Wichernhaus, Helau! Resser Karnevalisten sorgen für Stimmung

Clowns und Hippies, Marienkäfer und Mönche singen und klatschen gemeinsam bei der Karnevalsfeier für die Bewohner des Wichernhauses.
Clowns und Hippies, Marienkäfer und Mönche singen und klatschen gemeinsam bei der Karnevalsfeier für die Bewohner des Wichernhauses.
Foto: Funke Foto Services
200 Bewohner der Gelsenkirchener Einrichtung feierten ausgelassen im Gemeindehaus der Apostelkirche. Der KC Grün Weiß Resse sorgte für das närrische Programm. Zusammen mit dem Stadtprinzenpaar, dass einen närrischen Orden verleiht

„Mer losse d’r Dom in Kölle“, dröhnt es aus den Lautsprechern. Das kennt auch im Saal des Gemeindezentrums der Apostelkirche jeder. Gemeinsam singen Clowns und Hippies, Marienkäfer und Mönche. Sie alle kommen aus dem Wichernhaus, einem „Wohnheim für Menschen mit Behinderung“. Und sie feiern ausgelassen die fünfte Jahreszeit.

„Sie sind alle ziemlich jeck“, lacht Stefan Paßfeld, der Leiter der Einrichtung. Dann erklärt er: „Wir feiern den Karneval so groß, weil es Spaß macht. Aber auch, weil nicht alle unserer Bewohner den Kalender lesen können. Und auf diese Weise können wir ihnen Halt und Orientierung im Jahreslauf geben.“

Mitarbeiter schmücken den Saal

Das Fest wurde bereits in den Wohngruppen vorbereitet. „In denen wird die Kostümierung organisiert. Viele der Bewohner kümmern sich auch selbst darum.“ Schon früh am Morgen dann kamen die Mitarbeiter in den Saal, um ihn festlich zu schmücken, alles vorzubereiten.

Drei Minuten noch, bis das Programm beginnt. Bis dahin feiern alle zum „Kölsche Jung“ von Brings – der geht auch hier in die Beine. Die Party ist in vollem Gange. Das gefällt auch Manuel Wojtzkowkski, der heute als Kung-Fu-Meister unterwegs ist. „Ich habe mehrere Kostüme. Auch eins von Robin Hood. Aber heute musste es das der Kung-Fu-Meister sein.“ Der 20-Jährige ist ein Jeck durch und durch. „Ich liebe Karneval. Das gehört einfach dazu. Ich feiere den schon lange.“ Auch die kölschen Hits hört er gerne. „Zu Hause höre ich aber lieber Schlager.“

„Klatschmarsch – Einmarsch“

Jetzt heißt es „Klatschmarsch – Einmarsch“. Die Aktiven des KC Grün Weiß Resse betreten die Bühne. Traditionell richten sie beim Karneval des Wichernhauses das Bühnenprogramm aus. „Uns verbindet eine jahrelange Partnerschaft mit dem Karnevalsverein“, so Paßfeld.

Präsident Olaf Poell führte sogar ein, dass bei der Veranstaltung ein Orden verliehen wird. „Das finden wir toll“, ist der Leiter der Einrichtung begeistert. Das gebe den Ordensträgern ein besonderes Gefühl.

Viele wippen im Takt

Auf der Bühne zeigt die Große Garde ihren Gardetanz. Der ist, wie immer, charmant, schwungvoll und mitreißend. Da wippen viele im Takt, wer kann, steht auf und tanzt mit, während die Mitarbeiter des Wichernhauses emsig für die Bewirtung sorgen in dem großen Saal, der fast etwas zu klein ist. Da so viel Platz vonnöten ist, kann man nicht im Wichernhaus feiern. „Wir haben lange gesucht, um einen geeigneten Raum zu finden“, so Paßfeld. Logistisch ergeben sich hier allerdings schon Herausforderungen. Schließlich müssen rund 200 Menschen aus der Resser Mark her gebracht werden. „Wir haben fünf Busse und fünf Rollitransporter im Einsatz.“

Ein Höhepunkt kündigt sich an: Das Stadtprinzenpaar betritt die Bühne. Als die Stadtprinzessin einen Orden verleiht, geht ein Raunen durch den Saal. „Küsschen.“ Dann greift Hofsänger Engelbert zum Mikro. Seine Version von „Atemlos“ kommt gut an. Und den Refrain singen alle gerne mit.