue Latten für seinen was auch immer Zaun. Außerdem klaut man anderen Usern nicht deren Namen um unerkannt seinen Frust hier abzuladen.

05.03.2010
11:21
Wieder aktuell
von XPallorX. | #3

Die Norderweiterung muß her. Die Umweltauflagen sind in Deutschland so hoch, wie in keinem anderen Land und sollten daher kein Grund zur Besorgnis sein. Durch die Investition wird der Standort Gelsenkirchen gefestigt und es entstehen neue Arbeitsplätze.
Wer sich hiergegen ausspricht, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.

05.03.2010
11:16
Wieder aktuell
von ThomasBB | #2

Und wieder gruesst das Murmeltier. Natuerlich werden die staedtischen Behoerden aufgrund des wirtschaftlichen Drucks in die Knie gehen.

05.03.2010
10:55
Wieder aktuell
von KHStrohmeierdielinke | #1

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das diese Geschichte in Gelsenkirchen reibungslos über die Bühne geht. Wer die Norderweiterung will, der will auch weitere Luftverschmutzung und ein stärkeres Verkehrsaufkommen und ein noch größeres Ansteigen von Atemwegserkrankungen in Gelsenkirchen. Ach ja die Krebserkrankungen gibt es noch als Nachtisch. Im übrigen wer jetzt das Argument der neuen Arbeitsplätze bringt, der soll sich mal mit der Vergangenheit dieser Firma beschäftigen. Abgebaut wurde gerne, eingestellt nicht so gerne. Es würde auch interessieren wie hoch oder niedrig die Steuern sind die, die Kommune kassiert und wo bitteschön,gehen denn die Gewinne hin?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2678659/create

Top Artikel aus der Rubrik
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Kleine Jecken
Bildgalerie
Rettung aus dem Eis
Bildgalerie
Eisiger Kanal
Bildgalerie
Aus dem Ressort
Stimmung wie in der Disco
Karneval
Erst im letzten Jahr gegründet und schon im Geschäft sind die „Jecken vom Pütt“. Die Karnevalsgesellschaft aus Bergmannsglück hatte zu ihrer ersten großen Feier eingeladen. In der Mehrzweckhalle an der Polsumer Straße wurde das närrische Treiben zelebriert.
Der Dorfsheriff von Buer
Polizei-Bezirksdienst
Einige begrüßen ihn schlicht als Helmut, andere rufen „Moin Herr Köster“. Für die meisten, die ihm auf der Hochstraße begegnen, ist er schlicht „der Dorfsheriff“. Der 60-Jährige Hauptkommissar Helmut Köster ist in der buerschen City buchstäblich bekannt wie der berühmte „bunte Hund“. Dabei ist die...