Wie aus einem Guss
11.08.2010 | 17:14 Uhr 2010-08-11T17:14:00+0200
Buer. Die Arbeiten sind im vollen Gange: Auf der Domplatte fahren Bagger, Handwerker legen Pflastersteine aus. Bis zur Fertigstellung des „neuen“ St.-Urbanus-Kirchplatzes haben die Verantwortlichen noch viel vor, wie Thomas Robbin vom Referat für Stadtplanung beim Rundgang um die Baustelle erläutert.
Im ersten Bauabschnitt wird der Bereich vor dem Supermarkt-Neubau und dem Pfarrbüro vom Russelplatz bis zum Eingang der Marientor-Passage erneuert. Dazu gehöre zum einen die Sanierung des Bodens mit Betonsteinen im Sandstein-Look („Sandstein wäre viel zu teuer.“ – Robbin) und zum anderen die Umgestaltung des Passagen-Eingangs.
„Der Eingang zur Passage wird aus den gleichen Steinen errichtet und offener gestaltet“, stellt der Stadtplaner in Aussicht. Will sagen: Die Treppe wird über die gesamte Breite der Passagenfront verlaufen und auch die Rollstuhlrampe wird komplett erneuert.
Im zweiten Bauabschnitt geht es dann einmal im Uhrzeigersinn rund um die Kirche. Bis an die angrenzenden (Geschäfts-) Häuser wird der Platz auch hier neu gepflastert. Außerdem werden die (grünen) Ecken und Winkel zwischen Passage und Marienstaße beseitigt. „Außerdem gibt es eine neue Einhausung für die Mülltonnen von Gemeinde und Anwohnern.“
Vor der Nordseite der C&A-Filiale soll eine öffentliche Toilette entstehen – unterhalb der Domplatte. „Es wird WCs und einen Wickelraum geben. Im Vorraum wird eine Ausstellung den Umbau der Domplatte dokumentieren.“ Auch eine behindertengerechte Toilette ist in Planung.
Auf der Nordseite wartet das Problemkind: Der abschüssige Kirchplatz wird auch nach der Umgestaltung nicht völlig ebenerdig begehbar sein. „Ursprünglich waren sechs Stufen auf der im Halbrund um den Platz laufenden Treppe geplant.“ Da nach dem Sturm allerdings die Linden auf dem Kirchplatz gefällt werden mussten, haben die Planer jetzt mehr Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir hoffen, dass wir ohne die alten Linden mit drei Stufen hinkommen.“
Keine Angst: Auch in Zukunft wird die Domplatte begrünt. Fünf Linden sollen gepflanzt werden (drei auf der Nordseite, zwei auf der Westseite), welche Art, steht allerdings noch nicht fest. „Der Wappenbaum Buers wird auf jeden Fall wieder hier stehen, allerdings werden wir vermutlich eine Sorte nehmen, die nicht so hoch wächst, wie die letzten Linden.“
Neben den Bäumen werden Bänke angeordnet, die zum Verweilen einladen sollen. „Die Bänke passen ins Corporate Design der Stadt, sind also ähnlich gestaltet wie die Bänke, die vor einem Jahr in der Innenstadt errichtet wurden.“ Mit einer technischen Finesse als Unterschied: Im Sockel werden sich Stromanschlüsse befinden, mit denen zum Beispiel Veranstaltungen versorgt werden können.
Als letztes wird der Bereich vor den Geschäften an der Nordseite in Angriff genommen. Auch dort wird das selbe Pflaster verwendet. „Unser Ziel ist es, den Zentrumscharakter des Kirchplatzes wieder hervor zu heben“, sagt Thomas Robbin. „Von hier aus ist Buer entstanden.“
Apropos Geschichte: Auch die Geschichte der Kirche wird optisch auf der neuen Domplatte wiedergegeben. „Die Ableitung rund um die Kirche verläuft genau entlang der Grenzen des ursprünglichen Kirchplatzes.“
Überhaupt soll lokalen Besonderheiten dezent optisch Rechnung getragen werden. „Entlang der Hochstraße und auf dem Russellplatz wird das Pflaster in eine andere Richtung verlaufen. So behalten beide Bereiche ihren eigenständigen Charakter und gliedern sich dennoch ins Gesamtbild des Platzes ein.“
20:34
ha,ha, als Retourkutsche?
19:05
Recklinghausen hätte mal gegen den REWE Bau klagen sollen ,dann wäre uns viel erspart worden.
07:13
Was ist an 6 Stufen so problematisch? Jetzt kann man doch eigentlich mehr Bäume pflanzen, da der Platz leer ist und frei für die Ausgestaltung. Das neue Bollwerk an der Freiheit ist schon hässlich genug, egal von welcher Seite man es betrachtet. Den Menschen, die dort wohnen wäre sicher der Ausblick auf mehr Grün auch angenehmer.
13:46
Zitat: Da nach dem Sturm allerdings die Linden auf dem Kirchplatz gefällt werden mussten, haben die Planer jetzt mehr Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir hoffen, dass wir ohne die alten Linden mit drei Stufen hinkommen.“ Na wer sagt´s denn: Da ist doch die Bestätigung, dass der Sturm eine willkommene Ausrede war und ist, die lästigen Bäume loszuwerden. Und weiter (Zitat):„Der Wappenbaum Buers wird auf jeden Fall wieder hier stehen, allerdings werden wir vermutlich eine Sorte nehmen, die nicht so hoch wächst, wie die letzten Linden.“ Klar doch: ehrwürdige, hoch aufgewachsene Bäume sind der Stadtverwaltung und ggf. auch Teilen der Politik ein Dorn im Auge. Vorschlag: Plastikbäume verwenden; da gibt´s kein Laub und die biegen sich endlos im Sturm. Sie haben aber auch keinerlei positive Auswirkung auf das Kleinlkima in der Stadt, setzen kein CO2 in Sauerstoff und Holz um oder kühlen an heißen Sommertagen durch Schattenwurf und Verdunstung. Oder man verstümmelt z.B. die wenigen Alibi-Bäumchen an der Bahnhofstraße in GE in eine hirnverbrannte quadratische Form. Und man pflegt die Bäume nicht, Baumchirurgen arbeiten anderenorts. Hier wartet man auf entsprechende Schäden, damit die Kettensägen nicht arbeitslos werden. Was unsere Quadratköpfe hervorbringen, ist unfassbar. Die Stadtplaner von Betonkirchen - Verzeihung: Gelsenkirchen- sind bestimmt der Auffassung, das Obst und Gemüse wächst bei Aldi, Lidl & Co im Regal...Gäbe es nicht so zahlreiche Industriebrachen,wäre es ziemlich grau hier. Betonkirchen eben...
12:53
Außerdem werden die (grünen) Ecken und Winkel zwischen Passage und Marienstaße beseitigt.
Yepp! Weg mit dem ganzen Grün aus der Innnestadt. Macht alles schön kahl und steriel!
Dem Ganzen bloß kein Flair zukommen lassen!
Vor der Nordseite der C&A-Filiale soll eine öffentliche Toilette entstehen – unterhalb der Domplatte.
Unterhalb der Domplatte?
Warum errichtet man wieder nur einen neuen Angstraum? Macht die Toilette ebenerdig! Sehe schon jetzt den verdreckten Toilettenbereich mit Müll und Spraydosenbildern versehen. Abends und nachts wird die Toilette wohl aus gutem Grund verschlossen bleiben müssen. Sehe schon jetzt, wie nachts bei ihren Kneipenzügen die besoffenen Halbstarken dort unten vor der verschlossenen Tür ihre gesamte Notdurft verrichten.