Widerstand keimt auf
26.02.2010 | 06:57 Uhr 2010-02-26T06:57:00+0100Das Gutachten zum Schulentwicklungsplan stößt insbesondere an drei Schulen im Stadtnorden auf Unverständnis: Die Realschulen in Erle und Hassel sowie das Leibniz-Gymnasium wehren sich gegen Vorschläge, die ihre Schulen betreffen.
Regelrecht aufgebracht ist der Leiter der Erler Gerhart-Hauptmann-Realschule, Andreas Lisson. „Das, was da zu unserer Schule drinsteht, ist verwirrend und führt zu großen Verunsicherungen.“ Hintergrund ist die im Gutachten vorgeschlagene Kooperation zwischen seiner Schule und der benachbarten Hauptschule Frankampstraße „mit dem Ziel einer insgesamt fünfzügigen Sekundarschule an zwei Standorten“, wie es im Original heißt.
Selbst der Gutachter habe ihm bei einer telefonischen Nachfrage nicht sagen können, was er genau meine - Fusion oder Kooperation, so Lisson, der sich auch über die Informationspolitik der Stadt beklagt. „Wir wussten von nichts, als Eltern das in der Zeitung lasen und anriefen.“
Angst vor einer Kooperation mit einer Selbstständigkeit habe er nicht, wohl aber vor einer Fusion. „Da würde die Qualität leiden und das Niveau sinken“, befürchtet Lisson. „Wir sind eine gesunde Schule, die im Saft steht.“ Das, was in einer Schule passiert, wie dort Schule gelebt wird. welche Profile die Schule habe, sei nicht berücksichtigt worden. Es seien Betrachtungen allein nach räumlichen Gesichtspunkten und nach Schülerzahlen durchgeführt worden. „Das ist konzeptionslos“, so Lisson, der sich ein differenzierteres und sensibleres Vorgehen gewünscht hätte.
Ähnlich äußert sich Werner Gallmeister, Chef der Realschule St.-Michael-Straße in Hassel, für die die Gutachter - anders als in Erle - eine Kooperation mit der Hauptschule Eppmannsweg „als Außenstelle“ vorschlagen. Unruhe sei die Folge, auch im Kollegium. Es gebe gar Befürchtungen, die Schule verschwinde. Bei einer solchen Vorgehensweise finde die Realschule mit ihrer guten Arbeit keine Würdigung, so Gallmeister. Nur Zahlen spielten bei dem Vorschlag eine Rolle, nicht die Realität. Dennoch plädiert Gallmeister für ein wenig Gelassenheit: Für die Vorschläge, die jede Menge pädagogische Fragen aufwerfen würden, fehle die gesetzliche Grundlage und im Mai werde erstmal gewählt...
Gegenwind kommt auch von Konrad Fulst, Leiter des Leibniz-Gymnasiums, der sich gegen den Vorschlag wehrt, das Leibniz künftig auf drei Züge festzuschreiben. „Wie kann man das größte Gymnasium in Buer und in der ganzen der Stadt zum kleinsten machen?“ Das sei gegen den Elternwillen und gegen die In-frastruktur. „Wir können locker vier Züge unterbringen, auch ohne Pavillons.“ Der Vorschlag sei kontraproduktiv, investiere die Stadt gerade 10 Mio € in Sanierung und Ausbau der Schule. „Die Empfehlung weisen wir zurück."
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